Heizen und sparen – mit Erdöl und Erdgas
© AlexRaths/iStock/Thinkstock
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Heizen und sparen – mit Erdöl und Erdgas

Noch immer nutzen viele Haushalte Erdöl und Erdgas, um das Eigenheim im Winter zu heizen – und das aus gutem Grund. Effiziente Heiztechnik, innovative Fördermethoden und die Weiterentwicklungen der Brennstoffe selbst, erhöhen die Attraktivität und Umweltverträglichkeit der fossilen Energieträger. Wir verraten Ihnen, wie die klassischen Energielieferanten sich verändert haben und wie Sie sie kostengünstig und umweltschonend einsetzen können.

Erdgas – natürlich umweltverträglich

Etwa die Hälfte der Haushalte in Deutschland, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), nutzt Erdgas zur Heizwärmeerzeugung. Der Trend geht hier zu modernen Brennwertkesseln, die den Energiegehalt des Gases nahezu vollständig ausschöpfen und so die Energieeffizienz erhöhen. Dank seines niedrigen CO2-Gehaltes im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen ist Erdgas darüber hinaus ein ausgesprochen umweltverträglicher Energieträger.

Zu den Innovationen gehört das Bio-Erdgas, das nicht aus fossilen Lagerstätten, sondern aus aufbereitetem Biogas gewonnen wird. Dadurch wird nicht nur die Gewinnung umweltverträglicher und kostengünstiger – vor allem beim Verbrennen setzt das Bio-Erdgas nur so viel CO2 frei, wie vorher durch die Pflanzen gebunden wurde, ist also CO2-neutral. Eine Umrüstung der Heizanlage ist dazu nicht nötig, denn das heutige, handelsübliche Bio-Erdgas hat nach einer entsprechenden Vorbehandlung ein Qualitätsniveau erreicht, das eine Einspeisung ins Erdgasnetz erlaubt und genauso wie herkömmliches Erdgas genutzt werden kann. In Verbindung mit moderner Brennwerttechnik trägt es so zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei und liefert kostengünstige Heizwärme. Die Herstellung von Bio-Erdgas soll sich bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppeln, sodass die Versorgungssicherheit auch dann gewährleistet ist, wenn die klassischen Gasreserven der Erde erschöpft sind, was nach Schätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) in etwa sechzig Jahren der Fall sein wird.

Erdöl: Alles andere als ein Fossil

Dass auch die Heizwärmegewinnung aus Erdöl durchaus zeitgemäß ist, zeigt ein Blick auf die neuen Entwicklungen in der Brennstofferzeugung und Brennwerttechnik. Auch das Heizöl ist nämlich nicht mehr das, was es einmal war: Neben dem konventionellen Heizöl mit hohem Schwefelanteil (bis zu einem Gramm pro Kilogramm Heizöl) stehen heute auch schwefelarmes Heizöl (weniger als 50 Milligramm pro Kilogramm), das besonders rückstandsfrei verbrennt, und Bio-Heizöl zur Verfügung. Als Bio-Heizöl bezeichnet man ein schwefelarmes Heizöl mit einem Anteil von mindestens drei Volumenprozent Flüssigbrennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen. Zur Weiterentwicklung der Brennstoffe selbst gesellt sich der technische Fortschritt im Bereich der Brennwerttechnik: „Mit einer Energieausnutzung von nahezu 100 Prozent erreichen Öl-Brennwertgeräte das physikalisch Machbare“, fasst Jörg Franke, Technik-Experte des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) zusammen. So stellt der Einsatz zeitgemäßer Heiztechnik sicher, dass die im Öl gebundene Energie hocheffizient genutzt wird und die Menge des verbrauchten Öls bei gleicher Heizleistung sinkt – eine beträchtliche Energieeinsparung, die sich in der Umwelt und in der Haushaltskasse gleichermaßen bemerkbar macht.

Heizung modernisieren – auf Brennwerttechnik setzen

Wer also immer noch mit Erdgas oder Erdöl heizt, kann zur Energieeinsparung verschiedene Möglichkeiten ausschöpfen. Wie eine Datenerhebung des Schornsteinfegerhandwerks ermittelte, besteht bei 41 Prozent der in Deutschland betriebenen Ölheizungen Modernisierungsbedarf. Vom traditionellen Ölbrenner auf Öl-Brennwerttechnik umzusteigen, ist im Vergleich zu anderen Modernisierungslösungen vergleichsweise kostengünstig. Fast die Hälfte der Hausbesitzer, die 2012 auf Öl-Brennwertheizungen umsattelten, kombinierten übrigens die neue Heizanlage mit einer Solarthermie-Anlage und erzielen so eine zusätzliche Energieeinsparung.

Da die Optionen für eine Modernisierung von Öl- und Gasheizungen vielfältig sind und den individuellen Gegebenheiten des Hauses entsprechen müssen, sollten Hausbesitzer vor der Modernisierung in jedem Fall eine fachkundige Beratung in Anspruch nehmen. Der Heizungsexperte kann vor Ort den Modernisierungsbedarf zuverlässig feststellen und über geeignete Lösungen beraten. Darüber hinaus fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Modernisierung ineffizienter Heizanlagen mit zinsgünstigen Krediten und bietet auch Zuschüsse zu Beratungs- und Planungsdienstleistungen an.

Abschließende Tipps:

  • Ziehen Sie vor der Modernisierung Ihrer Öl- oder Gasheizung einen Fachmann hinzu, um den Modernisierungsbedarf zu ermitteln.
  • Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten durch die KfW oder andere öffentliche Stellen – auch Länder und Kommunen stellen in vielen Fällen Finanzierungshilfen zur Modernisierung bereit.
  • Prüfen Sie, ob eine Kopplung mit einer Solarthermie-Anlage für Sie in Betracht kommt, um maximale Energieeinsparung zu erzielen.
  • Denken Sie daran, dass die Modernisierung Ihrer Heizung erst dann Sinn macht, wenn wärmedämmende Maßnahmen wie Fassaden- oder Kellerdämmung oder die Modernisierung der Fenster abgeschlossen sind. Danach fällt der Heizwärmebedarf deutlich geringer aus, sodass die neue Anlage kleiner und damit kostengünstiger zugeschnitten werden kann.
SB
Autor/-in
Sarah Berger
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