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Dr.-Ing. Rüdiger Reitz
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Dr.-Ing. Rüdiger Reitz
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Dekorative Kamine: Stil für Ihren Wohnraum!

Nach einer ausgiebigen Betrachtung von Heizkaminen zeigen wir Ihnen in diesem Ratgeberbeitrag dekorative Kamine für ästhetische Ansprüche zur Wohnraumverschönerung. Dabei ist die Heizfunktion von sekundärer Bedeutung. Wer einen stilvollen Kamin mit Charme und Wohlfühlcharakter sucht, ist hier genau richtig!

Große Auswahl: Diese dekorativen Kaminarten gibt es

Auf der Suche nach dem für Sie richtigen dekorativen Kamin sollten Sie einige grundlegende Kaminarten kennen. In diesem Ratgeberbeitrag stellen wir Ihnen den Ethanolkamin, den Gaskamin und den Elektrokamin vor. Dabei handelt es sich um Kamine, die mit Brennstoffalternativen zum Holz betrieben werden. Beachten Sie, dass es darüber hinaus eine Vielzahl an Derivaten gibt. Auch teils exotische Kaminarten, wie beispielsweise der Lichtkamin, sind auf dem Markt verfügbar. Für eine weiterführende Beratung empfehlen wir dazu die Konsultierung eines professionellen Kaminbauers und den Fachhandel. Abschließend nehmen wir dann doch noch Bezug auf einen echten Klassiker: den offenen Holzkamin.

Ethanolkamin: Ästhetik zum Verlieben

Ein Ethanolkamin trägt aufgrund vieler unterschiedlicher Facetten zur Wohnraumverschönerung bei. Die Variantenvielfalt weist ein großes Designportfolio passend zu Ihrer individuellen Wohnraumintegration auf. Neben der Optik steht das Bewundern des Flammenspiels im Vordergrund des dekorativen Ethanolkamins. So können Sie beispielsweise über einen Schieber die Flammhöhe regulieren. Aber auch die Flammenfarbe ist in Teilen beeinflussbar: Je nach Reinheitsgrad des Brennstoffs Ethanol bildet sich eine Farbvielfalt der Flammen zwischen roten und blauen Farbtönen aus.

Angenehme Wärme durch Ethanolkamin

Die exotherm bei der Verbrennung von Ethanol freigesetzte Reaktionsenthalpie kann bedingt auch zum Heizen genutzt werden. Im Vergleich zu einem Heizofen mit einer bis zu dreifachen Wärmeleistung ist ein vollständiges Beheizen des Wohnraums, zumindest bei winterlichen Witterungsbedingungen, nicht möglich. Dennoch führt die Wärmeabgabe in der Nähe des Ethanolkamins zu einem behaglichen Wärmegefühl.

Ethanolkamin: Einfaches Handling

Verglichen mit einem holzbasierten Heizkamin ist der Betrieb mit Ethanol eher einfach. Nach dem Einfüllen des Ethanols in die Edelstahlbrennschale wird dieses entzündet. Es folgt ein kontinuierlicher Verbrauch des Ethanols, ohne dass weiteres Brennmaterial nachgeführt werden muss. Auch das Luftverhältnis muss nicht derart akribisch nachjustiert werden, wie beispielsweise beim Holzofen mit Scheitelholz. Mit einem Schieber über der Brennschale lässt sich die Flammhöhe und damit auch der Ethanolverbrauch maßvoll einstellen. Das Löschen der Flamme ist kurzfristig möglich und erfolgt ebenfalls über den Schieber durch entsprechendes Schließen der Sicherheitsschublade. Vorteilhaft ist außerdem, dass nach dem Löschen keine weitere Wärmefreisetzung erfolgt.

