Beim Autofahren im Winter gelten andere Verkehrsregeln als im Sommer. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Witterungsbedingungen die Straßenverhältnisse ändern. Einige Verkehrsregeln verlieren im Winter sogar an Gültigkeit. Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten sollten!
Ratgeber: Autofahren im Winter

Diese Verkehrsregeln sollten Sie bei Schnee und Glätte beachten

Beim Autofahren im Winter gelten andere Verkehrsregeln als im Sommer. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Witterungsbedingungen die Straßenverhältnisse ändern. Einige Verkehrsregeln verlieren im Winter sogar an Gültigkeit. Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten sollten!

Motor warmlaufen lassen, ist verboten!

Am frühen Morgen ist es besonders kalt. Das Auto ist vereist und die Fensterscheiben von Frost und Schnee bedeckt. Was bietet sich dann mehr an als sich in das Auto zu setzen und den Motor warmlaufen zu lassen? Viele Autofahrer versprechen sich davon, dass die Scheiben schneller frei werden und sich der Innenraum wohlig warm aufheizt. Laut § 30 der Straßenverkehrsordnung sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Deshalb ist das unnötige Warmlaufenlassen von Motoren untersagt. Sollte die Polizei Sie bei einer Zuwiderhandlung ertappen, droht Ihnen ein Bußgeld in Höhe von zehn Euro. Zumeist bleibt es jedoch bei einer Verwarnung.

Scheiben freikratzen ist Pflicht

Ein Bußgeld fällt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an, wenn Sie losfahren, ohne die Scheiben freizukratzen. Ein solches Bußgeld beläuft sich üblicherweise auf 25 Euro. Ein kleines Guckloch reicht nicht zum Fahren aus. Gleiches gilt für das Freikratzen der Frontscheibe: Schnee auf der Motorhaube und auf dem Dach ist vor der Fahrt zu entfernen. Ansonsten ist eine sichere Fahrt nicht gewährleistet: Sie gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmer.

Zugeschneite Verkehrsschilder

Ich konnte das Schild nicht erkennen! Manche Verkehrssünder versuchen sich mit dieser Aussage aus der „Verantwortung zu stehlen“. Und tatsächlich: Viele Verkehrsschilder sind durch Schnee, Verschmutzungen oder eine wuchernde Pflanze überdeckt. Im Straßenverkehr gilt der Sichtbarkeitsgrundsatz. Überholverbote und Tempolimits sind nur gültig, wenn der Autofahrer die Möglichkeit hat, sie mit einem beiläufigen Blick zu erkennen. Ein vollkommen zugeschneites Schild ist deshalb nicht zu beachten. Bedenken Sie, dass Sie dies im Zweifelsfall nachweisen müssen. Dazu reicht normalerweise schon ein Zeuge aus. Das Gericht prüft im Einzelfall, ob das Argument mit dem „zugeschneiten Verkehrsschild“ nachvollziehbar ist. Missachten Sie das Tempolimit in einer fremden Stadt, stehen Ihre Chancen auf einen günstigen Urteilsspruch gut. Fahren Sie die Strecke hingegen täglich, beispielsweise auf dem Weg zu Ihrer Arbeitsstelle, setzt das Gericht andere Maßstäbe an. Übersehen Sie ein Verkehrsschild auf einem Parkplatz, ist dies nicht von Relevanz. Verbotsschilder und Parkregeln müssen Sie genau prüfen. Auf einem Parkplatz besteht nicht die Möglichkeit, dass Sie am Schild vorbeifahren. Bei einigen Schildern wie dem umgedrehten Dreieck „Vorfahrt beachten“ und dem achteckigen Stoppschild ist Schnee irrelevant. Sie erkennen das Schild schon an seiner äußeren Form, die nicht mit der von anderen Verkehrsschildern übereinstimmt.

Achtung: Winterreifen aufziehen

Kennen Sie noch die alte Regel? Winterreifen sind von O bis O zu fahren: Also von Oktober bis Ostern. Dieser Spruch ist zwar einfach zu merken, allerdings ist er nicht rechtsgültig. Die Wintersaison liegt zwar zumeist in den Monaten Oktober bis April, wenn es aber im Mai oder September schneit, müssen Sie die Winterreifen dennoch aufziehen. Winterreifen sind immer dann erforderlich, wenn die Außentemperaturen und Witterungsumstände es erfordern. Bei Schnee dürfen Sie nur losfahren, wenn Sie Winter- oder Allwetterreifen haben. Sommerreifen sind verboten und ziehen ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie einen Punkt in Flensburg nach sich. Wenn Sie im Winter mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt sind, sprechen die Gerichte Ihnen immer eine Mitschuld am Unfall zu. Bedenken Sie, dass der Versicherungsschutz bei Zuwiderhandlung eventuell vermindert oder komplett aufgehoben ist.

Wann sind Reifenwechsel notwendig?

In der Winterzeit gelten andere Regeln als im Sommer. Autofahren ist im Winter mit wesentlich mehr Gefahren verbunden als im Sommer. Bäume am Straßenrand, rutschige Fahrbahnen durch Glätte, Laub und Wasser erhöhen das Unfallrisiko. Regen verringert die Bodenhaftung auf der Fahrbahn und erhöht die Gefahr von Aquaplaning. Sie müssen die Geschwindigkeit beim Autofahren an die Verkehrsverhältnisse anpassen. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit, schalten Sie das Abblendlicht ein und halten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Überprüfen Sie den Reifenverschleiß und wechseln Sie die Reifen spätestens, wenn ihre Profiltiefe unter 1,6 Millimeter fällt. Hat sich das Gummi der Autoreifen zu stark abgelöst, ist die Fahrsicherheit extrem eingeschränkt.

Verhalten bei Dunst und Nebelschwaden

Die Sicht ist durch Dunst und Nebel eingeschränkt? Dann sollten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten und die Geschwindigkeit an die Sichtweite anpassen. Orientieren Sie sich an den seitlichen Leitpfosten und fahren Sie keinesfalls schneller als 50 km/h. Als Faustregel gilt der Grundsatz: Sicherheitsabstand ist mindestens die halbe Tachoanzeige. Fahren Sie 50 km/h sollten Sie also mindestens 25 Meter Abstand zum Vordermann halten. Ihre Nebelscheinwerfer dürfen Sie ab einer Sichtweite von unter 150 Metern einschalten. Die rote Nebelschlussleuchte dürfen Sie einschalten, wenn Sie weniger als 50 Meter sehen können. Sollten Sie das Einschalten der Nebelschlussleuchte vergessen, droht Ihnen ein Bußgeld in Höhe von mindestens 40 Euro sowie drei Punkte in Flensburg.

Verdeckte Bodenmarkierungen

Die Fahrbahn ist mit Schnee bedeckt? Die Markierungen befinden sich im Zweifelsfall in der geometrischen Mitte der Fahrbahn. Tasten Sie sich langsam in die Kreuzung hinein und versuchen Sie sich zu orientieren. Im Bereich von Kreuzungen dürfen Sie auf jedem Fahrstreifen fahren. Das Abbiegen ist jedoch nur vom jeweils äußeren Fahrstreifen erlaubt. Sind die Haltelinien vor Ampeln oder Stopptafeln nicht erkennbar, sollten Sie langsam vorfahren und auf Gegenverkehr achten.

Matthias Wurm
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