Erbrecht: Das Wichtigste zum Thema Erben und Vererben
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Erbrecht: Das Wichtigste zum Thema Erben und Vererben

Mit dem Erbrecht ist geregelt, wer die Hinterlassenschaften eines Menschen bei seinem Tod erhält. In Artikel 14 der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist das Erbrecht als Grundgesetz garantiert. Hier das Wichtigste zum Thema Erbrecht.

Nach dem geltenden Erbrecht kann jeder Bundesbürger frei bestimmen, was im Falle seines Todes mit seinem Eigentum passiert. Kinder, Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner haben jedoch ein gesetzlich verbrieftes Recht auf einen Pflichtteil des Erbes.

Gesetzliche Erbfolge: Der Pflichtteil

Wird keine gesonderte Verteilung des Nachlasses durch ein Testament oder einen Erbvertrag bestimmt, gilt in Deutschland automatisch die gesetzliche Erbfolge. Danach erben die Kinder und der Ehepartner das gesamte Vermögen, die Kinder jeweils zu gleichen Teilen. Bestand in der Ehe der Güterstand eine Zugewinngemeinschaft, was meist der Fall ist, beträgt der Anteil des überlebenden Partners am Erbe 50 Prozent.

Bei Kinderlosen erbt der überlebende Partner 75 Prozent, die Eltern des Verstorbenen beziehungsweise im Todesfall deren Abkömmlinge erhalten 25 Prozent. Bei Ledigen ohne Kinder geht das gesamte Erbe an die nächsten Verwandten oder, so diese nicht zu ermitteln sind, an den Staat.

Schwieriges Erbe: Schulden

Zum Erbe zählen sowohl Vermögenswerte als auch Verbindlichkeiten des Toten in Form von Schulden. Jeder Erbberechtigte kann sein Erbteil nur vollständig angenehmen oder komplett ausschlagen. Wenn niemand das Erbe antritt, fällt der Nachlass an den Staat.

Die Entscheidung über das Erbe muss innerhalb von sechs Wochen nach Bekanntwerden des Todes oder nach Testamentseröffnung durch das Nachlassgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen getroffen werden. Gemäß § 1615 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist der nächste unterhaltspflichtige Angehörige verpflichtet, sich um die Beerdigung des Verstorbenen zu kümmern. Die Erben haben nach dem geltenden Erbrecht die Kosten der Bestattung zu tragen (§ 1968 BGB), zur Grabpflege sind sie jedoch nicht gesetzlich verpflichtet.

Streit vorprogrammiert: Erbrecht und Enterben

Mit dem Erbrecht wird im Grundgesetz jedem Menschen die Entscheidung darüber garantiert, wem er sein Eigentum im Todesfall hinterlassen will. Allerdings schränken die geltenden Gesetze diese Freiheit hinsichtlich des Pflichtteils für Ehegatten, eingetragene Lebenspartner und nahe Verwandte ein. Zwar kann per Testament ein Kind zum Alleinerben erklärt werden. Weitere Kinder oder ansonsten Eltern sowie Ehe- oder Lebenspartner behalten aber dennoch ihren gesetzlichen Anspruch auf die Hälfte des Vermögens. Lediglich bei schweren Vergehen kann das Erbrecht verwirkt werden.

Die umfangreichen gesetzlichen Regelungen sind im fünften Buch des Bürgerlichen Gesetzbuchs enthalten. In den Paragraphen 1922 bis 2385 BGB werden Fragen zum Testament, der Erbfolge und der Erben geklärt. Demnach zählen auch zum Todeszeitpunkt bereits gezeugte, aber noch nicht geborene Kinder zu den gesetzlichen Erben. 

Hausrat gehört zum Erbe

Der Nachlass des Verstorbenen umfasst auch dessen Hausrat in Form von Möbeln und Haushaltgegenständen. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften fallen die Gebrauchsgegenstände an den überlebenden Partner. Wenn zum Todeszeitpunkt vom Erblasser bereits die Trennung beantragt war oder er einer Scheidung ausdrücklich zugestimmt hatte, entfällt die Erbberechtigung. Auch eine testamentarische Begünstigung des Noch-Ehepartner wäre damit hinfällig.

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