Hausschwamm erkennen: Wer frisst denn da?
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Hausschwamm erkennen: Wer frisst denn da?

Der Hausschwamm ist ein Holzschädling, der Möbel, Treppen, Fußböden oder Dachstühle befällt. Um größere Schäden zu vermeiden, ist es wichtig, den Hausschwamm rechtzeitig zu erkennen. Welche Spuren der Pilz hinterlässt und unter welchen Bedingungen er sich besonders wohlfühlt, erfahren Sie hier.

Hausschwamm erkennen: Was ist das?

Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist ein Holzfäulepilz. Im Gegensatz zum Wilden Hausschwamm (Serpula himantioides), der überwiegend in Forsten und Wäldern vorkommt, befällt er verbautes Holz. Die sogenannten Myzelien des Echten Hausschwamms (die Geflechte, mit denen sich Pilze ausbreiten) dringen tief in die Bausubstanz und auch ins Mauerwerk vor.

Der Schwamm entwickelt sich ab einer Holzfeuchte von 35 Prozent. Er kann aber auch in trockenen Holzteilen leben: Über seine langen Myzelien zieht er sich dann Feuchtigkeit aus anderen Quellen. Die befallenen Stellen können unter Umständen mehrere Etagen weit auseinanderliegen.

Über die sogenannten Myzelien versorgt sich der Hausschwamm mit Feuchtigkeit.
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Über die sogenannten Myzelien versorgt sich der Hausschwamm mit Feuchtigkeit.

Ist der Hausschwamm für den Menschen gefählich?

Der Echte Hausschwamm schadet nicht nur der Bausubstanz, sondern gefährdet auch die Gesundheit des Menschen. Seine Sporen können Allergien auslösen und seine gasförmigen Stoffwechselprodukte zu Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Wenn Sie einen Hausschwamm bekämpfen möchten, sollten Sie daher dringend eine Fachfirma zurate ziehen.

Holzschädlinge bestimmen: Hausschwamm erkennen

Der Hausschwamm befällt vor allem unbehandelte Holzkonstruktionen wie Holzdecken, Holzbalken und Holzfußböden. Den Hausschwamm erkennen Sie an folgenden Charakteristika:

 Den Hausschwamm erkennen Sie unter anderem an seinem rot-orangefarbenen Fruchtkörper.
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 Den Hausschwamm erkennen Sie unter anderem an seinem rot-orangefarbenen Fruchtkörper.

  • Kennzeichnend ist ein gelb- bis rotbrauner Fruchtkörper mit weißem, filzigem Rand. Übrigens: Im Anfangsstadium ist der Hausschwamm noch weiß.
  • Der Schwamm baut die Zellulose im Holz ab, sodass Lignin, ein brauner, bröckliger Staub, übrig bleibt.
  • Es bilden sich weiße, fadenartige Zellen, sogenanntes Luftmycel, das Haus und Mauerwerk überzieht.
  • Es sind angelagerte Wassertröpfchen (Guttationströpfchen) zu sehen.
  • Die Oberfläche des betroffenen Mauerwerks ist eingefallen.
  • Es bildet sich Braunfäule am angegriffenen Holz, die dazu führen kann, dass das Holz würfelartig bricht.
 Baut der Pilz die Cellulose im Holz ab, spricht man auch von Braunfäule. Dabei entsteht der sogenannte Würfelbruch.
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 Baut der Pilz die Cellulose im Holz ab, spricht man auch von Braunfäule. Dabei entsteht der sogenannte Würfelbruch.

Achtung: Der Befall mit dem Echten Hausschwamm ist in einigen Bundesländern meldepflichtig.

Befall durch Hausschwamm: Zahlt die Versicherung?

Die meisten Versicherungen zahlen nicht für Schäden, die durch einen Hausschwamm verursacht werden. In gängigen Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen sind sie nicht abgedeckt. Fragen Sie am besten bei Ihrer Versicherung nach, ob Sie einen speziellen Schutz im Falle von Holzschädlingen anbietet.

Unter diesen Bedingungen fühlt sich der Hausschwamm wohl

Generell kann der Hausschwamm jedes Holz befallen. Wichtig ist für ihn nur, dass es feucht genug und nicht zu kalt ist. Ideale Bedingungen findet er bei 35 bis 60 Prozent Holzfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Aus diesem Grund siedelt er sich besonders gern in Kellern und Altbauten an.

Aber auch in Neubauten kann sich der Hausschwamm ausbreiten. Eine undichte Leitung oder ein schlecht abgedichtetes Bad bieten dem Pilz meist ebenfalls ausreichend Feuchtigkeit.

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