Möglichst naturnah und mit einem gesunden biologischen Gleichgewicht – so wird Ihr Gartengewässer zum wunderschönen Rückzugsort. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Gartenteich optimal bepflanzen.
Ratgeber: Gartenteich

Gartenteich bepflanzen: Das sollten Sie beachten

Möglichst naturnah und mit einem gesunden biologischen Gleichgewicht – so wird Ihr Gartengewässer zum wunderschönen Rückzugsort. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Gartenteich optimal bepflanzen.

So planen Sie Ihre Teichbepflanzung gut vor

Bevor es an die Auswahl der Pflanzen geht, ist etwas Planung für den Gartenteich gefragt. Wenn Sie von vornherein alles gut durchdenken, fällt Ihnen das eigentliche Anpflanzen von Seerosen, Sumpfdotterblumen und Co. später viel leichter.

Informieren Sie sich vorab, welche Teichpflanzen schnell und welche langsam wachsen. Schnellwachsende Wasserpflanzen wie Wassersterne oder Unterwasserfarn brauchen Sie nicht in großer Zahl einzusetzen. Bei langsam wachsenden Sorten wie dem Schachtelhalm oder dem weiß-grünen Kalmus können Sie ruhig fünf Setzlinge oder mehr pro Quadratmeter  pflanzen.

Verwenden Sie am besten Pflanztöpfe und Teichschalen, wenn Sie die Teichpflanzen zum ersten Mal ansiedeln. Das hat verschiedene Vorteile: Zum einen sind die Gewächse geschützt und können sich nicht völlig unkontrolliert ausbreiten, zum anderen können Sie nicht winterharte Gewächse ganz einfach mitsamt Behältnis ins Winterquartier umziehen.

Der richtige Untergrund für Wasserpflanzen

Bereiten Sie Ihren Gartenteich gut auf die einziehende Blüten- und Pflanzenpracht vor: Sowohl im als auch um den Teich herum sollten Sie spezielle Teicherde ausbringen. Diese darf nicht zu nährstoffreich sein, sonst droht vermehrtes Algenwachstum.

Alternativ zum Teichsubstrat funktioniert auch eine Schicht aus Sand oder ein Sand-Kies-Gemisch. Damit möglichst wenige Nährstoffe aus dem Boden ausgeschwemmt werden, können Sie auf der Teicherde oder dem Sand eine Schicht Lehm aufschütten.

Die verschiedenen Zonen eines Gartenteichs

Wenn Sie Ihre Teichpflanzen schließlich ansiedeln wollen, ist eine weitere Grundregel wichtig: Pflanzen Sie immer von innen nach außen und folgen Sie dabei den unterschiedlichen Pflanzzonen des Gartenteichs:

  • Tiefwasserzone (ab 60 cm Wassertiefe)
  • Flachwasserzone (20 bis 59 cm Wassertiefe)
  • Ufer- und Sumpfzone (Teichrand bis 19 cm Wassertiefe)

Beginnen Sie mit der Teichbepflanzung in der Tiefwasserzone und arbeiten Sie sich Stück für Stück bis zur Uferzone vor. Berücksichtigen Sie dabei auch die verschiedenen Wuchshöhen der Teichpflanzen: Während hohe Gewächse eine schöne Hintergrundkulisse bilden, folgen zur Mitte des Teichs hin niedrigere Pflanzen, die Sie am besten in kleinen, sich wiederholenden Gruppen anordnen.

Teichpflanzen für die Tiefwasserzone

Seerosen sind der Klassiker unter den Teichpflanzen für die Tiefwasserzone. Sie sehen toll aus und haben einen praktischen Nutzen: Die großen Schwimmblätter der Wasserpflanzen spenden dem Teichwasser Schatten, sodass sich Algen nicht allzu schnell vermehren können. Außerdem heizt sich das Wasser im Sommer nicht zu stark auf und verdunstet.

Eine schöne Ergänzung sind die folgenden Wasserpflanzen, die sich ebenfalls für die Tiefwasserzone eignen:

  • Hornblatt
  • Krebsschere
  • Wasserfeder
  • Wasserschlauch
  • Schwimmendes Laichkraut

So wird die Flachwasserzone bepflanzt

In der Flachwasserzone empfiehlt sich die Verwendung von Pflanzkörben, die direkt ins Wasser gestellt werden. Pflanztaschen, die mit großen Steinen unter Wasser fixiert werden, sind eine gute Möglichkeit, wenn Ihr Gartenteich einen sehr steilen Rand hat. So bleiben die Wasserpflanzen an Ort und Stelle, ihre Vermehrung wird ein Stück weit in Schach gehalten und Sie können sie zum Winter hin bei Bedarf ganz einfach ins Winterquartier umsiedeln.

Wenn Sie mit den Wasserpflanzen schöne Farbtupfer setzen möchten, sind folgende Arten eine tolle Möglichkeit:

  • Pfeilkraut
  • Froschlöffel
  • Igelkolben
  • Tannenwedel
  • Froschbiss
  • Seekanne

Die richtige Bepflanzung für die Ufer- und Sumpfzone

Sogenannte Böschungsmatten helfen Ihnen, Teichpflanzen für die Ufer- und Sumpfzone anzusiedeln. Die Matten lassen sich individuell zuschneiden und anschließend wie ein normales Blumenbeet bepflanzen. Beschweren Sie die Matten mit Kies und größeren Steinen, damit sie nicht verrutschen.

Besonders beeindruckend erblüht die gelbe Sumpfschwertlilie in der Flachwasserzone. Dieser Klassiker unter den Pflanzen für den Gartenteich kann bis zu 120 Zentimetern hoch werden und breitet sich sehr schnell aus.

Weitere Wasserpflanzen, die sich für die Rand- und Sumpfzone des Teichs eignen, sind die folgenden Kandidaten:

  • Schwanenblume (Wasserviole, Blumenbinse, Wasserliesch)
  • Sumpf-Vergissmeinnicht
  • Sibirische Schwertlilie
  • Blutweiderich
  • Sumpfdotterblume
  • Wasserminze
  • Sumpfwolfsmilch
  • Fieberklee
  • Kleiner Rohrkolben
  • Pfennigkraut

Vorsicht vor invasiven Teichpflanzenarten!

Bei invasiven Arten handelt es sich um Pflanzen, die ursprünglich von anderen Kontinenten oder aus Klimaregionen stammen, und sich so schnell vermehren oder sich als so robust erweisen, dass sie heimische Arten zu verdrängen drohen. Das ist vor allem für selten vorkommende oder sehr sensible heimische Pflanzenarten ein Problem – sie könnten dadurch aussterben.

Aus diesem Grund hat eine EU-Kommission aus Botanikern und Zoologen eine Unionsliste mit invasiven Tier- und Pflanzenarten erstellt, die regelmäßig überprüft und gegebenenfalls erweitert wird.

Auf der Liste stehen beispielsweise folgende Teichpflanzenarten:

  • Karolina-Haarnixe
  • Wasserhyazinthe
  • Großer Wassernabel
  • Großblütiges Heusenkraut
  • Gelbe Scheincalla
  • Verschiedenblättriges und Brasilianisches Tausendblatt (Papageienfeder)
  • Schmalblättrige und Wechselblatt-Wasserpest
  • Chilenischer Riesenrhabarber (Mammutblatt)
  • Drüsiges Springkraut

Eine vollständige Liste invasiver Arten finden Sie auf der Seite vom NABU.

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