Flexible Positionierbarkeit und Sicherheitsaspekte des Ethanolkamins

Aufgrund des nicht benötigten Schornsteins bieten Ethanolkamine vielfältige Möglichkeiten hinsichtlich der Positionierung im Wohnraum. Erleichternd kommt noch das in der Regel geringe Gewicht hinzu. Verglichen mit dem Kachelofen sind im Vorfeld keine Tragfähigkeitsbetrachtungen notwendig. Also: Freien Lauf für Ihre Kreativität! Sofern die vorgeschriebenen [1] Sicherheitsmaßnahmen, wie beispielsweise Sicherheitsabstände zu Mobiliar oder brandschutzgerechte Bodenauflagen, eingehalten werden, ist der Kamin nahezu überall in Ihrer Wohnung aufstellbar.

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Ein wesentliches Merkmal des Ethanolkamins: Das Flammenspiel.

Gaskamin: Ausgewogenes Verhältnis aus Leistung und Ästhetik

Die Heizleistungen (modellspezifisch bis zu 8 Kilowatt) können zu einem behaglichen Wärmegefühl im Wohnraum führen. Die Wirkungsgrade befinden sich zwischen 15 Prozent (offener Gaskamin) und bis zu 70 Prozent (geschlossenes System). Damit liegen diese unterhalb derer von Heizkaminen, sind jedoch insbesondere bei den geschlossenen Varianten als durchaus effizient einzuordnen. Eine Heizungsanlage kann er jedoch aufgrund der moderaten Heizleistungen und Wirkungsgrade nicht adäquat ersetzen.

Nachbildung eines Holzkamins bei Gaskamin

Ein Gaskamin kann durchaus an die Schönheit des Flammenspiels eines echten Holzkamins anknüpfen. Durch die Einstellung des Luft-Gas-Gemischs lassen sich die Flammen farblich derart modifizieren, dass diese der farblichen Symphonie einer Holzflamme weitestgehend ähneln. Sofern nicht künstlich erzeugt, entfällt jedoch das Knistern des Holzes und der verzaubernde Funkenflug eines Holzfeuers im Ofenkamin. Vor dem Hintergrund der großen Variantenvielfalt an Gaskaminen empfehlen wir eine individuelle Beratung durch den Fachbetrieb.

Emission und Reinigung des Gaskamins

Die Brennstoffversorgung erfolgt über die zentrale Hausgasversorgung, wobei auch eine lokale Bereitstellung mit Flüssiggas wie beispielsweise Propan möglich ist. Die Gaszufuhr erfolgt kontinuierlich und ein manuelles Nachlegen des Brennmaterials wie beispielsweise beim Holzkamin entfällt. Dieser Fakt stellt damit den Gaskamin hinsichtlich des Handlings als äußerst benutzerfreundlich dar. Ein Lagerplatz für das Brennmaterial entfällt. Aber Achtung: Falls Sie Flüssiggas als Energieträger verwenden, dürfen Sie maximal 11 Kilogramm in Ihrer Wohnung lagern, was in etwa einer ungefähren Kaminbetriebsdauer von einem durchgängigen Tag entspricht.

Die Verbrennung verläuft ebenso schadstoffreduziert wie beim Ethanolkamin. Je nach Reinheitsgrad des Gases entstehen bei der Verbrennung nur geringste oder gar keine gesundheitsrelevanten Schadstoffemissionen wie Feinstaub oder Ruß. Das Maß an Klimafreundlichkeit hängt jedoch von der Herkunft des Gases ab. Wenn das Gas regenerativ hergestellt wurde, kann auch ein Gaskamin eine gute Treibhausgasbilanz aufweisen. Im Falle von fossilem Erdgas fällt diese deutlich ungünstiger aus. Etwaige Ascherückstände wie bei Holzkaminen entstehen nicht. Abgesehen von einer Abgasleitung ist kein Schornstein erforderlich, was zudem die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen unter anderem für Wartungsarbeiten erheblich reduziert.

