Dachdämmung & Dachisolierung: Was Sie darüber wissen müssen
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Dachdämmung & Dachisolierung: Was Sie darüber wissen müssen

Eine gute Wärmedämmung schützt Ihr Zuhause vor der Verschwendung von Heizenergie. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf der Dachisolierung liegen – denn nach oben hin entweicht sonst besonders viel Wärme. Erfahren Sie hier, mit welchen Dämmverfahren und -materialien Sie das verhindern können.

Vorgaben der Energieeinsparverordnung zur Dachdämmung

Wer das Dach seines Altbaus sanieren oder ein neues Haus bauen will, muss sich an die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) halten. Dabei handelt es sich um eine Verordnung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Sie soll die Energiewende unterstützen, indem sie beispielsweise bestimmte Richtwerte für die Wärmedämmung von Wohngebäuden festlegt.

Dazu gehört der sogenannte U-Wert. Er bezeichnet den Wärmedurchgangskoeffizienten: Er misst, wie viel Wärme von einem Fluid (Flüssigkeit oder Gas) durch einen festen Körper (beispielsweise eine Wand) hindurch in ein anderes Fluid übergeht, wenn ein Temperaturunterschied zwischen den Fluiden besteht. In Bezug auf die Dachisolierung bedeutet das: Wie viel Wärme aus der Luft im Innenraum entweicht durch das Dach in die Außenluft? Die Maßeinheit dafür lautet W/(m²K) und setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • W = Watt
  • m² = Quadratmeter
  • K = Kelvin

Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmung des Daches. Laut EnEV sollte der U-Wert für ein Flachdach 0,20 W/(m²*K) nicht überschreiten. Wollen Sie ein Steildach dämmen, ist ein U-Wert bis zu 0,24 W/m2*K mit der EnEV vereinbar. Für denkmalgeschützte Häuser gibt es Ausnahmeregelungen.

Im Wesentlichen lassen sich drei Methoden zur Dachisolierung unterscheiden:

  • Aufsparrendämmung
  • Untersparrendämmung
  • Zwischensparrendämmung

Ein gut isoliertes Hausdach erkennen Sie im Winter übrigens leicht daran, dass bei Schneefall die Flocken darauf liegenbleiben, anstatt zu schmelzen.

 Auf einem optimal gedämmten Hausdach bleibt der Schnee im Winter liegen.

Auf einem optimal gedämmten Hausdach bleibt der Schnee im Winter liegen.

Aufsparrendämmung als Dachisolierung

Die Aufsparrendämmung kommt nur infrage, wenn Sie Ihr Dach ohnehin neu decken lassen, da die Dämmmaterialien von außen angebracht werden. Der Dämmstoff wird hierbei auf den Sparren aufgebracht und anschließend mit der Dachabdeckung (zum Beispiel Dachziegeln) vor Wind und Wetter geschützt. Im Hausinneren bleiben die Balken sichtbar, was ästhetisch sehr ansprechend aussehen kann.

Eines gilt es, bei dieser Art der Dachisolierung zu bedenken: Durch die Aufsparrendämmung erhöht sich die Dachhöhe. Schornsteine, Dachfenster und Co. müssen an diese neue Dachhöhe angepasst werden. Klären Sie außerdem im Vorfeld sicherheitshalber mit der Baubehörde, ob diese etwas gegen das erhöhte Dach einzuwenden hat, und holen Sie sich gegebenenfalls eine Genehmigung.

 Die Aufsparrendämmung zur Dachisolierung wird von außen aufgetragen.

Die Aufsparrendämmung zur Dachisolierung wird von außen aufgetragen.

Dach isolieren mit Untersparrendämmung und Zwischensparrendämmung

Untersparrendämmung und Zwischensparrendämmung werden bei der Dachisolierung für gewöhnlich miteinander kombiniert. Beide Dämmarten trägt der Dachdecker von innen auf, das heißt, die äußere Dachabdeckung bleibt dabei unangetastet. Diese Methoden sind also dann sinnvoll, wenn Dachziegel und Co. noch einwandfrei in Ordnung sind und nicht ausgetauscht werden sollen.

