Im Privatbereich spielt das Eigenkapital insbesondere bei der Finanzierung von Immobilienkauf- oder -Bauvorhaben eine entscheidende Rolle: Es werden damit nämlich die Eigenmittel bezeichnet, die Sie als Bauherr in die Finanzierung Ihres Projektes einbringen, um den Fremdkapitalanteil zu reduzieren. Je weniger Sie unter dem Strich fremd finanzieren müssen, desto günstiger fallen die Konditionen für diesen Kredit aus. In welcher Form Sie das Eigenkapital stellen, ist eine ganz andere Frage - es stehen Ihnen hierfür verschiedene Wege offen. Entscheidend ist, dass die Verwendung als Eigenkapital wirtschaftlich sinnvoll, also die Einsparung bei den Zinsen für das Fremdkapital lukrativ genug ist.
Eigenkapital

Was ist eigentlich Eigenkapital?

Im Privatbereich spielt das Eigenkapital insbesondere bei der Finanzierung von Immobilienkauf- oder -Bauvorhaben eine entscheidende Rolle: Es werden damit nämlich die Eigenmittel bezeichnet, die Sie als Bauherr in die Finanzierung Ihres Projektes einbringen, um den Fremdkapitalanteil zu reduzieren. Je weniger Sie unter dem Strich fremd finanzieren müssen, desto günstiger fallen die Konditionen für diesen Kredit aus. In welcher Form Sie das Eigenkapital stellen, ist eine ganz andere Frage - es stehen Ihnen hierfür verschiedene Wege offen. Entscheidend ist, dass die Verwendung als Eigenkapital wirtschaftlich sinnvoll, also die Einsparung bei den Zinsen für das Fremdkapital lukrativ genug ist.

Liquides Eigenkapital

Der Klassiker in puncto Eigenkapital ist natürlich das Barvermögen, das beispielsweise als Guthaben auf Giro- oder Tagesgeldkonten deponiert ist oder aus dem Verkauf von anderen Wertpapieren resultiert. Allerdings ist der Wertpapierverkauf immer gut zu überdenken: . Generieren Sie beispielsweise relativ sicher hohe Zinsen mit Ihren Wertpapieren und können günstige Darlehenszinsen für Ihren Hauskauf oder -bau vereinbaren, wäre der Wertpapierverkauf eine schlechte Idee.. Bezahlen Sie jedoch für Ihr Immobilienprojekt hohe Zinsen und nehmen nur geringe oder unsichere Erträge aus Ihrem Wertpapierbestand ein, lohnt sich der Verkauf in jedem Fall.Letztendlich entscheidet aber auch die Art des Immobilienprojektes: Während eine selbstgenutzte Immobilie so schnell wie möglich schuldenfrei sein sollte, stellt sich die Situation bei einer vermieteten ganz anders dar - es ist also immer der Einzelfall zu betrachten.

Lebens- oder Rentenversicherung

Auch diese Verträge, so sie bereits ein ansehnliches Guthaben aufweisen, lassen sich als Eigenkapital in eine Immobilienfinanzierung einbinden - wobei der Verkauf die schlechteste aller Lösungen ist. Der vorhandene Rückkaufswert lässt sich nämlich auch abtreten, was die Sicherheiten erhöht und Ihren Kreditrahmen erweitert.

Bausparvertrag

Ebenso können in Bezug auf ein Bausparguthaben vorgehen. Ist der Bausparvertrag noch nicht fällig, lassen Sie am besten prüfen, ob er sich beispielsweise als Zwischenfinanzierung in ein Finanzierungskonzept integrieren lässt.

Eigenleistungen

Sollten Sie einen Teil der notwendigen Bau-, Renovierungs- oder Sanierungsleistungen selbst oder gemeinsam mit Verwandten und Freunden erbringen, wird dies von der Bank ebenfalls als Eigenkapital angerechnet. Zur Berechnung wird der Lohn eines Handwerkers angesetzt, wenn die involvieren Personen auch zur Ausübung der anfallenden Arbeiten fähig sind.

Privates Darlehen von Verwandten

Solange Sie die monatliche Kreditrate bequem aus Ihren laufenden Einnahmen bestreiten können, wird die Bank über die Herkunft Ihres Eigenkapitals keine Auskunft fordern. Sie könnten demnach ein privates Darlehen bei Verwandten aufnehmen, bei der Gestaltung eines entsprechenden Vertrages sind Sie frei.

Darlehen vom Arbeitgeber

Auch wenn es sich bei dieser Variante auch um ein Darlehen handelt, zählen die Mittel für die Bank als Eigenkapital. Achten Sie bitte darauf, dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber einen korrekten Vertrag vereinbaren, der neben der Darlehenshöhe auch detaillierte Angaben zum Zinssatz, zur Laufzeit und zur Tilgung enthält. Die Zinshöhe darf im Verhältnis zum durchschnittlichen Pfandbriefzins nicht zu niedrig ausfallen, sonst hätten Sie einen geldwerten Vorteil zu versteuern.

Weitere Eigenkapital-Varianten

Ihre Bank wird auch Vorauserbschaften oder Schenkungen, geförderte Darlehen und Zuschüsse oder realisierbare Forderungen, die Sie gegen Dritte haben, als Eigenkapital anerkennen.

Warum und in welcher Höhe Eigenkapital so wichtig ist

Sie haben also verschiedene Möglichkeiten, den Fremdkapitalanteil bei Ihrer Baufinanzierung zu reduzieren. Die Bank honoriert dies mit günstigeren Konditionen - und das aus guten Grund: Die monatliche Kreditbelastung wird durch den Eigenkapitalanteil geringer, was wiederum das Ausfallrisiko sinken lässt. Sie schaffen sich aber auch selbst die Sicherheit, Ihr Wohneigentum so schnell wie möglich zu bezahlen und somit alle Vorteile genießen zu können. Die Frage nach der optimalen Höhe des Eigenkapitalanteils lässt sich jedoch nicht in einem Satz beantworten:. Wollen Sie Wohneigentum schaffen, sollten Sie rund 20 Prozent der anfallenden Projektkosten zuzüglich den nicht zu unterschätzenden Nebenkosten selbst aufbringen können. Einerseits haben Sie es dann bei der Kreditvergabe leichter, andererseits dürfen Sie mit günstigen Konditionen rechnen.. Planen Sie jedoch, das Objekt als Kapitalanlage zu vermieten, können Sie unter Abwägung der Risikofaktoren weniger Eigenkapital einplanen: Die Darlehenszinsen werden nämlich steuerlich als Werbungskosten anerkannt und reduzieren Ihre Steuerlast.

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