Hochbeet anlegen: So gelingt der rückenschonende Minigarten
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Hochbeet anlegen: So gelingt der rückenschonende Minigarten

Wenn Ihnen rückenschonende Gartenarbeit wichtig ist, sollten Sie ein Hochbeet anlegen. Dann müssen Sie sich bei Weitem nicht mehr so oft bücken wie bei einem normalen Beet. Was es bei einem Hochbeet alles zu beachten gilt, welche Schichten es braucht und wie Sie es pflegen sollten, lesen Sie hier.

Hochbeet im Garten anlegen: Die Vorteile

Wie der Name schon verrät, ist ein Hochbeet ein höher angelegtes Beet, in dem Sie bequem und rückenfreundlich gärtnern können. Ein weiterer Vorteil: Einige Schädlinge wie etwa Schnecken, Wühlmäuse oder Maulwürfe haben es viel schwerer, das Beet und die darin wachsenden Pflanzen zu erreichen – vorausgesetzt, Sie beachten einige Tipps zum Aufbau eines Hochbeets.

Hochbeet selber bauen oder fertig kaufen?

Sie können ein Hochbeet als Bausatz im Baumarkt oder Gartencenter kaufen. Sie bekommen dann eine Art Kastenbeet, das meist als Holzsystem in verschiedenen Größen angeboten wird. Sie können Ihr Hochbeet aber auch selber bauen. Das erfordert zwar ein wenig handwerkliches Geschick, ist aber kein Hexenwerk.

Für beide Varianten gilt: Ein guter Zeitpunkt zum Anlegen eines Hochbeets ist zum einen das Frühjahr, wenn die Gartensaison beginnt. Zum anderen eignet sich der Herbst, weil Sie dann Schnittgut von Ästen, Rasen und Büschen parat haben, um die verschiedenen Schichten des Hochbeets anzulegen – dazu später mehr.

Ideale Maße für ein Hochbeet sind: 1,50 m x 0,80 m x 1 m (B x H x T) – eine Tiefe von einem Meter ist sinnvoll, damit Sie von jeder Seite des Beets an alle Pflanzen herankommen.

Beim Anlegen eines Hochbeets sind folgende Punkte entscheidend:

• Grundlage ist eine robuste Einfassung aus druckimprägnierten oder naturbelassenem Holz wie etwa Douglasie, Lärche oder Robinie (diese Hölzer kommen lange ohne chemischen Holzschutz aus).
• Wichtig: Wenn Sie Holzschutzmitteln oder -lasuren verwenden, dann achten Sie darauf, dass die Produkte gesundheitlich unbedenklich sind – vor allem, wenn Sie zum Beispiel Salat oder anderes Gemüse in Ihrem Hochbeet anpflanzen wollen.
• Alternativ gibt es auch Hochbeete aus Betonplatten oder Blech, die jedoch optisch nicht so überzeugen wie robustes Holz, das auch farbig lackiert werden kann. Außerdem können Blech oder Metalle sich im Sommer unkontrolliert aufheizen.
• Das Hochbeet muss einen festen, ebenen Standort im Garten haben und sollte in einer etwa 25 Zentimeter tiefen Grube stehen.
• Die optimale Ausrichtung eines Hochbeets ist die Nord-Süd-Richtung.
• Der Boden muss zum Schutz vor Schädlingen wie Mäusen mit einem engmaschigen Drahtgitter ausgelegt werden.
• Holzeinfassungen brauchen eine dicke Gewebefolie im Inneren, damit der Naturstoff nicht so schnell verrottet.

Hochbeet anlegen: Die Schichten

Haben Sie Ihr Hochbeet aufgebaut, können Sie es füllen. Dabei müssen Sie nicht für das gesamte Volumen hochwertige Blumenerde verwenden. Das Beet besteht aus verschiedenen Schichten, wobei das Material, das für die Schichten verwendet wird, von unten nach oben immer feiner wird.