Bei der Zwischensparrendämmung wird der Dämmstoff – zum Beispiel in Form von Klemmfilzen – in den Lücken des Gebälks befestigt. Die Untersparrendämmung wiederum deckt von innen das gesamte Gebälk ab. Auf diese Isolierung kommt anschließend noch die Verkleidung der Innenwände, beispielsweise Holzpaneele oder Gipsbauplatten, sowie Verputz und bei Bedarf Tapeten oder Farbschichten. Der Innenraum verkleinert sich aber nicht durch diese Form der Dachdämmung.

Wichtig ist, dass die Dachdämmung von innen wie von außen lückenlos gelingt und mit einer Dampfbremse geschützt wird. Die Dampfbremse, die meist aus einer Klimamembran besteht, verhindert, dass die Feuchtigkeit aus der Luft in der Dämmung hängenbleibt. Selbst feinste Ritzen zwischen den einzelnen Dämmelementen lassen ohne diese Schutzschicht Luft durch und Wärme entweichen. Die Luft von außen ist wetterbedingt stets feucht, von innen sorgen Atemluft, Küchendämpfe und die Nutzung des Badezimmers für Feuchtigkeit. Gelangt diese in die Isolierung, steigt der U-Wert und die optimale Wärmedämmung ist nicht mehr gewährleistet. Außerdem kann in feuchtem Dämmmaterial Schimmel entstehen.

Welches Dämmmaterial für die Dachisolierung geeignet ist

Für die Aufsparrendämmung haben Sie die Wahl zwischen einer Vielzahl von Dämmstoffen, darunter:

  • EPS (Polystyrol, Styropor)
  • XPS (Styrodur)
  • PUR (Polyurethan)
  • Steinwolle
  • Schafwolle
  • Holzfaser
  • Hanf

PUR und XPS eignen sich nicht für die Zwischensparrendämmung, alle anderen Materialien können Sie aber dafür benutzen. Die geringste Auswahl haben Sie für die Untersparrendämmung: Nur Steinwolle und PUR finden dort Verwendung. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Energieberatung, welches Material und welche Dämmmethode für Ihr Hausdach optimal geeignet sind.

Gibt es Zuschüsse für eine neue Dachdämmung?

 Holen Sie sich für Ihre Dachsanierung unbedingt Hilfe von einer professionellen Energieberatung.

Holen Sie sich für Ihre Dachsanierung unbedingt Hilfe von einer professionellen Energieberatung.

Generell empfiehlt es sich, vor der Dachsanierung eine Energieberatung zu kontaktieren. Muss die Dachdämmung erneuert werden, um den Anforderungen der EnEV gerecht zu werden, haben Sie unter Umständen Anspruch auf eine Förderung durch die KfW (Kreditbank für Wiederaufbau). Die Anträge dafür kann aber nur Ihr Energieberater stellen. Zudem verlangt die KfW, dass Ihre Dachsanierung von einem Sachverständigen für Energieberatung kontinuierlich begleitet wird. Die KfW bietet zwei Formen möglicher finanzieller Unterstützung für die Dachisolierung an:

  • KfW-Zuschuss 430
  • KfW-Kredit 151/152

Beim Zuschuss übernimmt die KfW 10 Prozent der Sanierungskosten, zahlt aber maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit. Als Wohneinheit gilt jede abgeschlossene Wohnung mit eigenem Zugang, eigenen sanitären Anlagen und Küche/Kochnische. Beim KfW-Kredit erhalten Sie maximal 3.750 Euro Unterstützung pro Wohneinheit sowie mindestens 7.5 Prozent Tilgungszuschuss, der Effektivzins liegt bei 0,75 Prozent.

S M
Autor/-in
Simon Meyer
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