Kaminöfen: Welcher Ofentyp eignet sich für Sie?
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Kaminöfen: Welcher Ofentyp eignet sich für Sie?

Ein knisterndes Feuer im Kamin oder die wohlige Wärme eines Kachelofens – moderne Kaminöfen verbinden energieeffiziente Heizung und gemütliche Atmosphäre miteinander. Verschiedene Ofentypen bieten angepasste Lösungen für die individuelle Wohnsituation.

Allgemeines zu Kaminöfen

Der Begriff “Kamin” kommt vom lateinischen Wort “caminus” für Ofen. Im weitesten Sinn ist der Kamin eine häusliche Einrichtung zum Verfeuern von festen Brennstoffen, wie beispielsweise Holz. Seit vielen hundert Jahren sind offene Feuerstellen bekannt, die früher nicht nur als Heizung eines Raumes dienten, sondern auch als Kochstelle. Doch offene Kamine, also häusliche Feuerstellen ohne einen vom Wohnraum abgetrennten Feuerraum, haben Nachteile: Einerseits können trotz Schornsteinanschluss Rauchgase in den Wohnraum gelangen, andererseits erreichen offene Feuerstellen nicht annähernd die Energieeffizienz eines modernen, geschlossenen Kamins.

Der Unterschied zwischen klassischen Kaminen und den sogenannten Kaminöfen liegt darin, dass Kaminöfen frei im Raum stehen kann, während Kamine in die Wand eingebaut werden.

Voraussetzung für die Aufstellung eines Kaminofens ist ein geeigneter Schornsteinanschluss. Kaminöfen sind je nach Modell mit Keramik, Stein oder Metall verkleidet. Sie heizen sich recht schnell auf und spenden schon nach relativ kurzer Zeit Wärme. Die typische Strahlungswärme eines Ofens wird als besonders angenehm empfunden und schafft ein natürliches Raumklima.

Wasserführende Kaminöfen: Effiziente Wärmenutzung

Der Anschluss eines Kaminofens an die Zentralheizung und das Warmwassersystem des Hauses stellt einen weiteren Entwicklungsschritt moderner Kaminöfen dar. Die Nutzung der entstehenden Wärme wird auf diese Weise optimiert. Durch das Einspeisen der Wärme in den Wasserkreislauf der Zentralheizung wird das Überheizen des Aufstellungsraums verhindert und die zentrale Heizungsanlage entlastet. Möglich ist auch, den wasserführenden Kaminofen als Hauptheizung zu nutzen. Mit einem Heißwasserspeicher kann die Energie des gemütlichen Feuers am Abend noch am nächsten Morgen zum Duschen genutzt werden. Das Herzstück einer solchen Anlage ist der Pufferspeicher, der in Verbindung mit einer zentralen Steuerung das erwärmte Wasser nach Bedarf an die Heizungsanlage abgibt. Bei Neubauten oder als Teil der energetischen Sanierung von Bestandsimmobilien sind wasserführende Kaminöfen eine interessante Alternative. Lassen Sie sich in jedem Fall von einem Fachmann ausführlich beraten.

Der Kachelofen: Klassische Gemütlichkeit mit moderner Technik

Kachelöfen wurden früher vor Ort handwerklich gebaut und haben ihren Namen von den typischen Ofenkacheln, aus denen die Öfen zusammengesetzt wurden. Die Ofenkacheln speichern die Wärme und geben auch nach Erlöschen des Feuers in der Brennkammer über einen längeren Zeitraum Wärme an die Raumluft ab. Daneben gibt es auch gemauerte Kachelöfen und solche, die mit wärmespeichernden Schamottsteinen ausgekleidet sind. Moderne Kachelöfen werden entweder wie früher in Handarbeit gefertigt oder als Bausatz geliefert. Warmluft-Kachelöfen funktionieren nach dem Prinzip der Konvektionsheizung. Dabei strömt die kalte Raumluft ins Innere des Kachelofens, wird dort erwärmt und wieder in den Raum zurück geleitet. Diese Warmluft macht 60 bis 80 Prozent der abgegebenen Wärme aus. Der Rest ist die über die gekachelte Oberfläche des Ofens abgegebene Strahlungswärme.

Ein Kachelofen bringt nicht nur Gemütlichkeit in den Raum. Er kann als echter Ersatz für die Öl- oder Gasheizung dienen und durch Warmluftkanäle das gesamte Haus beheizen. Aber auch in der Übergangszeit oder als Ergänzung zur modernen Heizungsanlage bietet sich diese Ofenform an. Als nachteilig erweist sich allerdings der relativ hohe Zeitaufwand. Mindestens einmal täglich muss der Kachelofen in der Heizperiode von der Asche befreit und neu angeheizt werden.

Der Pellet-Ofen: Ökologisch und wirtschaftlich

Kamin- und Kachelöfen, in denen nachwachsende Rohstoffe zur Wärmegewinnung verbrannt werden, haben angesichts der Endlichkeit fossiler Brennstoffe sowohl ökologisch als auch ökonomisch die Nase vorn. Beim Umstieg auf ressourcenschonende Wärmegewinnung gehören Pellet-Öfen zu den großen Gewinnern. Als Brennstoff dienen aus Holzresten und Sägespänen hergestellte Holzpellets, deren Heizwert pro Kilogramm in etwa dem von einem halben Liter Heizöl entspricht. Pellet-Öfen gibt es sowohl als Einzelöfen zur Raumheizung, oder als wasserführende Pellet-Öfen der Zentralheizung für die gesamte Hausversorgung. Die Zufuhr der Brennstoffe erfolgt in der Regel automatisch, wobei ein Thermostat Nachfüllmenge und Luftzufuhr steuert. Neben der Energieeffizienz und der hervorragenden Umweltbilanz trägt auch die staatliche Förderung dazu bei, dass sich Pellet-Heizungen in immer mehr Haushalten finden. Pelletheizungen sind die Alternative für Menschen, die eine moderne Heizungsanlage mit höchstem Bedienkomfort suchen und nicht von fossilen Brennstoffen abhängig sein möchten.

Ob als Zusatzheizgerät neben der Zentralheizung oder als Vollheizung, mit den verschiedenen Designs und Konstruktionen der zahlreichen Modelle lassen sich nicht nur individuelle Gestaltungswünsche umsetzen. Je nach Wärmebedarf der Wohnung oder des Hauses bieten Fachbetriebe genau angepasste Lösungen. Moderne Kamin- und Kachelöfen erreichen dank effizienter Verbrennungstechnik sehr hohe Wirkungsgrade und nutzen die gespeicherte Energie der Brennstoffe optimal aus. Die hohe Energieeffizienz, die fast rückstandslose Verbrennung von Briketts, Holz und Pellets, sowie die Einhaltung der strengen Grenzwerte für Abgase und Feinstaub machen moderne Feuerstätten zu einer der Säulen eines umweltfreundlichen und zukunftssicheren Energiekonzepts.

Abschließende Tipps

  • Zuerst muss geklärt werden, ob der Ofen als Zusatz- oder als Hauptheizung genutzt werden soll.
  • Bei der Nutzung als Vollheizung sollte eine Wärmebedarfsberechnung erstellt werden.
  • Je nach Gerät sind Statik des Hauses und Schornsteinanschluss zu beachten.
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Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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