Fensterlaibungen dämmen und Heizkosten senken
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Fensterlaibungen dämmen und Heizkosten senken

Die Fensterlaibung wird bei energetischen Gebäudesanierungen oft stiefmütterlich behandelt. Während an die Fenster hohe Ansprüche gestellt werden, können bei fehlender Dämmung der Fensterlaibungen Wärmebrücken entstehen, die hohe Heizkosten und Schimmelbildung verursachen.

Die Fensterlaibung – eine Definition

Häufig ist dem Bauherrn gar nicht genau klar, welcher Bereich des Fensters mit dem Begriff Fensterlaibung gemeint ist. Generell werden die seitlichen Innenflächen der Fensteröffnung im Mauerwerk als Laibung bezeichnet. Im Zusammenhang mit der Dämmung bzw. dem Fenster handelt es sich dabei um den seitlichen Wandbereich der Fensteröffnung, der vom Fensterrahmen bis zur Außenseite der Wand reicht. Wie breit diese Laibung ist, hängt vom Wandaufbau und der Einbauposition des Fensters ab. Unterschieden wird zwischen Innen- und Außenlaibung. Der untere Teil der äußeren Fensterlaibung wird als Sohlbank, der innere Teil als Fensterbank bezeichnet. Die obere Laibung heißt Fenstersturz. Die Laibungsecken im Innenbereich werden häufig mit Metallwinkeln verstärkt. Sind die Fensterlaibungen undicht oder unzureichend gedämmt, liegt ein echter Baumangel vor. Laut des Vereins zur Qualitätskontrolle am Bau e.V. befinden sich die Fensterlaibungen unter den Top Ten der Baumängel.

Fensterlaibung dämmen

Damit die Laibung nicht zur Wärmebrücke wird, muss sie dicht und gut gedämmt sein. Moderne Technologien bieten viele verschiedene Dämmlösungen. Ideal sind Laibungsplatten. Dies sind Dämmplatten, die etwas dünner als herkömmliche Dämmplatten ausfallen, aber über eine ebenso gute Dämmwirkung verfügen. Die Platten sind in den üblichen Dämmmaterialien wie Polystyrol, Glas- und Steinwolle, Holzfaserplatten oder Blähton erhältlich. Für den Einbau der Dämmplatten gelten verschiedene Regeln:

  • Die Dämmplatten sollten eine Stärke von mindestens 20 mm, besser noch 30 mm, aufweisen.
  • Für eine fugenfreie Dämmung wird die Laibungsplatte bis an den Blendrahmen des Fensters geführt.
  • Bevor die Platte angebracht wird, muss die Fuge zwischen Blendrahmen und Wand mit Dämmstoff verfüllt werden.

Besonders anspruchsvoll ist die Dämmung der Fensterlaibungen bei vorgehängten hinterlüfteten Fassaden. Der Dämmstoff der Laibung muss bei einer Außendämmung lückenlos an die Fassadendämmung anschließen und wird bis vor den Blendrahmen geführt. Je nach Art der Vorhangfassade wird die Dämmplatte mit einem Laibungsholz oder Blech abgedeckt. Zu beachten ist, dass nicht nur die seitliche Laibung, sondern auch Fenstersturz sowie Sohl- und Fensterbank gedämmt werden müssen.

Wärmebrücke Fensterlaibung

Bleibt die Laibung ungedämmt, entsteht hier eine echte Wärmebrücke, also ein Bereich der Wand, an dem die Wärme schneller nach außen abfließt als an den gedämmten Wandbereichen. Daraus ergeben sich, vor allem auch im Rahmen einer Altbausanierung, gleich mehrere Probleme:

  • Durch den Abfluss der Wärme nach außen erhöhen sich die Heizkosten.
  • An der ungedämmten und damit kalten Wandstelle kommt es zur Kondensation, das heißt, Feuchtigkeit aus der Luft schlägt sich nieder.
  • Durch die feuchten Stellen wird die Schimmelbildung begünstigt. Diese wiederum schädigt die Bausubstanz und kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Energieberater und kompetente Baufirmen weisen den Bauherrn darauf hin, wie wichtig die sorgfältige Dämmung der Fensterlaibung ist. Zu beachten ist, dass die Dämmwirkung nur so gut ist wie die Ausführung. Deshalb ist es empfehlenswert, einen Fachbetrieb zu beauftragen.

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Autor/-in
Wolfgang Ellermann
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