Steuererklärung: Diese Freigrenzen gelten
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Steuererklärung: Diese Freigrenzen gelten

Der Begriff "Freigrenze" stammt aus dem Steuerrecht. Der Staat setzt für bestimmte Vorgänge eine Freigrenze fest. Liegt der Betrag unter der Freigrenze, ist dieser nicht zu versteuern. Überschreitet der Betrag die Freigrenze nur geringfügig, beispielsweise um einen Cent, ist aber der gesamte Betrag zu versteuern.

Wann muss man zahlen?


Beispiel: Der Freibetrag liegt bei 44 Euro. Erhalten Sie Waren im Wert von 43 Euro, müssen Sie diese nicht versteuern. Liegt der Warenwert bei 45 Euro, müssen Sie den Betrag komplett versteuern.


Das Beispiel verdeutlicht den Unterschied zu einem Freibetrag. Hier müssen Sie nur den überschüssigen Teil des Betrags versteuern.


Beispiel: Sie haben einen Grundfreibetrag von 9.168 Euro, verdienen aber 9.170 Euro im Jahr. Dann müssen Sie nicht den gesamten Betrag versteuern, sondern nur die zwei Euro, die darüber liegen.


Die meisten Freigrenzen beziehen sich auf die „kleinen Geschäfte“ des Alltags. Deshalb sind Freigrenzen zumeist sehr niedrig.

Was für Freigrenzen gibt es bei einer Steuererklärung?

Bei einer Steuererklärung können Sie verschiedene Freigrenzen geltend machen.

1. Spekulationsgeschäfte: Gewinne bis zu einem Betrag von 600 Euro pro Jahr steuerfrei. Überschreiten Sie die Gewinngrenze von 600 Euro, ist der gesamte Gewinn zu versteuern.

2. Erbschaft und Schenkung: Erhalten Sie ein Geschenk oder ein Erbe, das weniger als 50 Euro wert ist, müssen Sie den Geldbetrag nicht versteuern.

3. Grundstückserwerb: Kaufen Sie ein Grundstück, das weniger als 2.500 Euro kostet, müssen Sie keine Grunderwerbssteuer entrichten.

4. Privater Verkauf: Verkaufen Sie privat Gegenstände, beispielsweise auf einem Flohmarkt oder bei eBay, ist der Erlös bis zu einer Grenze von 600 Euro nicht steuerpflichtig.

5. Sachbezüge: Erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber Sachbezüge, beispielsweise einen Benzingutschein, müssen Sie bis zu einem Betrag von 44 Euro keine Steuern zahlen.

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Autor/-in
Matthias Wurm

Neben dem Studium der Rechtswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg schloss Matthias Wurm LL.M ein weiteres Studium in Corporate Governance and Financial Law an der Glashow University in Schottland ab. Seit 2018 promoviert er zum Dr. iur. an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In den Themengebieten Recht und als SEO-Spezialist ist er als Fachredakteur tätig. Er ist Mitglied der Rechtsanwaltskammer in Köln.

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