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Die richtige Dachform: Satteldach, Pultdach, Faltdach und Co.
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Wolfgang Ellermann
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Wolfgang Ellermann
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Die richtige Dachform: Satteldach, Pultdach, Faltdach und Co.

Das spitz zulaufende Satteldach kennt jeder – in Deutschland hat diese Dachform Tradition. Neue Technologien, aber auch der Wunsch nach einem besonderen Look sorgen dafür, dass immer häufiger auch andere Dachformen zum Zuge kommen. Lesen Sie hier, welche Varianten es gibt.

Das Satteldach: Klassiker unter den Dachformen

Das Satteldach ist fest in der mitteleuropäischen Baukunst verankert, vereint es doch gleich mehrere Vorteile in sich. Kostengünstig und konstruktiv bewährt schützt diese Dachform das Haus zuverlässig vor der Witterung. Die geneigten Dachflächen, die am First aufeinanderstoßen, bilden die Form eines Dreiecks und liefern damit maximale Stabilität. Die Dachneigung des Satteldaches liegt in der Regel zwischen 38 und 45 Grad. Damit bietet ein Haus mit Satteldach eine Ausbaureserve im Dachgeschoss. Optisch muss ein Satteldach nicht langweilig sein, denn es bestehen zahlreiche Variationsmöglichkeiten, zum Beispiel durch Erker oder Gauben. Die Vorteile eines Satteldachs sind nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht nennenswert:

  • Kostengünstig in der Konstruktion und zugleich witterungsbeständig;
  • Dacheindeckung mit Naturmaterialien möglich;
  • Gestaltungsfreiräume durch unterschiedliche Neigungen und Dacheindeckungen;
  • Ausbaureserve bei Dachneigungen zwischen 38 und 45 Grad.

Konstruktiv unterscheidet man Sparren- und Pfettendächer. Während beim Sparrendach mehrere Sparrenpaare zusammen mit dem Decken einen Dreiecksrahmen bilden, liegt beim Pfettendach jeder einzelne Sparren auf einer Fuß- sowie Firstpfette auf. Je nach Größe der Dachfläche und Spannweite können diese Grundkonstruktionen verstärkt und variiert werden.

Formschön und praktisch: Das Pultdach

Das Pultdach kennzeichnet moderne Wohnbauten und Geschäftshäuser und fällt als Blickfang optisch aus dem traditionellen Rahmen. Lange Zeit war diese Dachform Schuppen und Garagen vorbehalten, heute wird sie zunehmend auch als Überdachung von weiteren Haustypen, wie etwa Wohnhäusern, genutzt. Grund dafür sind die Einsparmöglichkeiten hinsichtlich der Energiekosten, ebenso die Gestaltungsfreiheit, die diese Dachform bietet. Aus zusammengesetzten Pultdächern entstehen reizvolle Dachlandschaften und außergewöhnliche Innenräume. Die Eindeckung richtet sich nach der Dachneigung und generell sind alle Materialien von Bitumen- bis Ziegeleindeckung realisierbar. Lediglich in Sachen Abdichtung ist ein Pultdach anspruchsvoll. Die Vorteile des Pultdachs auf einen Blick:

  • Reduktion der Energiekosten bei geschickter Gebäudeausrichtung (Solaranlage),
  • Regenwassernutzung möglich,
  • einfache Konstruktion,
  • wenig Wohnraumverlust im Dachgeschoss.

Flachdächer im Trend

Flachdächer erlebten in den 1960er- und 1970er-Jahren ihre Blüte. Heute ist das Flachdach wieder im Kommen und steht für zeitgenössisches Wohnen. Häuser mit Flachdach stechen durch ihre klare Form aus der Wohn- und Dachlandschaft hervor. Als Flachdach werden Dächer mit einer Neigung unter sieben Grad bezeichnet – die Tragkonstruktion bildet häufig eine Stahlbetonplatte. Die Abdichtung muss beim Flachdach ausgesprochen sorgfältig und am besten durch einen Fachmann ausgeführt werden. Die Vorteile des Flachdachs auf einen Blick:

  • Hausdach kann als Dachterrasse genutzt werden,
  • Dachbegrünung,
  • maximaler Wohnraum, da keine Dachschrägen vorhanden sind,
  • ideale Belichtung durch Standardfenster oder Lichtkuppeln.

Lust auf die besondere Dachform: Kuppeldach, Trogdach und Mansarddach

Seltener als Sattel-, Pult- und Flachdach oder deren Variationen sind Kuppel- oder Trogdächer. Kuppeldächer zählen zwar zu den spektakulärsten Dachformen, moderne Wohnhäuser mit Kuppeldächern stellen jedoch hohe Anforderungen an die Konstruktion. Trogdächer, die auch als Schmetterlingsdach bezeichnet werden, sind im Prinzip umgekehrte Satteldächer mit innen liegender Dachentwässerung. Diese ebenfalls recht aufwendigen Konstruktionen ergeben sich formal auch aus zusammengesetzten Pultdächern.

Das ursprünglich aus der Barockzeit stammende Mansarddach ist eine besondere Dachform, bei der die untere Dachfläche abknickt und somit eine deutlich steilere Neigung aufweist. Es können dabei eine, zwei oder alle Dachseiten abgeknickt sein. In den unteren, abgeknickten Bereichen findet sich Platz für Dach- oder Gaubenfenster, sodass mit dem Mansarddach großzügige und helle Räume geschaffen werden können. Die Dachform geht auf den französischen Architekten Francois Mansart zurück.

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Als leidenschaftlicher Hobby Gärtner setzt sich Wolfgang Ellermann auch in seinen Artikeln mit den täglichen Fragen rund um den Garten auseinander. Ebenfalls ist er begeisterter Angler und Hobby-Läufer.
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