Rollläden: Die unterschätzten Energiesparer
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Rollläden: Die unterschätzten Energiesparer

Rollläden schützen Ihr Haus nicht nur vor grellem Sonnenschein und Einbrechern, sondern auch vor nächtlichem Wärmeverlust. Im Winter lassen sich die Heizkosten so erheblich reduzieren. Doch als Energiesparer werden Rollläden immer noch weitgehend unterschätzt.

Rollläden als Universalgenie

Rollläden haben nicht nur die Funktion, nachts die Dunkelheit und unerwünschte Blicke auszusperren. Sie geben den Bewohnern das Gefühl, gut geschützt zu sein und wirken tatsächlich auch als Einbruchschutz. Zusätzlich dienen die Jalousien auch als effektive Energiesparer. Laut einer Untersuchung des Fraunhofer Institutes für Bauphysik (IBP) können bei älteren Fenstern mit Rollläden Verringerungen der Wärmeverluste um bis zu 32 Prozent erreicht werden. Selbst dann, wenn neue Isolierglasfenster eingebaut sind, verbessert sich der Wärmeschutz noch um bis zu 25 Prozent. Grund dafür ist die dämmende Luftschicht zwischen dem Fensterglas und dem Rollladen. Je dichter der Rollladen geschlossen ist, desto besser ist diese Schutzwirkung. Die Einsparungen erhöhen sich, wenn Rollläden automatisch gesteuert werden können.

Schutz vor nächtlichen Wärmeverlusten durch gedämmte Rollläden

Besonders in Winternächten schützen Rollläden vor Wärmeverlusten. Sie liegen wie eine Art Schutzschild vor dem Fensterglas und komplettieren die Gebäudehülle. Am Tag dagegen lassen die geöffneten Rollläden bei Sonneneinstrahlung auch im Winter Wärme hinein und sorgen für die Aufheizung der Innenräume. Zusätzlich erhöht wird die Wirkung der Rollläden, wenn sie gedämmt sind. Je nach Modell und energetischem Gebäudezustand können dadurch laut Herstellerangaben bis zu 15 Prozent zusätzlich eingespart werden. Diese neuartigen Produkte besitzen einen Dämmkern, zum Beispiel aus Hartschaum. Besonders gut geeignet sind die Elemente für Dachflächenfenster, die generell als energetische Schwachstelle im Haus gelten. Hier verringern die gedämmten Rollläden im geschlossenen Zustand auch die Geräusche von Hagel oder prasselndem Regen und sorgen so für einen ruhigen Schlaf.

Automatisierung für noch mehr Wärmeschutz

Handbetriebene Rollläden werden morgens beim Verlassen des Hauses geöffnet und abends wieder geschlossen. Abhängig von den Arbeitszeiten ist es dann draußen noch oder auch schon wieder dunkel und es entweicht unnötigerweise Wärmeenergie nach draußen. Rollläden mit Motor vermeiden diesen Effekt. Licht- oder temperaturempfindliche Sensoren steuern das Öffnen und Schließen der Rollläden und optimieren so die Einsparungen an Heizenergie, indem die Rollläden herabfahren, sobald es dunkel geworden ist. Die Automatisierung und Programmierung von Rollläden bringt zusätzlich einen verbesserten Einbruchschutz, zum Beispiel in Urlaubszeiten. Die Sensoren arbeiten auch dann, wenn alle Bewohner ausgeflogen sind. Zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten bietet eine zeitabhängige Programmierung.

Gedämmte Rollladenkästen verhindern Wärmebrücken

Beim Einbau von Rollläden ist hinsichtlich des Wärmeschutzes auch die Ausführung der Rollladenkästen zu beachten. Moderne Kästen sind hochgedämmt. So entsteht über dem Sturz keine Wärmebrücke, durch die Wärme entweichen kann. Ebenso wird die Kondensation von Feuchtigkeit und damit die Schimmelbildung zuverlässig verhindert. Bei unsanierten Altbauten sind häufig ungedämmte Elemente eingebaut. Für ein hohes Maß an Wärmeschutz empfiehlt sich der Austausch im Rahmen einer Sanierung.

In Kombination mit einem hochgedämmten Wärmeschutzfenster und dem Wärmschutz durch geschlossene Rollläden ermöglicht der gedämmte Kasten zusätzliche Einsparungen. Konventionell werden gedämmte Rollladenkästen über dem Fenster eingebaut und ersetzen den Sturz. Von außen und innen wird der Kasten durch die jeweiligen Fassaden- bzw. Wandbekleidung unsichtbar. Werden die Fenster erneuert oder nachträglich Rollläden eingebaut, können wahlweise Aufsatz- oder Vorbaurollläden gewählt werden.

Energiekosten sparen mit Rollläden im Sommer

Nicht nur zur kalten Jahreszeit können Sie mit Rollläden Energie sparen; auch im Sommer rentiert sich der Einbau. Dabei geht es in erster Linie um die Kühlleistung von Haushaltsgeräten wie Kühlschrank, Gefriertruhe oder Klimaanlage. Wer im Sommer morgens vor der Arbeit die Rollläden schließt, sorgt für ein angenehm kühles Raumklima. Die Sonne wird den ganzen Tag über draußen gehalten, sodass sich die Räume nicht unnötig aufheizen. Das wirkt sich positiv auf die Kühlleistung verschiedener Haushaltsgeräte aus, sprich: Sie verbrauchen weniger Strom.

FS
Autor/-in
Franziska Studtfeld
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