Steuern: Das ändert sich zum Jahreswechsel im Steuerrecht
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Steuern: Das ändert sich zum Jahreswechsel im Steuerrecht

Die große Steuerreform bleibt 2017 aus – dafür gibt es kleine Entlastungen, die zusammen mit den Änderungen im Jahr 2018 ein Volumen von 6,3 Milliarden Euro erreichen werden. Erleichterungen gibt es für die Steuerzahler auch durch verlängerte Fristen für die Steuererklärung und den vereinfachten Nachweis von Spenden. Lesen Sie hier, was sich auf dem Gebiet der Steuern im neuen Jahr ändert.

Minimale Steuerentlastungen

Der Bundestag hat eine Erhöhung des steuerlichen Existenzminimums und eine kleine Rückzahlung der inflationsbedingten Steuererhöhung beschlossen. Der Bundesrat wird noch im Dezember zustimmen, sodass das Steuerentlastungsgesetz zum 1. Januar 2017 in Kraft treten kann.

Das sind die Eckpunkte der Steuerentlastung:

  • Der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer steigt von 8.652 auf 8.820 Euro im Jahr.
  • Das Kindergeld steigt um zwei Euro von heute 190 auf 192 Euro im Monat. Das gilt für das erste und zweite Kind. Das Kindergeld für das dritte Kind steigt auf 198 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind auf 223 Euro.
  • Der Kinderfreibetrag steigt von 4.608 auf 4.716 Euro im Jahr.
  • Der Kinderzuschlag für Geringverdiener steigt um zehn Euro auf 170 Euro pro Monat und Kind.
  • Der Einkommensteuertarif verschiebt sich, die Steuerzahler werden über den gesamten Tarifverlauf leicht entlastet. Die Verschiebung gleicht die geschätzte Inflationsrate in 2016 aus (0,73 Prozent).

Längere Fristen für die Steuererklärung

Steuerzahler können sich mit ihrer Einkommensteuererklärung bald mehr Zeit lassen. Die neue Frist für die Abgabe ist der 31. Juli des Folgejahres. Wenn ein Steuerberater bei der Einkommensteuererklärung mithilft, reicht die Frist sogar bis zum 28. Februar (in Schaltjahren 29. Februar) des übernächsten Jahres. Ein Beispiel: Die Steuererklärung 2017 müssen Sie bis zum 31. Juli 2018 abgeben. Ist ein Steuerberater für Sie tätig, läuft die Frist bis zum 28. Februar 2019.

Doch aufgepasst: Für die Steuererklärung 2016 gilt noch der Abgabetermin 31. Mai 2017!

Spenden einfacher absetzen

In Zukunft wird es einfacher, Spenden in der Einkommensteuererklärung geltend zu machen. Für Spenden bis zu einer Höhe von 200 Euro reicht der einfache Nachweis, zum Beispiel ein Überweisungs- oder Buchungsbeleg. Nur auf Anforderung muss ein Spendennachweis eingereicht werden. Bewahren Sie die Nachweise dennoch sorgsam auf, das Finanzamt kann sie nachträglich anfordern. Die Frist für die Aufbewahrung reicht bis zum Jahresende des Jahres, in dem der Steuerbescheid ergangen ist.

Umsatzsteuer: Grenze für Kleinbetragsrechnungen steigt

Eine wichtige Änderung für Unternehmer: Die Grenze für Kleinbetragsrechnungen soll im Rahmen des Bürokratie-Entlastungsgesetzes von 150 auf 200 Euro angehoben werden. Allerdings ist das Gesetzgebungsverfahren noch in Gang. Sobald das Gesetz beschlossen ist (voraussichtlich im Februar 2017), wird es rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. Die Vorgaben, welche Angaben eine Rechnung über Kleinbeträge enthalten muss, sind weniger streng als bei größeren Rechnungen.

Extrafeiertag in 2017

Für die Berechnung Ihrer Arbeitstage gut zu wissen: In 2017 ist der 31. Oktober ausnahmsweise ein allgemeiner Feiertag. Anlass ist der Beginn der Reformation, der sich zum 500. Mal jährt.

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