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Brunnen oder Zisterne: Die richtige Bewässerung für Ihren Garten

Brunnen und Zisternen können eine sinnvolle Alternative zur Gartenbewässerung über die zentrale Leitungswasserversorgung darstellen. Insbesondere bei Nutzung von Sicker- und Regenwasser für Kleingartenanlagen im privaten Umfeld können beide Alternativen – auch aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet – eine rentable und nachhaltige Investition darstellen. Ganz abgesehen von den ästhetischen Möglichkeiten einer Gartenverschönerung, wie sie insbesondere ein Brunnen mit sich bringen kann.

Brunnen zur Bewässerung: Diese drei Möglichkeiten sollten Sie abwägen

Wir möchten Sie dabei unterstützen, die für Sie richtige und individuelle Gartenbewässerung zu finden. Lassen Sie uns dazu zunächst drei grundsätzliche Möglichkeiten der Bewässerung betrachten:

  • Zentrale Wasserversorgung: Leitungswasser in Trinkwasserqualität
  • Brunnen: je nach Brunnenart meist Grundwasserförderung
  • Zisterne: aufgefangenes Sicker- und Regenwasser

Leitungswasser zur Bewässerung Ihres Gartens

Eine einfache Möglichkeit der Gartenbewässerung besteht in der Nutzung von Leitungswasser aus der zentralen Wasserversorgung. Eine bestehende Versorgungsinfrastruktur vorausgesetzt, fallen hierfür Gebühren für Verbrauch und gegebenenfalls Abwasser an. Hintergrund ist die aufwändige Aufbereitung und Überwachung der Trinkwasserqualität durch die örtlichen Wasserwerke. Wirtschaftlich und ökologisch betrachtet stellt sich jedoch die Frage, ob es wirklich Frischwasser in dieser Trinkwasserqualität sein muss, das Sie zum Bewässern benötigen.

Gut zu wissen: Leitungswasser, das Sie nachweislich durch einen Gartenwasserzähler zur Gartenbewässerung verbrauchen, ist in Deutschland von den Abwassergebühren befreit! [1]

Brunnen zur Bewässerung des Gartens

Eine Alternative zum Leitungswasser stellt die Förderung von Grundwasser durch einen Brunnen dar. Je nach Brunnenart − beispielsweise beim Schachtbrunnen − kann Nutzwasser teilweise auch durch aufgefangenes Regenwasser für die Gartenbewässerung bereitgestellt werden.

Je nach Brunnenart, Bodenbeschaffenheit und Anspruch an die Nutzung fallen beim Brunnenbohren Investitionskosten an. Letzteres hängt unter anderem auch von der zu bewässernden Gartenfläche und damit der benötigten Förderleistung ab. Die Spannbreite reicht von wenigen Hundert Euro beim Rammbrunnen bis weit in den vierstelligen Bereich, beispielsweise für Bohrbrunnen zur Trinkwasserförderung. Berücksichtigen Sie bei der Investition ergänzend auch Kosten für die dekorative Integration Ihres Brunnens in die Gartengestaltung.

Darüber hinaus entstehen Gebühren für Genehmigungen und gegebenenfalls behördliche Auflagen für Wassergutachten, sofern Sie eine Förderung von Trinkwasser beabsichtigen. Auch Aufwände für Reinigung, Wartung und professionelle Instandhaltung sollten Sie in Ihrer Kalkulation nicht vergessen. Auf der Gegenseite entfallen die Verbrauchskosten für Leitungswasser. Dieser Aspekt kann sich durchaus amortisieren – und die Anschaffung eines Brunnens insgesamt eine nachhaltige Möglichkeit der alternativen Bewässerung zum Leitungswasser darstellen.

Sammeln Sie Regenwasser zur Gartenbewässerung in einer Zisterne

„Brunnen oder Zisterne – für was soll ich mich entscheiden?“ Die Bereitstellung von Regenwasser zur Gartenbewässerung mittels einer Zisterne stellt eine echte Alternative zu Leitungswasser und Brunnen dar. Ähnlich wie bei einer Regentonne, bietet die Wasserspeicherung durch eine im Boden eingelassene Zisterne zudem weitere Vorteile. Hierzu zählt beispielsweise ein gewisser Schutz vor Verwitterung, Frost sowie die geringere Wachstumsneigung von Mikroorganismen. Hervorzuheben ist ferner die robuste mechanische Integrität vor dem Hintergrund der ortsfesten Installation und Funktionalität als Schnittstelle für nachgelagerte Anschlüsse. Sind Bodenbeschaffenheit beziehungsweise hydrogeologische Zugangsmöglichkeit zum Grundwasser ungünstig für das Bohren eines Brunnens, stellt die Zisterne auch aus rein baulichen Aspekten betrachtet eine sinnvolle Alternative dar.

