Der Kamin im Eigenheim: Pro und Contra
© AlexRaths/Thinkstock 2016
(1)

Der Kamin im Eigenheim: Pro und Contra

Aus den Holzscheiten züngeln Flammen, rotleuchtende Glut spendet Wärme und vermittelt Geborgenheit: Nur allzu gern sitzen Menschen am Feuer – und mit einem Kamin lässt sich gemütliche Lagerfeuerstimmung in den eigenen vier Wänden entfachen. Bei der Planung gibt es allerdings einiges zu bedenken.

Markt für Kaminöfen boomt

Mal eben zwei, drei Scheite in den Kamin gelegt, und schon hat man die schönste Wärme. Vor allem an kalten Herbsttagen, wenn die Zentralheizung noch nicht in Betrieb ist, kann ein Kamin die Wohnqualität spürbar erhöhen. Und so mancher Hausbesitzer denkt weiter: Holz kann man doch immer wieder umsonst von Nachbarn oder Bekannten bekommen, und es ist im Vergleich zu Gas- und Ölheizungen auch noch klimafreundlicher in der Verbrennung.

Tatschlich boomt der Markt für Kaminöfen, es gibt eine Vielzahl von Modellen in allen Preisklassen. Mehr und mehr Hausbesitzer stecken angesichts verschwindend niedriger Zinsen ihr Geld in ihre Immobilie. Und Holz kann man sich problemlos ins Haus liefern lassen. Doch die Anschaffung eines Kamins muss gut durchdacht werden – und ist nicht immer sinnvoll.

Was es zu bedenken gilt

Wenn Sie eine Kaminofen nachrüsten wollen, spielt eine Reihe von Faktoren eine Rolle:

  • Der Standort: Jeder Kamin muss für den Abzug der Rauchgase an einen Schornstein angeschlossen werden. Sie können den Kamin also nicht einfach dort aufstellen, wo er Ihnen am besten gefällt, sondern müssen ihn da platzieren, wo die Abführung der Gase am besten möglich ist. Je nachdem, ob es sich um ein offenes oder ein mit Türen verschließbares Modell handelt, gelten unterschiedliche Anforderungen.
  • Bei einem vorhandenen Schornstein in älteren Immobilien muss geklärt werden, ob er als Abzug für den Kamin genutzt werden kann. Außer auf den Gesamtzustand kommt es auf Querschnitt und Höhe des Schornsteins an. Stimmen die Werte nicht, kann die Leistung des Kamins eingeschränkt sein – er zieht dann nicht richtig. Oder Entstehung und Abführung der Rauchgase entsprechen nicht den Vorschriften.
  • Die Mehrfachnutzung eines vorhandenen Schornsteins hängt von der Art der anderen Heizquellen ab. Manche Gasthermen beziehen ihre Verbrennungsluft teilweise über den Schornstein – Kamin und Gasheizung dürfen dann nicht zeitgleich betrieben werden. Grundsätzlich muss der Schornsteinfeger den Anschluss des Kamins an den Schornstein abnehmen.

Die Kosten für einen Kamin setzen sich aus Anschaffungskosten sowie Aufbau- und Betriebskosten zusammen, die sich schnell auf mehrere Tausend Euro belaufen. Sie umfassen:

  • Anschaffung und Aufstellung des Kamins
  • Anschluss an einen vorhandenen oder neu zu bauenden Schornstein
  • Abnahme durch den Schornsteinfeger sowie Prüfung im Zwei-Jahres-Turnus
  • Kosten für das Brennmaterial

Und nicht zu vergessen: Kaminöfen machen Schmutz und brauchen Pflege. Außer der Entfernung der Asche gehört eine turnusmäßige Grundreinigung auf die To-do-Liste.

Sollte Ihnen das alles zu viel sein und zu teuer werden: Es gibt auch Kaminvarianten, die ohne Abzug im Raum aufgestellt und mit Ethanol oder spezieller Brennpaste betrieben werden.

Erfahren Sie hier, welcher Ofentyp sich für Sie eignet.

Wie finden Sie diesen Artikel?