Egal ob schwarz, weiß oder gelb: Tee ist in der Regel fermentiert. Erst so bekommen die einzelnen Sorten, die übrigens von derselben Pflanze stammen, ihre unterschiedlichen Aromen. Sie können sogar Ihren eigenen Tee fermentieren. Was Sie dafür brauchen und wie es funktioniert, lesen Sie hier.
Fermentieren

Tee fermentieren - gar nicht so schwer

Egal ob schwarz, weiß oder gelb: Tee ist in der Regel fermentiert. Erst so bekommen die einzelnen Sorten, die übrigens von derselben Pflanze stammen, ihre unterschiedlichen Aromen. Sie können sogar Ihren eigenen Tee fermentieren. Was Sie dafür brauchen und wie es funktioniert, lesen Sie hier.

Diese Blätter können Sie benutzen

Wenn Sie Ihren eigenen Tee herstellen wollen, können Sie dazu die Blätter verschiedener Büsche und Sträucher verwenden, die Sie im Sommer im Garten oder in der freien Natur finden. Geeignet sind zum Beispiel die Blätter von:

  • Brombeere
  • Himbeere
  • Erdbeere
  • Wildkirsche
  • Johannisbeere
  • Stachelbeere
  • Walnuss
  • Wildrose
Tee aus Himbeerblättern ist nicht umsonst sehr beliebt.

Tee aus Himbeerblättern ist nicht umsonst sehr beliebt.

Achten Sie darauf, dass Sie keine ganz jungen Blätter sammeln. Sind die Blätter kräftig grün und nicht mehr so zart wie zu Anfang, eignen sie sich am besten. Probieren Sie die Teeherstellung zum ersten Mal, können Sie sich an Himbeer- und Brombeerblätter halten – diese Mischung schmeckt den meisten Teefreunden.

So behandeln Sie die Blätter

Waschen Sie die Blätter ab und lassen Sie sie einen Tag lang im Schatten etwas welk werden. Dann breiten Sie sie aus und rollen einige Male kräftig mit dem Nudelholz darüber. So brechen Sie ihre Strukturen auf und sorgen dafür, dass die Enzyme der Blätter mit Sauerstoff in Berührung kommen. Mithilfe einer Sprühflasche befeuchten Sie die Blätter anschließend mit Wasser. Sie sollten danach aussehen, als seien sie mit Tau benetzt.

Die Lagerung

Legen Sie die Blätter auf ein sauberes Küchenhandtuch und wickeln Sie dieses zu einer sehr festen Rolle zusammen. Fixieren Sie sie, damit sie sich nicht öffnen kann. Diese Rolle lagern Sie an einem warmen Ort – rund 30 Grad sind ideal. Ein Gewächshaus oder Wintergarten eignet sich im Sommer gut. Im Winter taugt auch ein sehr warmer Heizungsraum. Ansonsten können Sie auch mit Wärmflaschen in einer Isolierbox arbeiten. Die Wärmflaschen müssen Sie erneut mit heißem Wasser füllen, sobald die Temperatur zu stark gefallen ist. 

Die fermentierten, getrockneten Blätter haben ihre grüne Farbe verloren.

Die fermentierten, getrockneten Blätter haben ihre grüne Farbe verloren.

An ihrem warmen Ort bleibt die Rolle drei Tage lang liegen. Danach öffnen Sie sie. Ihnen sollte jetzt ein angenehmer Duft entgegenströmen. Legen Sie die schwarz oder dunkelbraun gewordenen Blätter auf ein weiteres sauberes Tuch und lassen Sie sie (möglichst in der Sonne) trocknen.

Den selbst gemachten Tee aufbewahren und genießen

Die getrockneten Blätter können Sie in fest verschließbaren Gläsern aufbewahren und nach und nach verbrauchen. Sie gießen den Tee genauso auf wie Schwarztee. Lassen Sie ihn dann fünf bis zehn Minuten lang ziehen und genießen Sie Ihren selbst gemachten Tee.

Bei Tee heißt es: Oxidation statt Fermentation

Tatsächlich ist es nicht ganz korrekt, wenn man davon spricht, Tee zu fermentieren: Streng genommen handelt es sich um eine Oxidation. Denn im Gegensatz zur richtigen Fermentation (zum Beispiel von Gemüse) kommen beim Fermentieren von Tee keine Mikroorganismen zum Einsatz. Dennoch hat sich die "falsche" Bezeichnung weitgehend durchgesetzt.

Selbst gemachter Tee ist kein Wachmacher

Anders als schwarzer, grüner und weißer Tee enthält Ihr selbst hergestellter Tee kein Teein. Er macht also nicht wach – dafür können Sie ihn bedenkenlos auch abends genießen oder Ihren Kindern geben.

Im Rahmen der Oxidation reagieren Enzyme und andere Stoffe in den Blättern mit Sauerstoff. Das hat verschiedene Auswirkungen: Das Aroma verändert sich und wird weniger bitter. Gleichzeitig verlieren die Blätter ihre grüne Farbe.

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