Versicherungsrecht: Das ändert sich ab 1. Januar 2017
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Versicherungsrecht: Das ändert sich ab 1. Januar 2017

Mit dem Jahreswechsel gibt es zahlreiche Änderungen in den Beitragssätzen und Bemessungsgrenzen der Sozialversicherungsträger. Das wiederum hat Auswirkungen auf die private Altersvorsorge. Lesen Sie hier, was sich 2017 rund um Versicherungen ändert.

Veränderter Garantiezins in der Lebensversicherung

Der gesetzlich vorgeschriebene Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt von 1,25 auf 0,9 Prozent – der Garantiezins ist die maximale Verzinsung, die Versicherer in Verträgen über Lebensversicherungen den Versicherten fest zusagen dürfen. Der aktuelle Garantiezins gilt nur für neu abgeschlossene Verträge, vor 2017 abgeschlossene Lebensversicherungen sind davon nicht berührt. Das Bundesfinanzministerium, das den Garantiezins festlegt, reagierte mit der Absenkung auf die anhaltend niedrigen Geldmarktzinsen.

Steuerregelungen bei Einmalauszahlungen von Lebensversicherungen

Eine wichtige Neuerung aus dem Steuerrecht betrifft Versicherte, die sich eine Kapitallebensversicherung oder Rentenversicherung in einer Einmalzahlung auszahlen lassen: Sie müssen die Differenz zwischen den eingezahlten Beiträgen und der Versicherungsleistung hälftig zu ihrem Einkommensteuertarif versteuern. Das gilt allerdings nur für Verträge, die nach 2004 abgeschlossen wurden, eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren aufweisen und bei denen die Versicherten das 60. Lebensjahr vollendet haben.

Änderungen in der Pflegeversicherung

In der Pflegeversicherung steht eine große Veränderung bevor. Ab dem kommenden Jahr greift die Neuordnung der Pflegestufen: Statt bisher drei Pflegestufen werden Pflegebedürftige in fünf Pflegegrade eingeteilt. Die Pflegegrade spiegeln die Pflegebedürftigkeit wider: Pflegegrad 1 entspricht einer geringen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, der Pflegegrad 5 einer sehr schweren Beeinträchtigung. Eine Unterscheidung zwischen körperlichen Einschränkungen und psychischen und kognitiven Einschränkungen wie bei Demenzkranken gibt es nicht mehr.

Um die Pflegebedürftigkeit entsprechend den neuen Pflegegraden zu ermitteln, untersucht der medizinische Dienst der Krankenkassen diese Bereiche:

  • Mobilität
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Besonderheiten
  • Selbstversorgung
  • Umgang mit Therapie- und Krankheitsanforderungen
  • Alltagsleben und soziale Kontakte

Wer bereits untersucht wurde, muss nicht noch einmal begutachtet werden. Alle Menschen mit einer bisherigen Pflegestufe werden automatisch einem Pflegegrad zugeordnet.

Höhere Beiträge zur Pflegeversicherung

Für die Versicherten steigen zum 1. Januar 2017 die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte.

  • Für Versicherte mit Kindern betragen sie dann 2,55 Prozent.
  • Für kinderlose Versicherte sind es 2,8 Prozent.

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungssysteme werden angehoben. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt der Wert im Westen von 6.200 Euro auf 6.350 Euro, im Osten von 5.400 Euro auf 5.700 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt einheitlich auf 4.350 Euro. Die Grenze, bis zu der Arbeitnehmer Pflichtmitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sind, steigt auf ein Jahresentgelt von 57.600 Euro.

Die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen hat auch Auswirkung auf die private Altersvorsorge: Mit den Rechengrößen in der Sozialversicherung steigen die Förderhöchstbeträge für die betriebliche Altersvorsorge und die Rürup-Rente.

So wächst der Betrag, den Arbeitgeber für den Arbeitnehmer steuer- und abgabenfrei für die Altersvorsorge anlegen können, von 2.976 Euro auf 3.048 Euro. Der steuerliche Höchstbetrag für die Basisrente, besser bekannt als Rürup-Rente, steigt von 22.767 Euro auf 23.362 Euro. Die Versicherten, die in eine Rürup-Rente einzahlen, können 2017 dann 84 Prozent der Höchstbeträge als Sonderzahlungen absetzen.

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