Steuererklärung: So bekommen Sie Ihr Geld zurück •

Geldwerter Vorteil: Einmalzahlungen richtig versteuern

Sie erhalten einen Bonus oder Weihnachtsgeld? Freuen Sie sich nicht zu früh. Der Staat versteuert auch geldwerte Vorteile wie Einmalzahlungen. Ein geldwerter Vorteil liegt vor, wenn Sie zusätzlich zu Ihrem Gehalt eine Vergütung bekommen, beispielsweise einen Firmenwagen oder ein 13. Monatsgehalt. Doch worauf müssen Sie hier achten?

Welche geldwerten Vorteile sind steuerfrei?

Das Einkommenssteuergesetz beinhaltet eine sehr lange Liste, die aufführt, was alles ein geldwerter Vorteil ist. In den folgenden Situationen müssen Sie einen geldwerten Vorteil nicht versteuern.

 

Bonusmeilen 

Sie fliegen beruflich sehr viel und sammeln dabei Bonusmeilen? Dann dürfen Sie diese anschließend privat nutzen und müssen darauf keine Steuern entrichten. Der Wert der Bonusmeilen darf aber 1.080 Euro im Jahr nicht übersteigen. Übrigens: Ihr Arbeitgeber darf verlangen, dass Sie die Bonusmeilen ausschließlich für Dienstflüge nutzen.

IT-Geräte

Ihr Arbeitgeber schenkt Ihnen einen Laptop, ein Smartphone oder ein ähnliches Gerät? Versteuert der Arbeitgeber das Geschenk pauschal, dürfen Sie dieses steuerfrei behalten. Bei einer Leihgabe müssen weder Sie noch Ihr Arbeitgeber Steuern zahlen.

Essensmarken Essensmarken lösen Sie im Supermarkt, beim Bäcker oder beim Metzger ein. Das Finanzamt hat hier Sachbezugswerte festgelegt. Im Jahr 2019 dürfen Sie Essensmarken für 3,30 Euro pro Mahlzeit beziehen. Essensmarken dürfen nur 3,10 Euro teurer sein als der Sachbezugswert. Deshalb steht auf den Essensmarken oft die Bezeichnung „3,30 Euro + 3,10 Euro“. Stellt Ihr Arbeitgeber kostenlos Obst, Kaffee und Wasser bereit, dürfen Sie steuerfrei zugreifen.
Fortbildung

Fortbildungskosten sind steuerfrei. Dafür ist aber erforderlich, dass die Fortbildung im Zusammenhang mit Ihrem Beruf steht.

Führerschein

Erwerben Sie aus beruflichen Gründen einen Führerschein, ist dieser geldwerte Vorteil steuerfrei. Dies gilt auch für Feuerwehrleute und Polizeianwärter.

Geschenke

Geschenke sind pro Anlass und Geschenk steuerfrei. Ihr Wert darf aber nicht 60 Euro übersteigen.

Gesundheitsmittel 

Bezuschusst der Arbeitgeber sportliche Aktivitäten, Physiotherapie oder Massagen, sind diese Leistungen steuerfrei. Der Wert darf aber nicht den Betrag von 500 Euro übersteigen. Außerdem ist erforderlich, dass die Maßnahme im Zusammenhang mit dem Beruf steht. Ein typisches Beispiel ist die Rückengymnastik für Vielfahrer.

Kinderbetreuung

Zahlt der Arbeitgeber die Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter, Kita oder einen Kindergarten, ist dieser geldwerte Vorteil steuerfrei. Ist eines Ihrer Kinder krank, dürfen Sie dieses pflegen. Der Arbeitgeber darf Sie hier mit bis zu 600 Euro steuerfrei unterstützen.

Parkplatz 

Nutzen Sie während der Arbeitszeit kostenlose Parkplätze, sind diese nicht zu versteuern. Etwas anderes gilt nur, wenn Sie den Parkplatz auch privat nutzen.

Personalrabatt

Ihr Arbeitgeber bietet Ihnen vergünstigte Produkte oder Dienstleistungen an? Nutzen Sie diese Preisvorteile, müssen Sie keine Steuern zahlen. Der geldwerte Vorteil ist nur zu versteuern, wenn er einen jährlichen Betrag von 1.080 Euro überschreitet.

Tank- und Warengutscheine

Sachbezüge wie Tank- und Warengutscheine sind bis zu einem Betrag von 44 Euro steuerfrei.

Jobticket 

Ihr Arbeitgeber überlässt Ihnen ein Jobticket, also eine Monats- oder Jahresfahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel? Ein solches Jobticket unterliegt nicht der Steuer.

Umzug

Sie ziehen beruflich bedingt um? Dann darf Ihr Arbeitgeber die gesamten Kosten übernehmen – Steuern fallen hier nicht an.

Aktien

Beteiligt Sie der Arbeitgeber über Aktien am Vermögen des Unternehmens, ist das ein steuerfreier geldwerter Vorteil. Die Vermögensbeteiligung darf allerdings nicht den Betrag von 360 Euro pro Jahr übersteigen.

Werkzeuge 

Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen einen Pauschbetrag für Werkzeuge, die Sie beruflich benötigen? Diese Entschädigung ist steuerfrei.

Unternehmensdarlehen

Ihr Arbeitgeber gewährt Ihnen einen günstigen Kredit? Liegt der Geldbetrag unterhalb von 2.600 Euro, müssen Sie diesen nicht versteuern.

BonusSie erhalten einen Bonus? Hier ist es etwas komplizierter. Die meisten Bonuszahlungen fallen recht hoch aus. Deshalb sind diese parallel zum Gehalt zu versteuern. Handelt es sich um eine hohe Bonuszahlung, die sich auf einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten bezieht, dürfen Sie die Fünftelregelung anwenden. Hierbei setzt das Finanzamt nur 20 Prozent des Bonus für die Steuer an. Die Steuerlast multipliziert sich dann aber mit dem Faktor fünf. Dies ist dahingehend vorteilhaft, weil Sie nicht in einen höheren Lohnsteuertarif rutschen.

 

Matthias Wurm
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