Wo dürfen Sie radfahren und wo nicht?

Grundsätzlich gilt das Rechtsfahrgebot nicht nur für Auto-, sondern auch für Radfahrer. Geregelt wird dies unter § 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Radler dürfen beziehungsweise müssen sich auf sogenannten Radverkehrsanlagen fortbewegen. Damit sind sämtliche Anlagen gemeint, die für den fließenden Radverkehr gedacht sind.

Benutzungspflichtige Radwege sind mit einem runden Schild markiert, auf dem ein weißes Fahrradsymbol auf blauem Hintergrund zu sehen ist (Zeichen 237). Ein viereckiges, weißes Schild, auf dem ein schwarzes Fahrradsymbol und darunter das Wort „frei“ zu sehen sind, markiert einen Gehweg, auf dem Sie radeln dürfen, aber nicht müssen.

Hier gilt: Radfahrer müssen diesen Weg benutzen.

Hier gilt: Radfahrer müssen diesen Weg benutzen.

Man unterscheidet folgende Radverkehrsanlagen:

Fahrradstreifen oder Radfahrstreifen

Diese befinden sich auf der Straße und sind mit einer durchgezogenen weißen Linie vom übrigen Teil der Fahrbahn getrennt. Für Auto- und andere Kraftfahrzeugfahrer ist der Fahrradstreifen tabu. Einzige Ausnahme: das Überfahren, um einen dahinterliegenden Parkplatz oder ein Grundstück anzusteuern, das anders nicht zu erreichen ist.

Schutzstreifen

Schutzstreifen sind durch eine gestrichelte weiße Linie vom Rest der Fahrbahn getrennt. Sofern Sie einen ausreichenden Abstand (etwa 80 cm) zum rechten Fahrbahnrand einhalten können, müssen Sie den Schutzstreifen benutzen. Andere Fahrzeuge dürfen im kurzfristigen Bedarfsfall auf den Schutzstreifen fahren, wenn sie dabei keine Radfahrer gefährden.

Getrennte Rad- und Gehwege

Solche Wege sind mit einem runden, blauen Schild markiert, auf dem links ein weißes Fahrradsymbol und rechts ein weißes Fußgängersymbol zu sehen sind. Die beiden Symbole sind mit einer weißen Längslinie in der Mitte getrennt (Zeichen 241). Sie müssen hier auf dem Radweg fahren und dürfen nicht auf die Fußgängerseite wechseln.

Geteilte beziehungsweise gemeinsame Rad- und Gehwege

Diese Wege sind mit einem runden, blauen Schild markiert, auf dem oben ein weißes Fußgängersymbol und unten ein weißes Fahrradsymbol zu sehen sind. Zwischen den Symbolen verläuft eine weiße Querlinie (Zeichen 240). Sie müssen sich den Weg mit den Fußgängern teilen und dürfen nicht auf der Straße fahren. Außerdem müssen Sie auf die Fußgänger Rücksicht nehmen. Wenn Sie vorbei wollen, bremsen Sie ab, klingeln und warten, bis der Fußgänger Sie vorbeilässt.

Fahrradstraßen

Fahrradstraßen sind mit einem viereckigen, weißen Schild markiert, auf dem ein blauer Kreis mit einem weißen Fahrradsymbol sowie das Wort „Fahrradstraße“ abgebildet sind. Fahrradstraßen dürfen nur von Radfahrern genutzt werden – es sei denn, zusätzliche Beschilderungen erlauben auch die Nutzung durch andere Kraftfahrzeuge. Generell gilt hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Sind andere Kraftfahrzeuge auf der Fahrradstraße zugelassen, müssen diese sich an die Radfahrer anpassen – auch wenn sie deutlich langsamer als 30 km/h fahren.

Gut zu wissen: Gibt es mehr als eine Radfahrspur, muss die rechte befahren werden.

Was müssen Sie beim Fahrradfahren mit Kindern beachten?

Kinder müssen bis zur Vollendung des achten Lebensjahres auf dem Gehweg fahren, bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres dürfen sie es. Wichtig ist dabei, dass die Kinder langsam fahren und auf die Fußgänger Rücksicht nehmen. Erwachsene Radfahrer dürfen nur auf dem Gehweg fahren, wenn sie ein Kind unter acht Jahren begleiten.

Übrigens: Eine Helmpflicht beim Radfahren gibt es in Deutschland weder für Erwachsene noch für Kinder. Dennoch ist das Tragen eines Kopfschutzes gerade für noch unsichere Verkehrsteilnehmer wie Kinder zu empfehlen. Denn im Falle eines Unfalls senkt dieser die Verletzungsgefahr erheblich.

Ist es erlaubt, Personen auf dem Rad mitzunehmen?

Laut § 21 der StVO dürfen Sie nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr auf dem Fahrrad mitnehmen – und das nur, wenn Sie selbst mindestens 16 Jahre alt sind. Sie brauchen dafür einen Kindersitz und es muss sichergestellt sein, dass die Füße Ihres kleinen Mitfahrers nicht in die Speichen geraten können.

In einem Fahrradanhänger dürfen Sie bis zu zwei Kinder unter acht Jahren mitnehmen – auch hier vorausgesetzt, Sie sind mindestens 16 Jahre alt. Es ist nicht erlaubt, ältere Kinder oder Erwachsene auf dem Fahrrad mitzunehmen, zum Beispiel auf dem Gepäckträger.

Darf man einfach so über den Zebrastreifen fahren?

