Gerichtsposse in Brandenburg: Apfelkönig-Anwärter klagt wegen Wahlbetrugs
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Gerichtsposse in Brandenburg: Apfelkönig-Anwärter klagt wegen Wahlbetrugs

Seit 2016 dürfen sich auch Männer um den Titel des Apfelkönigs von Guben bewerben, doch die Sache endete gleich im Streit. Ein unterlegener Bewerber sah sich um den begehrten Titel betrogen – und zog vor Gericht.

Der 42-jährige Kläger machte vor Gericht geltend, dass die Wahl zum Apfelkönig 2016 manipuliert gewesen sei. Allein die Tatsache, dass die gewählte Königin keinen Führerschein besitze, spreche gegen ihren Sieg. Schließlich, so der gelernte Maurer, werde dem gekürten Sieger zur Repräsentation auch ein Fahrzeug gestellt.

Richter lehnt Klage ab

Beim Amtsgericht Cottbus folgte man dieser Argumentation nicht. Ein Fall von Wahlbetrug sei nicht bewiesen und damit „bloße Vermutung“. Auch eine Regel, dass die Wahl einen Führerschein voraussetze, habe der Gubener Tourismusverband als Veranstalter nie aufgestellt.

Zankapfel weiter im Spiel

Der Kläger sieht sich offenbar weiterhin im Recht und kündigte Berufung an. Außerdem klagt er in einem weiteren Verfahren auf Entschädigung in Höhe von insgesamt 25.000 Euro. Damit will er den Schaden ersetzt bekommen, der ihm durch die geraubte Krone und auch durch die Nichtzulassung zur Wahl 2017 entstanden ist. Der Tourismusverband hatte zuvor eine Teilnahme des Klägers an der Wahl 2017 abgelehnt, nicht ohne dass der Mann auch dagegen klagte.

Gewonnen hat 2017 übrigens erneut eine Frau. Die 23. Apfelkönigin von Guben heißt Lydia Günther und ist 23 Jahre alt. Ihr männlicher Hauptkonkurrent stellte nach dem Sieg lieber gleich klar: "Ich bin ein fairer Verlierer und wünsche der jungen Heilsarmistin viel Freude beim Ausüben ihres Ehrenamtes."

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