Ratgeber: Einbruch

Wie Ihr Haus einbruchsicher wird: Tipps plus Checkliste

Täglich ereignen sich in Deutschland mehr als 420 Wohnungseinbrüche. Statistisch gesehen wird damit alle drei Minuten ein Fenster aufgehebelt oder ein Schloss geknackt. Ein 100-prozentiger Schutz dagegen lässt sich nicht erreichen. Das Risiko eines Einbruchs können Hausbesitzer oder Mieter jedoch deutlich minimieren.

Ein einbruchsicheres Haus und damit mehr Schutz für Ihr persönliches Eigentum erreichen Sie, indem Sie das Risiko der Einbrecher erhöhen. Je länger Diebe für ihren Beutezug benötigen und mehr Lärm das Eindringen verursacht, desto höher ist die Chance, sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Dazu zählt auch, sie im Unklaren darüber zu lassen, ob Bewohner anwesend sind oder ein Sicherheitsdienst eingeschaltet wurde, der Informationen über ungewöhnliche Vorgänge am Gebäude erhält.

Durch eine Kombination aus Sicherheitstechnik und umsichtigem Verhalten kommen Sie dem Ziel eines einbruchsicheren Hauses also am nächsten. Für notwendige Investitionen gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau bis zu 1.500 Euro an Zuschüssen. 

Checkliste einbruchsicheres Haus: Maßnahmen für Mieter und Eigentümer  

  • Haustür und Fenster beim Verlassen des Gebäudes schließen
    • Gekippte Fenster und lediglich zugezogene aber nicht abgeschlossene Haustüren begünstigen einen schnellen Einbruch. Mit dieser Fahrlässigkeit riskieren Sie auch Ihren Versicherungsschutz.
  • Zutritt zum Grundstück erschweren
    • Mauern und Zäune sollten sich nicht als Kletterhilfe anbieten. Um das Übersteigen zu verhindern, können Sie den oberen Bereich zusätzlich sichern.
  • Einstieg in obere Stockwerke verhindern
    • Leitern und Gegenstände, die Diebe zum Einsteigen nutzen könnten, sollten auf dem Grundstück für Fremde unzugänglich sein.
  • Gute Beleuchtung schützt doppelt
    • Leuchten Sie die Zufahrt und Ihren Eingangsbereich gut aus. Damit verhindern Sie Unfälle und Einbrüche gleichermaßen. Lichtanlagen mit Bewegungsmeldern erschweren Dieben die Arbeit besonders.
  • Investition in sichere Schlösser
    • Wer die Schlösser von Haus- und Wohnungstüren mit Schutzbeschlägen und Zylinderabdeckung ausrüstet, schreckt selbst professionelle Einbrecher ab, da sie das Eindringen enorm erschweren.
  • Bei Anwesenheit ebenfalls schützen
    • Mit einem von innen angebrachten Zusatzschloss einschließlich Sperrbügel schützen Sie sich auch während Ihrer Anwesenheit vor Raubüberfällen. Ein Türspion mit großem Sichtfeld leistet zusätzlich gute Dienste. Damit müssen Sie dubiosen Gestalten gar nicht erst die Tür öffnen.
  • Besonderer Schutz für Terrassen- und Balkontüren sowie Dachfenster
    • Von der Straße und für Nachbarn schlecht einsehbare Türen und Fenster sollten besonders gut geschützt sein. Investieren Sie möglichst schon beim Einbau in Pilzkopfzapfen, das Nachrüsten ist meist wesentlich teurer. Einfache Rollzapfen lassen sich schon in wenigen Sekunden aushebeln.
  • Nicht über Abwesenheit informieren
    • Weder der Anrufbeantworter noch Facebook-Posts sollten Ihre geplante Urlaubsrückkehr verraten, zumindest wenn sie nicht nur an den engen Freundeskreis adressiert sind. Einbrecher könnten solche Informationen als Einladung verstehen.
  • Anwesenheit vortäuschen
    • Suggerieren Sie Anwesenheit. Dafür eignen sich Zeitschaltuhren, die Lampen oder den Fernseher bei Abwesenheit bedienen und damit Einbrecher verunsichern. Wenn das Haus ausgespäht wird, nutzen solche Schutzmaßnahmen jedoch nur wenig.
  • In zusätzliche Sicherheitstechnik investieren
    • Mit Alarmanlagen und Überwachungskameras (auch Attrappen) lassen sich Diebe wirksam abschrecken. Ein regelrechter Einbrecher-Schreck sind Systeme, die automatisch die Polizei oder eine private Sicherheitsfirma informieren.

Statistiken zufolge brechen die meisten Täter den Einbruch ab, wenn sie nicht binnen fünf Minuten einen Zugang finden. Wie die Polizei in Nordrhein-Westfalen ermittelt hat, endet fast die Hälfte (43 Prozent) aller Einbrüche als gescheiterter Versuch, meist aufgrund hochwertiger Sicherungssysteme.

Einbruchsicheres Haus: Schwachstellen aus Sicht der Täter aufspüren

Um Ihr Haus einbruchsicher zu machen, testen Sie es zunächst auf Schwachstellen. Dafür versetzen Sie sich selbst in die Lage der Einbrecher. An den Punkten, an denen Sie in das Gebäude eindringen würden, sollten Sie besonders gute Schutzvorkehrungen treffen. Professionellen Rat dafür erhalten Sie bei der Polizei und Anbietern von Sicherheitstechnik.

Bewerten:
Weitere Inhalte in diesem Themenbereich
Leitartikel

Einbruch: Was Sie wissen müssen

Für 2017 hat die Polizei einen Rückgang der Wohnungseinbrüche um rund...

weiterlesen
Einbruch: Was Sie wissen müssen
Artikel

Auto aufgebrochen: Welche Versicherung ist zuständig?

Ihr Auto wurde aufgebrochen – jetzt heißt es: ruhig bleiben. Wir verraten,...

weiterlesen
Auto aufgebrochen: Welche Versicherung ist zuständig?
Artikel

Überwachungskamera - Das ist erlaubt und das verboten

In manchen Bezirken sind Ruhestörung, Einbruch und Vandalismus an der Tagesordnung....

weiterlesen
Überwachungskamera - Das ist erlaubt und das verboten
Artikel

Von Einbruchsicherung bis Wachhund: 8 Tipps, um Einbrecher abzuschrecken

Fenster eingeschlagen, Schubladen durchwühlt, Wertsachen weg: Ein Einbruch ist...

weiterlesen
Von Einbruchsicherung bis Wachhund: 8 Tipps, um Einbrecher abzuschrecken