Gängige Regenwassernutzungsanlagen bestehen meist aus einem Kunststofftank (weniger verbreitet auch aus Beton), einer Wasserführung einschließlich Feinfilter und Überlauf sowie einer Pumpe zur Wasserförderung. Letztere Komponente ist in der Regel oberirdisch installiert und damit gut zugänglich für den elektrischen Anschluss und Wartungseinheiten. Weitere Applikationsmöglichkeiten sind der Anschluss an ein Versorgungsrohr oder aber auch das Fallrohr Ihre Dachentwässerungsrinnen. Bei der Wahl der für Ihre Bewässerungsanforderungen richtigen Zisternengröße können Sie sich – nach Angabe von Branchenkennern – überschlägig an einem Verhältnis von Behältervolumen von 2000 Litern pro 50 Quadratmeter zu bewässernder Gartenfläche orientieren. In diesem Zusammenhang ist insbesondere auch eine individuelle Beratung durch einen Fachbetrieb empfehlenswert.

Brunnen oder Zisterne?  Die Zisterne für eine kostengünstige Gartenbewässerung

Sofern Sie neben der Bewässerung Ihres Gartens keine weiteren funktionellen Anforderungen – beispielsweise an Ästhetik, Wasserqualität oder Förderleistung – haben, stellt die Zisterne aus Kostensicht eine oftmals überlegene Alternative zu Leitungswasser und Brunnen dar. Die Kostenvorteile sind im Wesentlichen durch diese drei Faktoren begründet:

Größter Kostenfaktor: Anschaffung und Installation

Marktübliche Preise für einen Kunststofftank betragen je nach Größe mehrere hundert bis wenige tausend Euro. Betonzisternen sind meist etwas teurer: Einstiegsvarianten sind ab einem geringen vierstelligen Betrag zu erhalten. Zusätzlich zum benötigten Volumen für die Bewässerung sollten Sie auch etwaige Trockenphasen berücksichtigen und Ihre Zisterne entsprechend großzügig auslegen. Weitere Kosten entstehen durch die zuvor skizzierten Peripherkomponenten sowie bei einem möglichen Versorgungsanschluss an die Hauswassertechnik oder den Dachrinnenablauf. Ferner ist die Aushebung und Zisterneninstallation einzubeziehen. Für eine spezifische Kostenabschätzung in diesem Zusammenhang sei auf den entsprechenden Fachbetrieb verwiesen.

Moderate Kosten für Instandhaltung, Wartung und Reinigung

Wartungskosten sind fallen meist relativ selten an und betreffen oftmals im Wesentlichen Filter, Pumpe und Dichtungen. Hierzu zählen auch Kosten für die regelmäßige Reinigung. Im Gegensatz zu den Anschaffungskosten sind diese eher moderat.

Keine Verbrauchskosten im Betrieb

Verglichen mit der zentralen Leitungswasserversorgung verursacht die Nutzung von aufgefangenem Regenwasser zunächst keine Wasserverbrauchskosten. Ganz im Gegenteil: Durch den Wegfall der Abwassergebühren können Sie sogar überproportional Ihr Budget entlasten! Übrigens: Zusatzkosten für etwaige behördliche Genehmigungen sind regional unterschiedlich und sollten im zuständigen örtlichen Bauamt erfragt werden.

Fazit: So finden Sie die richtige Gartenbewässerung

  1. Die Wahl der richtigen Bewässerung für Ihren Garten hängt von vielen Faktoren ab. Neben funktionellen und ästhetischen Aspekten wie beispielsweise die zu bewässernde Fläche, die anvisierte Förderleistung oder die Integration in Ihre individuelle Gartengestaltung ergeben sich teils eklatante Kostenunterschiede im Vergleich von Leitungswasser, Brunnen und Zisterne.
  2. Welche Bewässerungsmethode für Sie dabei die größten Kostenvorteile ergibt, sollten Sie auf Basis der genannten Aspekte im Detail kalkulieren. Verglichen mit der zentralen Leitungswasserversorgung amortisieren sich insbesondere Zisternen oftmals bereits nach einer Einsatzdauer von wenigen Jahren.
  3. Unterstützung bei Ihrer individuellen Methodenfindung und Kostenkalkulation erhalten Sie von Ihrem Branchenfachbetrieb.  
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Autor/-in
Dr.-Ing. Rüdiger Reitz ist hauptberuflich im Themenfeld der erneuerbaren Energieträger und alternativen Antriebssysteme unterwegs. Nicht nur seine Fachcommunity hält der Maschinenbauingenieur und teamverantwortliche Projektmanager mit zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen und anwendungsnahen Fachpublikationen auf dem neuesten Stand. Als freier Autor informiert der Hobby-Handwerker auch auf ganz praktischer Ebene seinen Leserkreis über Neuigkeiten aus dem Bereich Heimwerk & Technik. Er ist überzeugt: „Die Ziele fest im Blick behalten - und alles ist machbar!“
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