Hydraulischer Abgleich der Heizung: Sparen dank Energieeffizienz
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Hydraulischer Abgleich der Heizung: Sparen dank Energieeffizienz

Ein hydraulischer Abgleich der Heizung ist ein wichtiger und effektiver Schritt hin zu einer niedrigeren Heizkostenrechnung. Lesen Sie hier, was genau sich hinter einem hydraulischen Heizungsabgleich verbirgt und was er Ihnen bringen kann.

Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Wenn Sie in einem Haus mit mehreren Etagen oder einer vergleichsweise großen Wohnfläche wohnen, kennen Sie das mit Sicherheit: Je weiter weg ein Heizkörper vom zentralen Heizkessel ist, umso langsamer wird er warm. Heizkörper, die sich wiederum sehr dicht am Heizkessel befinden, sind manchmal so heiß, dass Sie sie kaum anfassen können. Dadurch geht jede Menge Energie verloren: zum einen durch die Überheizung der Räume in unmittelbarer Nähe des Heizkessels, zum anderen durch die hohen Vorlauftemperaturen, die oft nötig sind, damit auch die entferntesten Zimmer vernünftig warm werden.

Genau hier setzt ein hydraulischer Abgleich an: Das Ziel dieser Maßnahme ist es, alle Räume im gesamten Haus auf dieselbe Temperatur zu bringen und dabei keinerlei Heizenergie mehr zu vergeuden.

Dazu errechnet der Profi die genaue Heizlast für einen Raum – also wie viel Energie nötig ist, um ein Zimmer auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Das geht am einfachsten, wenn Sie die Baupläne Ihres Hauses zur Hand haben, an denen er sich orientieren kann. Anschließend stellt er an jedem einzelnen Heizkörper eine individuelle Durchflussmenge von Heizwasser ein, sodass jeder Raum die optimale Temperatur erreicht und Sie richtig heizen, ohne Energie zu verschwenden.

Ein hydraulischer Abgleich ist bei fast jeder Heizung möglich.
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Ein hydraulischer Abgleich ist bei fast jeder Heizung möglich.

Voraussetzungen für einen hydraulischen Abgleich der Heizung

Ein hydraulischer Abgleich ist bei fast jeder Heizung möglich. Am einfachsten und kostengünstigsten ist es jedoch, wenn Ihre Heizkörper bereits über voreinstellbare Thermostatventile verfügen. Ob das der Fall ist, erkennen Sie ganz einfach:

  1. Schrauben Sie den Thermostatkopf ab, an dem Sie sonst die Heizung hoch- oder runterdrehen. 
  2. Sollte das nicht von Hand funktionieren, nehmen Sie eine Rohrzange zur Hilfe. 
  3. Jetzt sehen Sie den meist kupferfarbenen Ventileinsatz. Wenn darauf Zahlen (meistens von eins bis sechs) eingraviert sind, dann verfügen Ihre Heizkörper bereits über voreinstellbare Thermostatventile. Fehlen die Zahlen, ist das nicht der Fall.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Abgleich ist ein sogenanntes Zwei-Rohr-System: Es müssen also zwei separate Rohre zu jedem Heizkörper führen. Heizsysteme mit nur einem Rohr pro Heizung lassen sich zwar auch abgleichen, allerdings nur in einem sehr eingeschränkten Rahmen.

Nach einem hydraulischen Abgleich der Heizung verteilt sich die Wärme besser in allen Räumen.
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Nach einem hydraulischen Abgleich der Heizung verteilt sich die Wärme besser in allen Räumen.

Welche Kosten kommen auf Sie zu und wie viel können Sie sparen?

Die Kosten eines hydraulischen Heizungsabgleichs hängen vor allem von den baulichen Voraussetzungen ab:

  • Bei Bestandsgebäuden können Sie den Heizbedarf aller Räume vom Heizungsfachmann schätzen lassen. Auf dieser Basis wird der hydraulische Abgleich vorgenommen. Für ein Einfamilienhaus kostet dieses Verfahren meist zwischen 600 und 1.200 Euro.
  • Für Neubauten ist ein exakteres Vorgehen empfehlenswerter: Hier wird der Heizbedarf für jeden Raum genau berechnet. Das kostet mehr, in der Regel zwischen 1.500 und 3.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Im Rahmen einer Baubegleitung sind jedoch Zuschüsse möglich, die den Preis reduzieren. 
  • Natürlich können Sie das genauere Messverfahren auch bei Bestandsbauten anwenden, Sie sollten sich jedoch zuvor über das Kosten-Nutzen-Verhältnis aufklären lassen.

Im Idealfall werden Sie nach dem Abgleich schon auf Ihrer nächsten Rechnung sehen, dass Sie einiges an Heizkosten sparen – meist um die 5 Prozent. 

Wenn Sie bei sich zu Hause einen hydraulischen Abgleich der Heizung durchführen lassen wollen, stellen Sie sicher, dass Sie dafür einen Profi engagieren. Das kann ein Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sein, ein Gas- und Wasser-Installateur oder ein Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. Denn wenn Sie Ihre Heizungsanlage anschließend zum Beispiel modernisieren wollen, ist ein nachweislich vom Experten durchgeführter hydraulischer Abgleich Pflicht, falls Sie Fördermittel – zum Beispiel bei der KfW Bank – beantragen wollen.

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