Hier beziehen Frauen ein höheres Gehalt als Männer
(0)

Hier beziehen Frauen ein höheres Gehalt als Männer

Der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen liegt in der Europäischen Union noch immer bei rund 16 Prozent. Für Deutschland weist die EU-Kommission 22 Prozent aus, ein Armutszeugnis. Regional und auch berufsbezogen gibt es im Bundesgebiet jedoch erhebliche Unterschiede. Und manchmal haben die Frauen die Nase sogar vorn.  

Wie die „Berliner Morgenpost“ auf Basis der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (2016) berechnet hat, beziehen Frauen in fünf von 126 Berufen und in 15 von 401 Kreisen mehr Gehalt als ihre männlichen Kollegen. In den einzelnen Berufsfeldern sind es gerade männerspezifische Tätigkeiten, in denen Frauen mehr Geld einstreichen. Regional gesehen schneiden die neuen Bundesländer signifikant besser ab als die alten. 

Berufe, in denen Frauen mehr verdienen

Hochbau + 24 Prozent (648 Euro monatlich)

Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik + 21 Prozent (647 Euro monatlich)

Tiefbau + 19 Prozent (571 Euro monatlich)

Veranstaltungsservice und -management + 7 Prozent (188 Euro monatlich)

Gewerbe, Gesundheitsaufsicht, Desinfektion + 4 Prozent (124 Euro monatlich)

Die Frage nach den Ursachen versucht Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wie folgt zu beantworten: „Frauen, die sich für männerdominierte Berufe entscheiden, sind häufig besonders für diese speziellen Berufe motiviert und vielleicht auch besonders ehrgeizig – dies kann sich wiederum positiv auf ihr Gehalt auswirken."

Regionen, in denen Frauen mehr verdienen

Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind auf dem Gebiet der ehemaligen DDR generell geringer als im Westen. Alle 44 der 401 Kreise, in denen Frauen ähnlich oder sogar besser verdienen als Männer, finden sich in Ostdeutschland. Ganz vorn: Frankfurt/Oder und Cottbus mit einem Plus von durchschnittlich 17 Prozent für die Frauen.

In der „Morgenpost“ begründet DIW-Expertin Katharina Wrohlich diese Tatsache mit den historischen Gegebenheiten in der DDR. Die „klassische Rolle der Hausfrau und Mutter“ habe es hier nicht gegeben, was sich auch auf die Angleichung der Karrierechancen von Mann und Frau ausgewirkt habe. Schließlich verfügten die Länder im Osten bis heute über die besseren Möglichkeiten zur Kinderbetreuung.  

Wie finden Sie diesen Artikel?