Kalkablagerungen in Leitungen und Geräten: Was tun?
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Kalkablagerungen in Leitungen und Geräten: Was tun?

Teure Reparaturen und sogar Wasserrohrbrüche können die Folge von starken Kalkablagerungen in Wasserleitungen und Geräten sein. Hersteller versprechen Abhilfe durch chemische oder physikalische Wasserbehandlungen. Erfahren Sie hier, welche Verfahren Kalkablagerungen wirklich verhindern.

Deshalb haben wir Kalk im Wasser

Kalk hinterlässt überall seine Spuren: Er überzieht Geräte und Leitungen mit einer stumpf weißen Schicht, im Wasserkocher schwimmen Kalkflocken, und im Geldbeutel verursacht er tiefe Löcher. Von starker Verkalkung betroffen sind vor allem Regionen, wo es überwiegend Kreide- oder Kalkgesteine gibt. Weil der durch Regen aufgelöste Kalk der Gesteine ins Grundwasser sickert, ist das Wasser in diesen Gegenden besonders kalkhaltig bzw., aus chemischer Sicht, hart. Wasser mit einem Härtegrad ab 14 °dH (Grad deutscher Härte) wird als hartes Wasser bezeichnet.

Welche Folgen hat hartes Wasser?

  • Wenn Wasser auf über 60 Grad Celsius erhitzt wird, entstehen hartnäckige Kalkablagerungen in und auf Küchengeräten, Boilern, Duschköpfen und Wasserleitungen. Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto intensiver setzt sich der Kalk ab und desto stärker sind die Verunreinigungen.
  • Da sich Seife in hartem Wasser schwer löst, wird in Regionen mit kalkhaltigem Wasser mehr Waschmittel verbraucht.
  • Seifen reagieren mit dem kalkhaltigen Wasser zu unlöslicher Kalkseife. Diese setzt sich in der Kleidung fest, was dauerhaft zu einer Vergrauung der Fasern führt.
  • In Wasserleitungen kann die dauerhafte Ablagerung von Kalk zu einem Wasserrohrbruch führen. Erste Hinweise für stark verkalkte Leitungen sind übrigens ein verminderter Wasserdruck sowie kleine Kalkpartikel im Wasser. Ist dies der Fall, sollte ein Fachbetrieb mit der Reinigung beauftragt werden, um einen Rohrbruch zu vermeiden.
  • Hoher Stromverbrauch ist eine weitere Folge von hartem Wasser: Wenn sich Kalk beispielsweise auf dem Heizstab eines Boilers absetzt, wird die Abgabe von Wärme behindert. Die Aufheizzeiten des Boilers erhöhen sich – und somit auch der Stromverbrauch.
  • Teure Gerätereparaturen bei Waschmaschinen oder Boilern sind notwendig, wenn sich eine hartnäckige Kalkschicht auf die Heizstäbe gesetzt hat.

Doch wie lassen sich solche Kalkablagerungen verhindern?

Um die Ablagerung von Kalk an Geräten und Rohren dauerhaft zu verhindern, muss das Wasser weicher werden. Da die Wasserversorger die Wasserenthärtung in der Regel nicht zentral vornehmen, müssen Hausbesitzer, die in den Genuss von weichem Wasser kommen möchten, selbst für eine Enthärtung des Wassers sorgen. Dies gelingt durch eine dezentrale Enthärtungsanlage, die das gesamte Rohrleitungsnetz und die Geräte vor Kalk schützen. Die Anlage wird in der Regel an die eingehende Leitung der Wasserversorgung angeschlossen.

Chemische Entkalkung

Ein übliches Verfahren ist die chemische Entkalkung mittels eines Ionenaustausches. Dazu werden die Magnesium- und Calciumionen, die dafür verantwortlich sind, dass das Wasser hart ist, mithilfe einer Kationenaustauschkartusche aus dem Trinkwasser entfernt und durch Natriumionen ersetzt. In dieser Kartusche befindet sich ein Kunstharz, durch das dieser chemischer Prozess bewirkt wird. In regelmäßigen Abständen müssen die Kunstharze durch Spezialsalze regeneriert werden. Da die Salze bei der Regenerierung teilweise ins Abwasser gelangen, belasten sie die Umwelt.

Umweltfreundlich gegen starke Verkalkung: Mit der physikalischen Wasserbehandlung

Eine umweltfreundliche Lösung des Kalkproblems und gleichzeitig sinnvolle Alternative zu einer chemischen Aufbereitung des Wassers ist die physikalische Wasserbehandlung. Auf dem Markt gibt dafür zahlreiche Wasserbehandlungsgeräte, die auf unterschiedlichen Wirkprinzipien (u. a. Stromindikation) basieren. Diese Anlagen verändern mithilfe magnetischer oder elektrischer Felder die Kalkkristallstruktur, sodass sich diese nicht mehr an den Wänden von Rohren festsetzen. Eine Wartung oder Regeneration wie bei chemischen Wasserentkalkungsanlagen ist nicht notwendig.

Wann lohnt sich eine Enthärtungsanlage für Privathaushalte?

Den Einbau einer Enthärtungsanlage empfehlen Experten für Regionen mit Härtegraden über 21 °dH. Bei Härtegraden, die unter diesem Wert liegen, ist die Belastung durch Kalkablagerungen nicht so hoch, dass sich eine teure Enthärtungsanlage lohnen würde.

Für die Planung und die Installation einer Enthärtungsanlage sollte ein Experte beauftragt werden. Dieser ermittelt die erforderliche Anlagengröße für den Privathaushalt, überprüft, ob die Vorgaben der Trinkwasserverordnung eingehalten werden und installiert die Wasserenthärtungsanlage fachgerecht. Zudem informiert er über die verschiedenen Preise und Techniken der unterschiedlichen Enthärtungsanlagen, denn neben den Anschaffungskosten verursachen einige Geräte jährliche Wartungskosten.
Von dem Kauf einer Enthärtungsanlage profitieren Hausbesitzer mit hohen Wasserhärtegraden, da sie

  • die Lebensdauer von Geräten, Leitungen und Kleidung erhöht,
  • Ablagerungen im Bad und in der Küche verhindert,
  • den Energieverbrauch senkt,
  • Waschpulver einspart und somit
  • die Umwelt schützt.

Tipps

  • Kalkablagerungen lassen sich chemisch oder physikalisch bekämpfen.
  • Angaben über den Härtegrad des Wassers geben die Wasserwerke vor Ort.
  • Entkalkungsanlagen sollten das DVGW-Prüfzeichen besitzen. Denn nur Anlagen mit diesem Siegel erfüllen die strengen Anforderungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sowie die DIN-Normen.
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Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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