Return to Sender: Das Rückgaberecht im Online-Shopping
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Return to Sender: Das Rückgaberecht im Online-Shopping

Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir eine Hose zurückschicken, wenn sie nicht zum Blazer passt. Oder eine Vase umtauschen, wenn sie dem Geburtstagskind nicht gefällt. Doch ein gesetzliches Rückgaberecht gibt es nicht. Wir erklären die Unterschiede: Was ist das Rückgaberecht, was die gesetzliche Gewährleistung? Wann gilt das Widerrufsrecht und wann die Geld-Zurück-Garantie?

Viele Verbraucher meinen, es gebe ein gesetzliches Rückgaberecht. Doch das ist ein Irrtum. Wenn eine Jacke unkompliziert an den Onlineshop zurückgeschickt werden kann oder sich ein Rohrstück im Baumarkt umtauschen lässt, weil es nicht passt, liegt dem zumeist ein freiwilliges Rückgaberecht zugrunde.

Im Online-Handel und E-Commerce gelten dafür die Bestimmungen des gesetzlichen Widerrufsrechts. Und natürlich steht dem Verbraucher auf jeden Fall die gesetzliche Gewährleistung bei Mängeln zu.

Das Freiwillige- oder Kulanz-Rückgaberecht

Wenn ein Verkäufer dem Käufer freiwillig ein Rückgaberecht einräumt, muss er sich auch daran halten. Dieses Rückgaberecht kann mündlich zugesagt werden oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Auch Versprechen aus der Werbung sind einzuhalten. Wie das Rückgaberecht genannt wird, ist unerheblich. Manche sagen ein Umtauschrecht zu, manche eine Geld-Zurück-Garantie und andere eine Rückgabegarantie.

Da diese Zusage einseitig vom Verkäufer gemacht wird, bestimmt er auch die Regeln. So erlauben manche Geschäfte nur den Umtausch und die Rücknahme der Ware gegen Gutschein, andere erstatten den Kaufpreis in bar. Das Rückgaberecht kann eingeschränkt werden, so gilt es oftmals nicht für reduzierte Ware.

Das Widerrufsrecht im Online-Handel

Außerhalb von Ladengeschäften gelten andere Regeln. Das Widerrufsrecht spielt eine große Rolle im Online-Handel, im Versandhandel, bei Verkäufen am Telefon und ganz generell bei Verkäufen außerhalb von Verkaufsräumen. Hier gilt seit Juni 2014 ein generelles Widerrufsrecht für Verbraucher: Sie können innerhalb von 14 Tagen vom Kauf zurücktreten.

Früher fielen ähnliche Regeln unter das Haustürwiderrufsgesetz. Die Neuordnung berücksichtigt jetzt insbesondere den zunehmenden E-Commerce. Dazu zählt nicht nur der Verkauf von Waren. So werden etwa Versicherungen und Finanzprodukte zunehmend online verkauft, auch für diese Abschlüsse gilt das Widerrufsrecht.

Die Frist für den Widerruf beginnt bei Warengeschäften mit dem Erhalt der Ware. Der Konsument muss ausdrücklich vom Geschäft zurücktreten, indem er seinen Widerruf erklärt. Es reicht nicht, nur die Ware zurückzusenden.

Lassen Sie sich nicht verwirren: Online-Händler können ein freiwilliges Rückgaberecht zusagen. Dabei nennen sie dann den Zeitraum und die Form der Rückgabe, wie etwa die kostenlose Rücksendung. Ihr Widerrufsrecht ist davon nicht betroffen.

Gewährleistung bei Mängeln

Wenn eine Ware beschädigt ist oder ihre Funktion nicht erfüllt, ist die Ware mangelhaft. Dann greift die gesetzliche Gewährleistung.

Auch der Gewährleistungsanspruch begründet zunächst kein Rückgaberecht. Der Kunde hat vielmehr das Recht auf Nacherfüllung. Dabei kann er zwischen zwei Möglichkeiten wählen:

  • Die Nachbesserung: Der Mangel wird beseitigt. Dazu zählen beispielsweise die Reparatur eines DVD-Spielers oder die Beseitigung von Flecken auf einem Möbel.
  •  Die Nacherfüllung: Der Kunde erhält Ersatz. Dazu zählt der Umtausch einer Jacke mit Riss gegen eine unbeschädigte Jacke.

Der Verkäufer muss die Kosten der Nacherfüllung tragen, etwa für den Transport der Ware. Erst wenn eine Nachbesserung nicht stattfindet oder fehlschlägt, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten oder eine Minderung des Kaufpreises verlangen. Falls weiterer Schaden entstanden ist, steht dem Käufer auch Schadensersatz zu.

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