Wenn Sie mit dem Fahrrad einen Zebrastreifen beziehungsweise einen Fußgängerüberweg von einer Straßenseite auf die andere überqueren wollen, müssen Sie absteigen und schieben. Sie dürfen auch über den Zebrastreifen fahren, aber dann haben die Autos Vorfahrt – Sie müssen also warten, bis kein Auto mehr kommt.

Worauf müssen Radfahrer bei Verkehrsampeln achten?

Die allgemeine Verkehrsampel gilt für Sie, wenn Sie als Radfahrer auf der Fahrbahn fahren. Sobald Sie den Radweg benutzen – egal, ob benutzungspflichtig oder nicht – müssen Sie sich an die Radfahrerampel halten. Das ist eine Ampel mit Streulicht und Fahrradsymbol. Gibt es kein Fahrradsignal, richten Sie sich wiederum nach der allgemeinen Auto-Ampel.

An einer roten Ampel wartende Autos dürfen Sie auf dem Fahrrad rechts überholen, wenn Sie dabei langsam und vorsichtig fahren und vorn am Signal selbst ebenfalls anhalten. Außerdem muss genügend Abstand (mindestens ein Meter) zwischen der Autoschlange und dem Bordstein vorhanden sein.

Wenn Sie den Radweg benutzen, müssen Sie auf die Radfahrerampel achten.

Wenn Sie den Radweg benutzen, müssen Sie auf die Radfahrerampel achten.

Ist Telefonieren oder Musikhören auf dem Rad erlaubt?

Sie dürfen auf dem Rad nur mit Freisprechanlage telefonieren, genau wie im Auto. Wer beim Radeln hingegen das Handy ans Ohr hält und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 55 Euro rechnen. Musikhören ist mit Kopfhörern oder laut erlaubt, aber nur, wenn Sie dadurch noch die Umgebungsgeräusche wahrnehmen können.

Was passiert, wenn man betrunken Fahrrad fährt?

Wenn Sie nach Alkoholgenuss Fahrrad fahren und die Polizei Sie deswegen anhält, droht bereits ab 0,3 Promille eine Geldstrafe sowie eine Strafanzeige. Ab 1,6 Promille können eine Anordnung zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), eine Geldstrafe sowie drei Punkte in Flensburg die Folge sein.

Bewertungen (1)
Artikel

Verkehrssicheres Fahrrad: Ausstattung nach StVZO

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) legt fest, welche Ausstattung...

weiterlesen
Verkehrssicheres Fahrrad: Ausstattung nach StVZO
Artikel

Helmpflicht auf dem Fahrrad: Wissenswertes zum Kopfschutz

Für die einen ist der Helm ein unverzichtbarer Schutz, für die anderen...

weiterlesen
Helmpflicht auf dem Fahrrad: Wissenswertes zum Kopfschutz
Artikel

Fahrradtransport: Sicher unterwegs mit dem Rad in Bus, Bahn & Co.

Sie möchten mit Ihrem Rad verreisen, aber können oder wollen nicht die...

weiterlesen
Fahrradtransport: Sicher unterwegs mit dem Rad in Bus, Bahn & Co.
Weitere Artikel im Ratgeber: Fahrrad – alles Wichtige zum Radfahren
Artikel

5 Dinge, die Radfahrer dürfen – und Autofahrer nerven

„Immer diese Radfahrer“, denkt so mancher Autofahrer, wenn er etwa an...

weiterlesen
5 Dinge, die Radfahrer dürfen – und Autofahrer nerven
Artikel

Alkohol & Fahrrad: Wie viel Promille dürfen Radfahrer haben?

Wer mit hohen Promillewerten Fahrrad fährt, setzt nicht nur sein Leben aufs...

weiterlesen
Alkohol & Fahrrad: Wie viel Promille dürfen Radfahrer haben?
Artikel

Radfahren als geschlossener Verband: Wichtiges für Fahrradgruppen

Fahrradfahren in der Gruppe macht doppelt Spaß: Der Windschatten des Vordermanns...

weiterlesen
Radfahren als geschlossener Verband: Wichtiges für Fahrradgruppen
Artikel

Fahrradversicherung: So sichern Sie Ihren Drahtesel ab

Es ist der Albtraum vieler Fahrradfahrer: Man möchte auf seinen gestern vor...

weiterlesen
Fahrradversicherung: So sichern Sie Ihren Drahtesel ab
Artikel

Dienstfahrrad statt Firmenwagen: Lohnt sich das?

Ein Dienstfahrrad kann gerade auf kürzeren Arbeitswegen eine umweltschonende...

weiterlesen
Dienstfahrrad statt Firmenwagen: Lohnt sich das?
Artikel

Versicherung für E-Bikes: Was sollten Sie beachten?

Auf deutschen Straßen sind schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen mit...

weiterlesen
Versicherung für E-Bikes: Was sollten Sie beachten?
Weitere Themen in Recht & Finanzen
4 Elemente
Ratgeber: Weihnachtsfeier
Alle Elemente
4 Elemente Ratgeber: Weihnachtsfeier
6 Elemente
Ratgeber: Autofahren im Winter
Alle Elemente
6 Elemente Ratgeber: Autofahren im Winter
5 Elemente
Ratgeber: Rechte und Pflichten im Winter
Alle Elemente
5 Elemente Ratgeber: Rechte und Pflichten im Winter
6 Elemente
Ratgeber: Umtausch & Reklamation
Alle Elemente
6 Elemente Ratgeber: Umtausch & Reklamation