Wann Aktien kaufen? Der richtige Zeitpunkt für den Einstieg
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Wann Aktien kaufen? Der richtige Zeitpunkt für den Einstieg

Die Deutschen fremdeln nach wie vor mit Aktien. Ein Hauptgrund: Viele fürchten Schwankungen in den Kursen. Neben der Angst vor breiten Kurseinbrüchen möchten Anleger auch vermeiden, zu teuer einzusteigen. Doch ohne Aktien im Portfolio lassen sich heute kaum Renditen erwirtschaften. „Wann Aktien kaufen?“, lautet eine wichtige Frage beim Einstieg in den Aktienmarkt – wir beantworten sie.

Langfristig denken: Wichtiger als der Aspekt, wann Sie Aktien kaufen

So gut wie alle Experte empfehlen, das Investment in Aktien auf lange Sicht zu betrachten. Bei einer Beobachtung über Jahrzehnte hinweg hat sich bisher gezeigt, dass Standardaktien selbst schwere Börsenverluste bereits nach wenigen Jahren wieder wettgemacht haben.

Unrealistisch ist dagegen die Hoffnung, einzelne Papiere zu kaufen und durch den Wiederverkauf einen großen Gewinn zu erzielen. Der einzelne Kleinanleger wird es in der Regel nicht schaffen, klüger zu sein als der Markt. Dazu fehlen der Marktüberblick, die detaillierten Branchen- und Unternehmensinformationen und auch die Reaktionsschnelligkeit. Schließlich kann kaum ein Privatanleger sein Portfolio stündlich im Blick halten.

Nicht dem Herdentrieb folgen

Es gibt bestimmte Vermutungen über Kleinaktionäre, insbesondere darüber, wann sie Aktien kaufen. Sie gehen aus dem Markt, wenn alle verkaufen. Sie steigen ein, wenn alle kaufen und die Preise bereits überteuert sind. Umfragen bestätigen, dass sich viele Anleger prozyklisch verhalten. Tatsächlich kommen Privatanleger mit einer solchen Strategie meist zu spät.

Bei fallenden Kursen lässt sich jedoch auch ein gegenläufiges Verhalten von Kleinanlegern beobachten: Sie neigen dazu, verlustreiche Papiere zu lange zu halten und auf Besserung zu hoffen. Manchmal ist es besser, sich ganz aus einem Investment herauszuziehen, selbst wenn dabei Verluste entstehen.

Experten empfehlen daher, die Nerven zu behalten und seine eigenen Ziele konsequent zu verfolgen, statt mit der Herde zu laufen. Für den Einstieg kann das heißen: Streuen Sie das Risiko nicht nur über verschiedene Branchen und Länder hinweg, sondern auch zeitlich. Falls Sie planen, einen größeren Betrag in Aktien anzulegen, teilen Sie das Anlagekapital auf und legen Sie alle paar Monate einen Teilbetrag an.

Die Psychologie des Aktienkaufs

Hinter dem Börsengeschehen steckt viel Psychologie. Kaum ein Anleger kann seine Emotionen komplett abschalten: Die Angst vor negativen Entwicklungen steckt an, genauso wie die Euphorie über tolle Einzelunternehmen und sogenannte einmalige Chancen. Auch die Bewertung der Kurse ist komplex. Der gleiche Verkaufspreis wird einmal negativ, einmal positiv bewertet. Je nachdem, ob der Verkäufer einen Gewinn oder Verlust realisiert.

Lösen Sie sich von diesen Gefühlen und konzentrieren Sie sich auf die langfristigen Ziele. Bleiben Sie bei heftigen Marktschwankungen cool. Aktien sind Anteile an realen, wirtschaftenden Unternehmen, die Produkte verkaufen, (hoffentlich) innovativ sind und oft auch Dividende zahlen. Diese Fakten werden von einer Börsenlaune nicht beeinträchtigt. Wenn das Unternehmen solide ist, wird sich der Kurs wieder erholen.

Umgekehrt gilt: Wenn Sie Aktien eines bestimmten Unternehmens kaufen wollen, dann setzen Sie in Ihrer Kauforder ein Limit, sodass Sie zu einem guten Preis einsteigen. Warten Sie aber nicht auf den perfekten Einstiegszeitpunkt. Wann Sie Aktien kaufen, hat langfristig gesehen weniger Bedeutung als viele meinen.

Aktiensparen nach festem Plan

Ein eleganter Weg, der Frage des richtigen Einstiegszeitpunkts aus dem Weg zu gehen, ist das Aktiensparen. Kaufen Sie jeden Monat für einen festen Betrag Aktien oder Fondsanteile. Über die Jahre gesehen haben Sie dann ein Portfolio mit sehr ausgeglichenen Einstiegswerten und müssen nicht immer wieder neu entscheiden, wann Sie Aktien kaufen.

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