Gaskamin: Kosten

Die Anschaffungskosten für einen Gaskamin liegen oftmals im mittleren vierstelligen Bereich und sind damit teils oberhalb der Ausgaben für einen holzbetriebenen Kamin einzuordnen. Zudem müssen Sie Aufwendungen für die Schaffung einer Gasinfrastruktur und Abgasleitung kalkulieren, die gerne auch mal über 2.500 Euro betragen können.

Bedenken Sie, dass solche Arbeiten von einem zertifizierten Fachbetrieb durchzuführen sind. Aufgrund der rußfreien Verbrennung entfallen jedoch Ausgaben für die technische Umsetzung gesetzlicher Feinstaubvorgaben (zum Beispiel Filter). Die Verbrauchskosten hängen vom marktüblichen Gaspreis ab. Sofern Sie den Betriebsstoff aus der zentralen Hausversorgung beziehen, sind Ihre Gestaltungsmöglichkeiten der Verbrauchskosten aufgrund der beschränkten Angebotslage begrenzt.

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Modern und stilvoll: Der Gaskamin.

Elektrokamin: Realistisch anmutendes Feuer 

Die Flammen werden durch LEDs erzeugt. Neben der Farbvielfalt überzeugen diese durch ihren niedrigen spezifischen Energieverbrauch und die lange Betriebsdauer von bis zu 50.000 Stunden. Die sogenannte „Top Flame Technik“ erzeugt durch eine zweidimensionale Lichtspiegelung an der Kaminwand ein Bild des Flammenspiels. In Kombination mit Wasserdampf sind dabei auch dreidimensionale Flammenstrukturen abbildbar. Zudem kann eine Glut und Funkenwirkung modelliert werden.

Moderate Heizfunktion des Elektrokamins

Einige Elektrokamine bieten eine elektrische Heizfunktion mit einer Heizleistung von bis zu 2 Kilowatt an. Thermostatgeregelt können Sie die Wärmeabgabe nach Belieben einstellen. Vor dem Hintergrund des verfügbaren Leistungsspektrums lässt sich zwar eine ganze Wohnung damit nicht beheizen, lokal sorgt der Elektrokamin dennoch für ein behagliches Raumklima. Beachten Sie jedoch den vergleichsweise hohen Stromverbrauch bei Zuschaltung der Heizfunktion.

Elektrokamin: Flexibel aufstellbar und sicher

Den Elektrokamin gibt in unzähligen Ausführungen. Hinsichtlich der Bauart sind unter anderem freistehende Raumteiler, Steinkamine sowie stehende beziehungsweise wandhängende Elektrokamine zu nennen. Lassen Sie sich inspirieren: Kreative Lösungen für die individuelle Wohnraumgestaltung können Sie gemeinsam mit einem entsprechenden Fachbetrieb entwickeln. Neben einem Stromanschluss gibt es nahezu keine weiteren infrastrukturellen Bedarfe für einen sicheren Kaminbetrieb. Letztlich überzeugt der Elektrokamin in puncto Sicherheit insgesamt und eignet sich damit prinzipiell auch bei Anwesenheit von Kindern oder Haustieren.

Elektrokamine sind ungeschlagen günstig

Die Anschaffungskosten sind modellspezifisch, liegen jedoch meist im unteren bis mittleren dreistelligen Eurobereich. Kosten für eine Anschlussperipherie entfallen vollständig. Behördliche Auflagen und Wartungsvorgaben gibt es ebenfalls keine, wodurch sich Kosten für die Instandhaltung erheblich minimeren. Die Betriebskosten haben Sie zudem weitestgehend durch Ihr spezifisches Nutzungsverhalten in der Hand, wobei der regionale Strompreis entscheidend für die Gesamtbilanz ist. Sofern Sie einen dekorativen Kamin primär zur Wohnraumverschönerung und Bewunderung von realistisch wirkenden Flammen möchten und die Heizfunktion dabei als nachrangig bewertet wird, stellt der Elektrokamin die günstigste Lösung aller Kamine dar.

