Haftet der Betreiber bei Schäden durch die Waschanlage?
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Haftet der Betreiber bei Schäden durch die Waschanlage?

Tiefe Kratzer im Lack oder ein abgebrochener Spiegel – Schäden bei der Nutzung der Waschanlage sind nicht auszuschließen. Wer aber trägt dann den Schaden?

Mit der Nutzung der Waschanlage gehen Betreiber und Autofahrer streng genommen einen Werkvertrag ein. Dabei müssen beide Seiten dafür sorgen, dass keine Schäden entstehen. Der Betreiber hat dafür Sorge zu tragen, dass seine Anlage technisch einwandfrei funktioniert. Der Autofahrer wiederum darf zum Beispiel nicht zu schräg oder zu schnell in die Waschanlage einfahren.

Haften muss der Betreiber der Waschanlage für Schäden am Fahrzeug allerdings nur, wenn er ihn vorsätzlich oder fahrlässig verursacht hat. Die Beweispflicht, in vereinfachter Form, liegt beim geschädigten Kunden.

Schwieriger Nachweis trotz Beweiserleichterung

Stellt ein Autofahrer fest, dass sein Wagen in der Waschanlage beschädigt wurde und fordert nun Schadenersatz, muss er dafür den Nachweis erbringen. Dabei reicht es aus, wenn er belegen kann, dass der Schaden tatsächlich erst in der Waschstraße entstanden ist. Wie es hier zu dem Schaden gekommen sein könnte, muss der Autofahrer nicht ermitteln. 

Liegt der Nachweis zum Schadenszeitpunkt vor, ist der Betreiber der Waschstraße in der Pflicht. Er muss nun seinerseits glaubhaft machen, dass die Anlage den technischen Standards entspricht. 

Keine ständigen Kontrollen möglich

Zur ständigen Überwachung und Kontrolle kann der Betreiber der Waschstraße allerdings nicht verpflichtet werden, entschied 2013 das Oberlandesgericht Saarbrücken 2013 (Az. 4 U 26-12-8). Im konkreten Fall war das Auto der Klägerin durch eine herumfliegende Antenne beschädigt worden. Diese war offenbar vom vorausfahrenden Fahrzeug abgebrochen. Die Frau forderte nun Schadenersatz vom Betreiber der Waschanlage, bekam diesen jedoch nicht zugesprochen.

Verantwortung übernehmen

Blickt man auf die einschlägigen Urteile, werden Nutzer und Betreiber i n die Pflicht genommen. So ist der Betreiber, der seine Anlage ja gut kennen sollte, zum Beispiel dazu verpflichtet, den gefährdeten Heckscheibenwischer der einfahrenden Autos durch eine Tüte zu schützen (Az. 10 S 17/12).

Entsteht dagegen ein Schaden an einem getunten Fahrzeug mit aufgesetzten Spoilern, wird der Fahrzeugbesitzer wohl leer ausgehen. Er, der wiederum sein Auto ja gut kennen sollte, muss mit Schäden rechnen, da die Abweichungen zum Serienfahrzeug zu gravierend sind (Az. 3a C 63/15).

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