Mediation statt Gerichtsverfahren: die Vorteile
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Mediation statt Gerichtsverfahren: die Vorteile

Die Mediation dient dazu, teure und oft auch zeitaufwändige Gerichtsverfahren zu vermeiden. Korrekt durchgeführt, kann eine Mediation für beide Streitparteien Vorteile haben. Das ist allerdings nicht immer der Fall.

Wichtigste Voraussetzung einer erfolgreichen Mediation ist die Unabhängigkeit und Neutralität des Mediators, der selbst keine Entscheidungsbefugnis besitzt. So ist es auch im 2012 in Kraft getretenen Mediationsgesetz vorgeschrieben. 

Gesetzliche Definition der Mediation

„Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.“

Mittels Mediation soll also erreicht werden, was zuvor nicht gelungen ist: die Streitenden doch noch zu einer Einigung ohne Gerichtsverfahren zu bewegen. Als Vermittler tritt dabei der Mediator auf, wobei es seit September 2017 den Berufsstand des „zertifizierten Mediators“ gibt.

Vor- und Nachteile einer Mediation

Die Vorteile einer Mediation überwiegen deutlich, wenn das Verfahren der außergerichtlichen Einigung fair und auf Augenhöhe erfolgt. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Und so lässt sich der größte Nachteil der Mediation in ihrem möglichen Missbrauch sehen. Stellt zum Beispiel der im Streit befindliche Versicherer großzügig den Mediator, klingt das nach einem Foul, bei dem der Pfiff ohne Richter ausbleibt. Das gilt umso mehr, wenn der unerfahrene Privatmann auf der Gegenseite ohne fachkundigen Rechtsbeistand in die Mediation geht.

Macht der Mediator seinen Job, agiert also im Sinner beider Parteien, und sind diese Parteien an einer Lösung interessiert, kann die Mediation die Streitkultur sogar befördern. Folgende weiteren Vorteile im Vergleich zum Gerichtsverfahren sind möglich und wahrscheinlich:

  • Zeit- und Kostenersparnis für beide Parteien
  • Verfolgung kreativer Denk- und Lösungsansätze
  • Zepter des Handelns bleibt in eigenen Händen, keine fremde Entscheidungsinstanz
  • Höhere Vertraulichkeit, kein öffentliches Verfahren
  • Vermeidung von starken negativen Emotionen durch den gerichtlichen Disput
  • Höhere Chance auf eine nachhaltige Verständigung (gerade bei Familienstreitigkeiten)

Mit dem Mediationsgesetz wurde europäisches Recht umgesetzt. Das Gesetz bringt die Möglichkeiten der außergerichtlichen Einigung stärker ins Bewusstsein und soll zugleich zu einer Entlastung der Gerichte beitragen.

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