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Günstig und zugleich ästhetisch: Der Elektrokamin.

Holzkamin: Ein umfassendes Erlebnis für die Sinne 

Abschließend wollen wir Ihnen DEN echten Klassiker eines romantischen Kamins nicht vorenthalten! Der Holzkamin verschafft ein einzigartiges Flair. Märchenhaft anmutend können Sie das Flammenspiel von echtem Holz mit all Ihren Sinnen genießen. Die Schönheit der Flammen und des Funkenflugs, die Wärme des offenen Feuers, das olfaktorischen Dufterlebnis des Holzes – und das alles gespickt mit dem verzaubernden Knistern. Diese Komposition an Eindrücken sorgt für ein eimaliges Kaminerlebnis und Wohlbehagen. Ganz abgesehen von der Ästhetik eines offenen Kamins an sich.

Bedingte Heizfunktion und Umweltschutz des Holzkamins

Verglichen mit seinen geschlossenen Kaminverwandten wie dem Ofenkamin oder dem Kachelofen ist der Wirkungsgrad des offenen Kamins baulich-bedingt eher niedrig. Damit einhergehend ist auch die Heizleistung eingeschränkt. Wenngleich sich in Kaminumgebung ein behagliches Raumklima einstellt, eignet sich der offene Kamin nicht zuletzt aufgrund seiner gesetzlich geregelten maximalen Betriebsdauer nur begrenzt als Wohnraumheizung. Die vom Gesetzgeber angeordnete Nutzungsdauer hat berechtigte Gründe: Im Vergleich zu den anderen vorgestellten dekorativen Kaminen entwickelt der offene Holzkamin teils beträchtliche Mengen an gesundheitsrelevanten Emissionen wie Feinstaub und Rußpartikel. Auch mit Blick auf den Umweltschutz ist eine maßvolle Nutzung durchaus angebracht.

Holzkamin: Aufwendiges Handling und Sicherheitsanforderungen

Neben den Umweltauflagen sollten Sie bereits im Vorfeld das deutlich aufwendigere Handling und Regeln der Flammen berücksichtigen. Das Anzünden und manuelle Nachlegen von Holzscheiteln will geübt sein. Zudem benötigen Sie eine anforderungsgerechte Lagermöglichkeit für Ihr Brennmaterial.

Auch ist erhöhte Vorsicht vor Brand und Verbrennungsgefahr angezeigt. Ein verantwortungsvoller Betrieb ist dennoch sicher, sofern Sie die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen auch zum Schutz Ihrer Angehörigen (insbesondre kleine Kinder!) beherzigen. Lassen Sie sich hierzu idealerweise von einem professionellen Fachbetrieb beraten. Dieser erarbeitet mit Ihnen vor dem Hintergrund der vorhandenen Wohnraumsituation entsprechende Konzepte für Installation und Betrieb.

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Spendet reichlich Wärme und ist schön anzusehen: Der Holzkamin.

Quellen: 

[1] Erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BlmSchV):  Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen vom 26. Januar 2010 (BGBl. I S. 38), die zuletzt durch Artikel 105 der Verordnung vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 132) geändert worden ist, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 2010

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Dr.-Ing. Rüdiger Reitz
Autor/-in
Dr.-Ing. Rüdiger Reitz ist hauptberuflich im Themenfeld der erneuerbaren Energieträger und alternativen Antriebssysteme unterwegs. Nicht nur seine Fachcommunity hält der Maschinenbauingenieur und teamverantwortliche Projektmanager mit zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen und anwendungsnahen Fachpublikationen auf dem neuesten Stand. Als freier Autor informiert der Hobby-Handwerker auch auf ganz praktischer Ebene seinen Leserkreis über Neuigkeiten aus dem Bereich Heimwerk & Technik. Er ist überzeugt: „Die Ziele fest im Blick behalten - und alles ist machbar!“
Dr.-Ing. Rüdiger Reitz
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