Rechtliches rund um den Weihnachtsbaum
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Rechtliches rund um den Weihnachtsbaum

Ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtsbaum ist für die meisten nur schwer vorstellbar. Doch darf man einen Weihnachtsbaum eigentlich selbst fällen? Wie sieht es mit dem Transport auf dem Autodach aus? Und wie wird dieser eigentlich ordnungsgemäß entsorgt? Hier erfahren Sie alles zur Rechtslage rund um den Weihnachtsbaum.

Darf ich meinen Weihnachtsbaum selbst im Wald schlagen?

Für viele Leute ist es ein reizvoller Gedanke, einen selbstgefällten Weihnachtsbaum bei sich im Wohnzimmer aufzustellen. Sie sollten sich allerdings keinesfalls dazu aufmachen, einen Weihnachtsbaum ohne Genehmigung im Wald zu fällen.

So gilt unterlaubtes Baumfällen als Diebstahl und wird je nach Bundesland mit Bußgeldstrafen zwischen 40 und 50.000 Euro teilweise streng geahndet.

Wollen Sie also einen Weihnachtsbaum selber schlagen, müssen Sie sich im Vornherein beim zuständigen Forstamt melden. Dieses wird Sie darüber informieren, welche Bäume zur Schlagung freigegeben sind und auf welche Kosten sich dies belaufen wird. Nötig ist dazu außerdem ein schriftlicher Antrag, welchen Sie ebenfalls bei der zuständigen Stelle bekommen.

Den Weihnachtsbaum ordnungsgemäß mit dem Auto transportieren

Haben Sie einen Weihnachtsbaum gekauft oder selbst geschlagen, bleibt oft keine andere Möglichkeit als diesen mit dem Auto nach Hause zu transportieren. Gemäß §22 Abs. 4 Satz 1 StVO dürfen Ladungen bis zu einer Strecke von 100 km bis zu 3m über den Kofferraum hinausragen.

Ab einer Entfernung von mehr als 100 km halbiert sich diese Toleranzgrenze um 1,50m. Sobald eine Ladung mehr als 1m über die Rückstrahler des Fahrzeugs hinausragt, muss diese dringlichst mit einer hellroten Fahne von mindestens 30x30 cm markiert werden. Alternativ kann dazu auch ein hellrotes Schild oder ein gleichfarbiger zylindrischer Körper mit einem Durchmesser von mindestens 35cm genutzt werden. 

Transportieren Sie den Weihnachtsbaum auf dem Dach ist es wichtig, dass er gut zusammengeschnürt wird, sodass keine Äste und Zweige seitlich nach außen ragen. Zudem darf das Fahrzeug gemäß §22 Abs. 2 Satz 1 StVO gemeinsam mit dem Baum nicht höher als 4m und nicht breiter als 2,55m sein. Zudem darf die Ladung nicht mehr als 50cm nach vorn ragen. Aber Vorsicht: dies gilt nur, wenn die Höhe der Ladung über 2,50m beträgt. Unterhalb dieser Grenze sollte diese gar nicht hinausragen.

Wichtig: Auch bei einem Transport auf dem Autodach muss die Ladung bei einem Herausragen über 1m mit einer roten Fahne, einem Schild oder einem Zylinder gekennzeichnet werden. Bei einem Verstoß droht in beiden Fällen ein Bußgeld zwischen 25 und 75 Euro.

Wie wird der Weihnachtsbaum entsorgt?

Abholservices und Sammelstellen

Die meisten städtischen Kommunen bieten in der Nachweihnachtszeit einen kostenlosen Abholservice an. In welchem Zeitraum der Baum jeweils abgeholt werden kann, können Sie dem Abfallkalender Ihrer Gemeinde entnehmen oder bei der zuständigen Stadtverwaltung anfragen.

Der Weihnachtsbaum wird dann vor der Haustür platziert und von der zuständigen Müllabfuhr abgeholt. Alternativ können Sie den Baum zu diversen Sammelstellen wie Wertstoffhöfen (ebenfalls kostenlos) bringen. Achten Sie dabei unbedingt auf die Richtlinien Ihrer Gemeinde - oftmals wird vorgegeben, den Baum vorher auf eine bestimmte Höhe zu kürzen.

Wichtig: Der Baum sollte der Umwelt zur Liebe in jedem Fall frei von jeglicher Dekoration sein. Baumschmuck wie beispielsweise Lametta ist biologisch nicht abbaubar und führt dazu, dass der Baum nicht ordnungsgemäß entsorgt und auch weiterverwertet werden kann.

Kleine Weihnachtsbäume können selbst entsorgt werden

Manche Haustierbesitzer stellen kleine Tischweihnachtsbäume auf, damit die Tiere sie nicht umwerfen können. In diesem Fall ist es möglich, den Baum selbst zu zerkleinern und in die Biotonne zu geben. Die Baumreste werden dann meist zu Kompostierungsanlagen gebracht, wo sie zu Dünger und anderen Ressourcen weiterverarbeitet werden. 

Weihnachtsbaum spenden

Nicht unbedingt müssen Sie den Weihnachtsbaum entsorgen. So können Sie beispielsweise Tieren ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk machen, indem Sie den Weihnachtsbaum an einen Zoo spenden. Dort wird er für manche Tiere entweder zu Futter verarbeitet oder er eignet sich als Klettermöglichkeit im Gehege. 

Tipp: Sie können Ihren Weihnachtsbaum auch upcyclen - Tannennadeln eignen sich wunderbar als Badezusatz oder für die Zubereitung von Peelings oder Tees, das Holz wiederum kann ein wertvolles Brennmaterial sein.  

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