Tapeten sind eine beliebte Methode, um die Raumgestaltung etwas aufzupeppen.

Wie man mit der richtigen Tapete die Wände verschönert

Die Wirkung, die ein Raum auf uns hat, hängt maßgeblich von der Gestaltung der Wände ab. In unserem Ratgeber „Wandgestaltung für Innen“ widmen wir uns den unterschiedlichen Möglichkeiten, wie man seine Wände optimal und kreativ in Szene setzen kann. In Teil 1 ging es um das Streichen mit Farbe und Pinsel, im heutigen Teil 2 dreht sich alles um Tapeten, Bordüren und Wandtattoos. Dabei bekommt jede dieser Methoden einen eigenen Artikel. Los geht es mit einem zeitlosen Klassiker – der Tapete.

Überblick über die Vielfalt der Tapetenarten

Tapeten sind als bedruckte, beschichtete oder strukturierte Rollen beziehungsweise Bahnen erhältlich. Die Bandbreite der unterschiedlichen Tapetenarten ist dabei riesengroß. Die wichtigsten, gängigsten und beliebtesten stellen wir Ihnen kurz vor:

Papiertapeten: 

Die am weitesten verbreitete Tapetenart ist die Papiertapete, die ausschließlich aus Papier besteht. Der Großteil dieser Tapeten wird in mehreren Farbdurchläufen auf der 

Vorderseite bedruckt. Je nach Art sind Papiertapeten bereits ab 40 Cent pro Meter zu haben.

Raufasertapeten: 

Ein echter Klassiker unter den Tapeten, weil einfach in der Produktion und kostengünstig

in der Anschaffung (ab 30 cent pro Meter). Darüber hinaus lässt sich Raufaser problemlos auch mehrfach überstreichen.

Profiltapeten: 

Diese Tapete erhält ihre Struktur durch reliefartig auf das Trägerpapier gedruckte Pasten. Der Kostenfaktor liegt bei etwa 1 bis 5 Euro pro Meter. 

Textiltapeten:

Hierbei werden bestimmte Gewebe aus beispielsweise Wolle, Seide, Leinen, Baumwolle oder Jute in das Trägerpapier eingewirkt. Je nach verwendetem Material kann der Preis pro Meter dabei zwischen 5 und 30 Euro variieren. 

Es gibt viele verschiedene Tapeten mit unterschiedlichen Effekten.

Es gibt viele verschiedene Tapeten mit unterschiedlichen Effekten.

Kunststofftapeten:

Für diese Tapetenart wird das Trägermaterial mit Kunststoff beschichtet. Zu den gängigsten Varianten gehören zum Beispiel Vinyltapeten oder PVC-Strukturtapeten. Diese sind ab etwa 3 bis 4 Euro pro Meter zu haben. 

Metalltapeten:

Bei Metalltapeten wird eine Metallfolie kaschiert oder aufgedruckt, welche für einen metallischen Schimmer sorgt. Preislich liegen solche Tapeten bei 20 bis 30 Euro pro Meter.

Naturtapeten:

Auch hier ist die Basis Papier. Darauf kommen natürliche Werkstoffe wie Sand, Kork, Gras oder Holzfasern zum Einsatz. Je nach eingearbeitetem Material kosten solche Naturtapeten etwa 10 bis 40 Euro pro Meter. 

Bild- und Fototapeten:

Die Tapetenbahnen werden so bedruckt, dass sie nachher an der Wand ein Gesamtbild ergeben. Anders als andere Tapetenarten berechnet sich der Preis von Bild- und Fototapeten in der Regel nicht pro laufendem Meter, sondern pro Motiv, das aus mehreren Bögen besteht. Die Preise beginnen dabei ungefähr bei um die 50 Euro. 

Wer seine Wände besonders individuell gestalten möchte, kann auf verschiedenen Onlineportalen mit eigenen Bildern auch eine ganz persönliche Motivtapete erstellen.

Ein Stück Natur in die eigene Wohnung durch Tapeten.

Ein Stück Natur in die eigene Wohnung durch Tapeten.

Welche Tapete für welchen Raum und Effekt?

