Apfelbäume •

Der große Apfelratgeber: Die beliebtesten Apfelsorten und mehr

Er ist das beliebteste Obst der Deutschen und zudem noch sehr gesund: der Apfel. Mehr als 1.500 Apfelsorten gibt es allein hierzulande. Welche am beliebtesten sind und was Sie noch über Äpfel wissen sollten, erfahren Sie hier.

Die Top Ten der Apfelsorten

Weltweit existieren über 20.000 Apfelsorten, über 1.500 davon wachsen auch in deutschen Gärten. Im gewerbsmäßigen Anbau finden sich allerdings nur um die 25 Sorten, von denen gerade einmal rund zehn in den Supermarktregalen landen. Diese Sorten stellen keine hohen Ansprüche an den Boden oder die Pflege und liefern hohe Erträge. Dafür enthalten diese auf Profitabilität getrimmten Neuzüchtungen häufig weniger gesunde Inhaltsstoffe als alte Apfelsorten, in denen sich diese über Jahrhunderte entwickeln konnten. Und wegen ihrer Schorfanfälligkeit sind sie für den Anbau im privaten Garten eher ungeeignet.

Ihrem Erfolg an der Supermarktkasse tut das allerdings keinen Abbruch. Rund 25 Kilogramm Äpfel verspeist jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Das sind die zehn beliebtesten Sorten:

  • Elstar: Eine Kreuzung aus Golden Delicious und der Sorte Ingrid-Marie. Er hat eine grün-rote Farbe und schmeckt leicht säuerlich.
  • Granny Smith: Eine australische Züchtung mit grüner Schale und hohem Fruchtsäureanteil.
  • Golden Delicious: Die Sorte, ein Zufallsfund aus einem Garten im US-Bundesstaat Virginia, lässt sich sehr gut lagern, ist fest und wird mit der Zeit immer weicher und mürber.
  • Boskop: Mit seinem säuerlichen Geschmack und der leichten Würznote eignet er sich besonders gut zum Backen.
  • Jonagold: Er paart feine Säure mit aromatischer Süße und besitzt einen besonders hohen Anteil an Vitamin C.
  • Gala: Die Sorte glänzt mit einer fein durchzogenen rotgelben Oberfläche und einem knackigen, süßfruchtigen Geschmack.
  • Cox Orange: Im 19. Jahrhundert in England entdeckt ist der süßsäuerliche Apfel heute eine der beliebtesten Sorten der Briten.
  • Braeburn: Er zeichnet sich besonders durch sein knackiges, festes Fruchtfleisch und einem hohen Süßegrad aus.
  • Pink Lady: Ein Markenname für die Sorte Cripps Pink, die sogar eine eigene Website hat.
  • Kanzi: Ebenfalls ein Markenname, diesmal für die Sorte Nicoter. Solche Markenäpfel werden als Clubsorten bezeichnet.

Was den Apfel so gesund macht

Neben ihrem Geschmack zeichnen sich Äpfel durch ihren hohen Vitamingehalt aus. Rund 30 Vitamine sammeln sich im Fruchtfleisch und vor allem in der Schale. Bis zu 35 Milligramm Vitamin C liefert ein Apfel je nach Sorte. Dazu kommen viele Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe sowie (in der Schale) Eisen, Magnesium und ungesättigte Fette. In der Schale sind außerdem Antioxidantien zu finden, die vor freien Radikalen schützen und damit das Risiko minimieren, an Krebs zu erkranken.

Alte Apfelsorten enthalten oftmals mehr Vitamine

Der Begriff “Alte Apfelsorten” klingt nach Natürlichkeit, Bio, Ursprünglichkeit. Tatsächlich enthalten sie oftmals mehr Vitamine als jüngere Sorten und sind sehr resistent gegen Schädlinge. Allerdings sind alte Apfelsorten für Hobbygärtner nur bedingt geeignet. Sie werfen meistens nur einen geringen Ertrag ab und bedürfen oft besonderer Pflege, da sie häufig auf bestimmte Klimazonen angewiesen sind.

Deshalb werden sie auch nicht gewerblich angebaut. In manchen Gärten und Plantagen sind sie aber noch zu finden. Ihre Wurzeln – im wahrsten Sinne des Wortes – reichen oft Jahrhunderte zurück, wie zum Beispiel beim Borsdorfer Apfel: Die Sorte lässt sich bis ins zwölfte Jahrhundert zurückverfolgen.

Ein paar weitere alte Apfelsorten sind zum Beispiel:

  • Schleswiger Erdbeerapfel (Deutschland, um 1500)
  • Roter Eiserapfel (Deutschland, auch um 1500)
  • Geflammter Kardinal (Deutschland, 16. Jahrhundert)
  • Purpurroter Cousinot (Deutschland, 16. Jahrhundert)
  • London Pepping (aus London, um 1600)
  • Karmeliter Renette (1667, Frankreich)
  • Gravensteiner (Frankreich, 1669)
  • Lausitzer Nelkenapfel (vermutlich Ostsachsen, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts)
  • Gelber Bellefleur (USA, um 1750)
  • Orleans Renette (Frankreich, 1776)
SM
Bewertungen (3)