O2: Rabatt-Stopp bei Kündigung
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O2: Rabatt-Stopp bei Kündigung

Wer kündigt, zahlt drauf. Mit neuen Vertragsklauseln sorgt die Telefónica-Tochter „O2“ in Deutschland für höhere Gewinne, verärgert aber zugleich ihre Bestandskunden. Rechtlich dürfte der Coup jedoch kaum angreifbar sein.

Die Kündigung eines eben geschlossenen Mobilfunkvertrages ist bei vielen Kunden gängige Praxis. Gekündigt wird „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, der dann meist noch knapp 24 Monate entfernt ist. Der Vorteil für den Kunden: Der Vertrag gerät nicht in Vergessenheit und in den zwei Jahren kann man sich das nächste Spar-Angebot schnappen.

Wieso lohnt die Kündigung bisher?

Der Grund, warum sich die Kündigung überhaupt lohnt, nicht nur bei O2, liegt in der Vertragsgestaltung der Anbieter begründet. Meist werden als Lockmittel für die ersten 12 oder 24 Monate nämlich deutlich günstigere Grundgebühren angeboten. Das Paket kostet dann zum Beispiel 24 Monate lang 9,99 Euro, bevor der Preis auf 19,99 Euro springt.

Was hat O2 nun verändert?

O2 ist nun dazu übergegangen, diesen „Treuerabatt“ mit Eingang der Kündigung zu streichen. Es müssen also, um beim obigen Beispiel zu bleiben, bei Kündigungseingang sofort monatlich 19,99 Euro entrichtet werden. Selbst wer seine Kündigung nicht kurz nach Vertragsabschluss einschickt, sondern im Rahmen der Frist drei Monate vor Vertragsablauf, muss also tiefer in die Tasche greifen.

Ist das rechtens?

Die Frage nach der rechtlichen Zulässigkeit liegt bei diesem Gebaren auf der Hand. Rechtsexperten und Verbraucherschützer gehen derzeit jedoch davon aus, dass die Kunden kaum erfolgreich dagegen vorgehen können. So erklärt Anwalt Christian Solmecke auf stern.de: „Wenn der Kunde bei Vertragsverlängerung rechtlich einwandfrei darauf hingewiesen wurde, so ist diese Regelung rechtlich gültig." Ähnlich klingt das bei Dr. Oliver Griess vom Verbraucherschutz NRW auf „Giga Tech“. Zwar bleibe ein Vertrag auch bei Kündigung zum Ende der Laufzeit unverändert gültig, ein Entfall der Rabatte könne jedoch rechtens sein, „wenn dies mit dem Kunden von Anfang an transparent so vereinbart wurde.“

O2 hat die Streichung der Rabatte bestätigt. Zugleich bekräftigt das Unternehmen, dass alle Kunden deutlich darauf hingewiesen würden – und zwar schriftlich und gegebenenfalls auch am Telefon. Die Justiziare scheinen hier gute Arbeit geleistet zu haben. Ob das am Ende fürs Unternehmen lohnt, bleibt jedoch abzuwarten.   

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