Die Wahl der jeweiligen Tapete wird natürlich in erster Linie vom eigenen Geschmack bestimmt. Dennoch gibt es einige Faustregeln, die man beachten sollte, um eine optimale Raumwirkung zu erzielen und lange Freude an den tapezierten Wänden zu haben:

1.      Die Größe des Raumes:

Die Größe des zu tapezierenden Raumes sollte man stets im Hinterkopf haben, wenn man eine Tapete aussucht. Zum einen gilt: Je kleiner der Raum, desto heller sollten die Wände gestaltet werden. Helle Töne lassen enge Zimmer optisch großzügiger erscheinen, während große Räume durch dunkle Farben intimer wirken. Auch die Größe der Muster sollte sich der Größe des jeweiligen Zimmers anpassen. Übrigens: Fototapeten mit Landschaften weiten den Raum optisch, sind also auch für kleine Zimmer durchaus geeignet.

2.      Die Proportionen des Raumes:

Auch die Höhe des Zimmers, das tapeziert werden soll, spielt eine wichtige Rolle. So lassen sich mit dem gewählten Muster zu hohe oder zu niedrige Decken korrigieren. Senkrechte Streifen lassen ein Zimmer höher wirken, waagerechte Streifen niedriger.

3.      Die Funktion des Raumes:

Welche Art von Tapete in einem Raum zum Einsatz kommt, sollte auch von dessen Funktion abhängen. So empfehlen sich für Räume wie Bad, Küche und Kinderzimmer robuste und abwaschbare Tapeten, während im Schlaf- oder Wohnzimmer durchaus auch anspruchsvollere und empfindlichere Modelle zum Zuge kommen dürfen.

4.      Die Möbel im Raum:

Die Wahl der Tapete sollte man auch in gewisser Hinsicht von den im Raum vorhandenen Möbeln abhängig machen. So kommen helle Möbel vor dunklen Wänden am besten zur Geltung und umgekehrt.

Das Anbringen von Tapeten

Materialien und Werkzeuge, die man zum Anbringen von Tapeten braucht:

Tapete und Tapetenkleister, Tapeziertisch, Cuttermesser oder Schere, Bleistift, Zollstock, Wasserwaage, Spachtel oder Malerbürste und ggf. eine Leiter

  1. Zuschneiden: Als erstes werden die Tapetenbahnen zugeschnitten. Dafür gilt die Faustregel: Höhe des Raumes plus 5 bis 10 Zentimeter für den Verschnitt.
  2. Einkleistern: Wichtig ist, dass nur so viele Bahnen mit Kleister eingestrichen werden, wie man innerhalb der nächsten Viertelstunde verarbeiten kann. Nach dem Einkleistern werden die Tapetenbahnen locker so zusammengeschlagen, dass sich die bekleisterten Seiten berühren. Wichtig: Scharfe Knicke vermeiden.
  3. Vorzeichnen: Bei der ersten Tapetenbahn ist es besonders wichtig, dass sie gerade verläuft. Es empfiehlt sich also, eine gerade, senkrechte Linie vorzuzeichnen, an der Sie sich orientieren.
  4. Kleben: Jetzt wird die erste Bahn von oben aus so angebracht, dass der obere Teil ein wenig übersteht. Dann mit der Malerbürste oder einem Andrückspachtel glatt an der Wand entlang fahren, um eine Blasenbildung zu vermeiden.

Tipps und Tricks zum Tapezieren

Es ist wichtig, dass man sich vor dem Kauf einer Tapete darüber klar wird, welchen Raum man wie tapezieren möchte. Zum Schluss haben wir noch ein paar Tipps und Tricks zum Tapezieren für Problemstellen:In Ecken sollte die Tapetenbahn so angesetzt werden, dass sie ein bis zwei Zentimeter über die Ecke hinaussteht. Dann wird sie um die Kante herumgedrückt und die neue Bahn bündig an der Kante angesetzt. 

Bei Fenstern, Türen und Heizungen wird die Tapete nicht zurechtgeschnitten, sondern die Bahn an die jeweilige Problemstelle herantapeziert und anschließend die Überlappungen abgetrennt. Steckdosen und Lichtschalter werden einfach übertapeziert und nach dem Trocknen mit einem Messer wieder freigelegt.

Selbst zu tapezieren kann für Ungeübte durchaus knifflig sein. Wer also sicher gehen möchte, dass am Ende alles blasenfrei, gerade und perfekt aussieht, um sich lange Zeit an dieser Art der Wandgestaltung erfreuen zu können, der sollte es von einem Profi machen lassen.

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