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Warnung vor manipulierten Geldautomaten

Die Polizei in Berlin warnt vor manipulierten Geldautomaten. Wie die Beamten via Twitter mitteilten, gibt es zurzeit eine massive Steigerung bei sogenannten Skimming-Delikten. Dabei versuchen die Täter, am Geldautomaten die Kreditkarten der Kunden zu stehlen.

Das heimliche Abgreifen von Kreditkartendaten am Geldautomaten hatte schon 2017 für Schlagzeilen gesorgt. Damals war öffentlich geworden, dass es in den ersten elf Monaten des Jahres bundesweit fast 500 Skimming-Manipulationen gegeben hatte. Mehr als die Hälfte der Betrugsfälle ereignete sich in Berlin. Betroffen von den Angriffen waren aber auch zehn andere Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und  Bayern.

Wie funktioniert die Manipulation der Geldautomaten?

Die Täter haben es beim Skimming auf die Kreditkartendaten und die PIN des Nutzers abgesehen. Zum Auslesen dieser Informationen greifen sie zu verschiedenen Tricks. Zu den üblichen Methoden gehören die Installation einer Minikamera oder einer Tastatur-Attrappe am Geldautomaten. Beobachtet wurde aber auch schon der Anschluss externer Festplatten.

Die Polizei rät allen Geldkarten-Nutzern zur erhöhten Aufmerksamkeit, um physische Manipulation des Automaten zu erkennen. Seien die Maschinen in irgendeiner Form verdächtig, solle von einer Nutzung abgesehen und die Polizei verständigt werden. Außerdem sei es zum besseren Schutz vor den winzigen Kameras ratsam, bei PIN-Eingaben stets die Tastatur eng abzuschirmen.

Verbesserter Schutz von Bank- und Kreditkarten

Auch wenn die Fall-Zahlen steigen, wird es für Skimming-Täter immer schwerer, die Daten-Ausbeute in bare Münze zu verwandeln. Alle in Europa ausgegebenen Geldkarten sind ebenso wie die Bankterminals mit sogenannten EMV-Chips ausgestattet. Im Unterschied zum leicht kopierbaren Magnetstreifen lassen sich diese Computer-Chips nicht einfach duplizieren. Ein Lesegerät prüft bei jedem Karteneinsatz, ob eine Original-Karte vorliegt. Wenn das nicht der Fall ist, wird die Transaktion im Laden oder am Automaten nicht zugelassen.

Die Chance der Täter: Der EMV-Sicherheitsstandard ist noch nicht weltweit etabliert. Skimming-Täter können zum Beispiel nach Südamerika jetten, wo in vielen Regionen noch mit der anfälligen Magnetstreifen-Technik gearbeitet wird.

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