Rasenmähen und Düngen sind wichtig für die Gesunderhaltung Ihres Rasens. Zwei Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang gerne vergessen werden, sind das Vertikutieren und Aerifizieren. Was man genau darunter versteht und wie es richtig geht, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.
Ratgeber: Rasen

Rasen vertikutieren und lüften: So geht’s richtig

Rasenmähen und Düngen sind wichtig für die Gesunderhaltung Ihres Rasens. Zwei Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang gerne vergessen werden, sind das Vertikutieren und Aerifizieren. Was man genau darunter versteht und wie es richtig geht, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Unter vertikutieren versteht man das Anritzen der Grasnarbe einer Rasenfläche, um altes Schnittgut und Moos zu entfernen. Damit wird die Belüftung des Bodens gefördert. In den Monaten April bis September kann in der Regel vertikutiert werden. 

Vertikutieren: Im April geht es los

Zum ersten Mal sollten Sie Ihren Garten im Frühjahr zwischen Mitte April und Anfang Mai vertikutieren. Erst ab einer Bodentemperatur von acht Grad fängt der Rasen an zu wachsen. Beim Vertikutieren wird der Boden millimetertief durch scharfe, versetzt angeordnete Messerscheiben eingeschnitten. Unerwünschter Rasenfilz und abgestorbene Gräser werden dabei aus dem Boden gerissen. Bei Geräten mit Fangsack wird das Material direkt aufgefangen. 

Richtig vertikutieren: So gehen Sie am besten vor

1. Vor dem Vertikutieren wird der Rasen möglichst tief gemäht. Eine Schnitthöhe von 4 cm ist dabei ideal.

2. Der Boden sollte gut abgetrocknet sein, das macht das Vertikutieren deutlich einfacher. Der Vertikutierer wird geschont und die vertikutierten Rillen werden nicht zugetreten.

3. Das Ausmaß der Verfilzung im Rasen ist entscheidend für die einzustellende Arbeitstiefe am Vertikutierer. Auch der Grad der Bodenverdichtung und das Alter des Rasens wirken sich aus.

4. Die richtige Arbeitstiefe ermitteln Sie wie folgt: Stellen Sie das Gerät auf die Rasenfläche. Die Messer sollten den Boden soeben berühren. Fahren Sie mit dem Vertikutierer mit laufendem Motor ein kurzes Stück auf dem Rasen hin und her. Verändern Sie hierbei die Arbeitstiefe so, dass die Messer den Boden noch soeben einschneiden. Jetzt stehen die Messer des Vertikutierers in der Ausgangsposition, um die Arbeitstiefe einzustellen.

5. Zu der ermittelten Ausgangsposition wird nun noch das Maß der gewünschten Schnitttiefe hinzugerechnet und entsprechend eingestellt. Die Schnitttiefe beträgt bei einem gepflegten Rasen etwa drei Millimeter und bei einer verwilderten Rasenfläche ca. fünf Millimeter.

So behandeln Sie Ihren Rasen nach dem Vertikutieren richtig

Während der Behandlung mit dem Vertikutierer herrschen in der Regel trockene bis sehr trockene Witterungsverhältnisse. Aus diesem Grund ist es dringend zu empfehlen, einen trockenen Rasen nach dem Vertikutieren durchdringend zu beregnen.

1. Nach dem Vertikutieren lassen Sie die behandelte Fläche 7-14 Tage ruhen

2. Nutzen Sie diese Zeit, um durch eine Bodenanalyse und / oder pH-Wert-Test den Nährstoffbedarf zu ermitteln

3. Düngen Sie den Rasen entsprechend der Ergebnisse

4. Für den Fall, dass der pH-Wert unter 5,5 liegt, ist der Boden übersäuert. Die Grünfläche sollte gekalkt werden, um ein Ausbreiten von Moos zu verhindern. Nach dem Kalken warten Sie 3-4 Wochen ab, bevor Sie einen organischen oder mineralisch-organischen Dünger ausbringen.

5. Nach dem Vertikutieren bleiben oft kahle Stellen im Rasen zurück. Diese Schäden können Sie einfach per Nachsaat beheben.

Nicht nur vertikutieren, auch aerifizieren

Neben dem Vertikutieren gibt es noch das Aerifizieren, das Lüften des Rasens. Dieser Vorgang ist das ganze Jahr über möglich und sinnvoll. Wollen Sie nur eine kleine Fläche lüften, so greifen Sie am besten zu einer simplen Gabel wird bis zum Stielanfang in die Gartenerde gestoßen und mit einem Ruck leicht nach vorn und rückwärts bewegt. Auf diese Weise wird der Garten-Boden gelockert und nicht – wie beim Umgraben – gewendet. Im Abstand von jeweils etwa fünf Zentimetern wird die Garten-Fläche so Stück für Stück bearbeitet. Dadurch lockern Sie das Erdreich und es können wieder mehr Sauerstoff und Wasser eindringen.

Für größere Gärten gibt es elektrische Aerifizierer, die die Arbeit rasch und bequem vollenden. Wie bei fast allen Gartengeräten, gibt es auch hier verschiedene Ausführungen.

Elektro-Aerifizierer:

Die meisten Aerifiziergeräte ähneln rein optisch einem Rasenmäher. Auch in der Handhabung sind sie einem Rasenmäher sehr ähnlich. Anstatt einem Messer besitzen diese elektrischen Aerifiziergeräte einfach nur Stachel an der Unterseite. Mit dem Gerät müssen Sie dann gleichmäßig auf der Rasenfläche auf- und abfahren.

Rollender Rasenlüfter:

Alternativ zu einem elektrischen Aerifiziergerät können Sie sich auch einen so genannten „rollenden Rasenlüfter“ zulegen. Dieses Gerät ähnelt einem Spindelrasenmäher. Der Unterschied ist nur, dass ein rollender Rasenlüfter keine Spindel besitzt, sondern eine Walze mit Stacheln. Auch mit diesem Aerifizierer müssen Sie einfach nur gleichmäßig auf der Rasenfläche auf- und abfahren.

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