In den unteren Schichten finden wertvolle Verrottungsvorgänge statt, sodass ein Hochbeet in gewisser Weise auch eine Art Kompost ist. Das Material wird unterschiedlich schnell zersetzt, wodurch verschiedene Nährstoffe freigesetzt werden, die das Pflanzenwachstum fördern. Außerdem entsteht dabei Wärme, sodass das Hochbeet auch in kälteren Jahreszeiten noch nutzbar ist.

Alle Schichten zusammen erreichen in der Regel eine Höhe von etwa 80 Zentimetern, wobei es auch niedrigere Beete gibt – etwa 30 Zentimeter für Kartoffeln oder 50 Zentimeter für Rosen. Was die einzelnen Schichten betrifft, gibt es etliche Möglichkeiten der Zusammenstellung, auch in Bezug auf die Höhe der jeweiligen Schichten. Es folgt ein Beispiel.

Hochbeet schichten: Ein Beispiel

Dieses Beispiel zeigt, wie Sie ein Hochbeet von unten nach oben anlegen beziehungsweise schichten können, das sich zum Beispiel für das Anpflanzen von Gemüse eignet:

• 10 Zentimeter: grober Baum- und Strauchschnitt wie Äste, Zweige und Laub sowie etwas Erde
• 10 Zentimeter: dünne Ästchen, Holzhäcksel, unbedruckte Pappe oder Kompost (verrottet)
• 15 Zentimeter: reife Komposterde
• 10 Zentimeter: grober Kompost und Dung
• 15 Zentimeter: Gartenerde mit etwas reifem und grobem Kompost
• 20 Zentimeter: Gartenerde

Es ist wichtig, dass Sie die beiden untersten Schichten gut verdichten. Denn der Beetinhalt sackt durch die Zersetzungsprozesse ohnehin in sich zusammen. Werden die unteren Schichten nicht verdichtet, passiert dies viel früher als nötig.

Wenn Sie ein reines Blumenhochbeet anlegen möchten, reicht es aus, den unteren Teil mit Baum- und Strauchschnitt zu füllen und darüber Kompost und Blumenerde zu geben.

Hochbeet bepflanzen: Welches Gemüse?

Wenn Sie ein Hochbeet für Nutzpflanzen anlegen, sollten Sie in den ersten zwei Jahren am besten Starkzehrer anpflanzen, da das Beet in dieser Zeit die meisten Nährstoffe enthält. Zu den stark zehrenden Gemüsepflanzen zählen unter anderem:

• Lauch
• Sellerie
• Kohl
• Gurken
• Karotten
• Zucchini
• Tomaten
• Stangen- und Buschbohnen
• Zuckererbsen

In den Folgejahren sollten Sie dann weniger stark zehrende Pflanzen wie etwa Salate oder Spinat anbauen. Tipp: Informieren Sie sich bei einem Gärtner oder im Gartencenter über sinnvolle Mischkulturen!

Natürlich müssen Sie ein Hochbeet nicht zwingend mit Gemüse bepflanzen – Sie können auch Zierpflanzen anbauen. Wählen Sie auch hier für die ersten zwei Jahre eher stark zehrende Pflanzen und anschließend Schwachzehrer. So können Sie anfangs beispielsweise

• Sonnenblumen
• Geranien
• Chrysanthemen
• Tulpen

und in den Folgejahren

• Primeln
• Petunien
• Begonien
• Stiefmütterchen
• Azaleen

pflanzen. Für alle diese Zierpflanzen gilt die Empfehlung, Kräuter zwischenzusetzen – diese wehren viele Schädlinge und sogar Krankheiten ab.

Im Video sehen Sie noch einmal zusammenfassend, worauf es ankommt, wenn Sie ein Hochbeet befüllen und bepflanzen möchten:

Hochbeet-Erde austauschen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Innerhalb eines Jahres fällt der Inhalt eines Hochbeets um 10 bis 20 Zentimeter zusammen – dann können Sie einfach mit Erde auffüllen.

Experten raten dazu, die Erde eines Hochbeets nach zwei bis drei Jahren komplett auszutauschen. Das ist nötig, weil die Nährstoffe nach dieser Zeit in der Regel aufgebraucht sind. Tipp: Wenn Sie die Hochbeet-Erde austauschen, überprüfen Sie direkt, ob das Beet Schäden hat und noch stabil steht.

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Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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