Natürliche Holzbehandlung mit Öl
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Natürliche Holzbehandlung mit Öl

Eine natürliche Holzbehandlung mit Öl schafft warme, werkstoffgerechte Oberflächen. Das Holz wird genährt, bleibt offenporig und in seiner gewachsenen Schönheit erhalten. Öl ist ein wichtiges Pflegeprodukt beim biologischen Renovieren. Bevor es zum Einsatz kommt, müssen für den Laien einige Fragen geklärt werden. Welches Öl ist für welches Holz geeignet? Wie wird das Holz für den Auftrag vorbereitet? Wie wird das Öl aufgetragen? In welchen Fällen wird reines Öl eingesetzt und wann sollte auf Öl mit Zusatzstoffen zurückgegriffen werden? Unser Artikel versucht diese Fragen zu klären und dem Hobbyhandwerker einen Leitfaden an die Hand zu geben.

Die Holzöl-Arten

Ein Überblick der verschiedenen Ölarten hilft bei der Entscheidung für Ihr Renovierungsprojekt:

 

  • Speiseöl: Speiseöle sind für die Holzbehandlung ungeeignet. Sie trocknen zu lange, hinterlassen einen ranzigen Geruch und nähren Schimmelpilze. Einzige Ausnahme: Das Leinöl.
  • Leinöl und Tungöl: Tungöl wird auch chinesisches Holzöl oder einfach nur Holzöl genannt. Im Gegensatz zum Leinöl ist es nicht essbar. Leinöl und Leinölfirnis sind zwei verschiedene Produkte. Leinöl und Tungöl pflegen und schützen, brauchen aber lange, bis sie durchgetrocknet sind (ungefähr 14 Tage).
  • Leinölfirnis: Dieses Produkt punktet durch die warme Farbe des Leinöls und trocknet innerhalb eines Tages. Das wird durch den Zusatz nicht natürlicher Trocknungsstoffe (Sikkative) erkauft.
  • Halböl: Die Durchtränkung des Holzes gelingt mit Halböl schneller als mit Leinöl oder Leinölfirnis. Halböl ist ein mit Lösemitteln wie Balsamterpentinöl, Citrusschalenöl oder Testbenzin versetztes Leinöl. Auch hier müssen also für praktische Produkteigenschaften aggressivere Beimischungen in Kauf genommen werden.
  • Hartöl: Dieses Öl ist das Mittel der Wahl für die Pflege aller beanspruchten Hölzer, insbesondere von Fußböden. Das im Hartöl enthaltene Harz (im besten Fall Naturharz) bedingt die strapazierfähige Aushärtung des Öls. Auch Sikkative sind im Hartöl verarbeitet.

Die Holzöl-Verarbeitung

Eine schöne, warme Optik, die Betonung der natürlich gewachsenen Oberfläche und ein offenporiger Anstrich, der sich positiv aufs Raumklima auswirkt: Das sind die Vorteile von natürlichen Holzölen. Der Nachteil: Je natürlicher, desto länger dauert das Trocknen. Geölte Flächen müssen regelmäßig nachgeölt werden, um Schutz und Optik zu erhalten. Feuchtigkeit sollte auf Leinöl- und Leinölfirnis-Hölzern zügig aufgenommen werden. Mit Hartöl behandelte Flächen reagieren weniger empfindlich. Die Öle sind einfach zu verarbeiten und besitzen meist einen angenehmen Geruch. Noch ein Vorteil des Ölens: Entsteht wirklich einmal ein Wasserfleck oder eine Verschmutzung, kann die Stelle schnell und unauffällig nachgearbeitet werden.

Tipps zur Verarbeitung des Holzöls

  • Holz sorgfältig reinigen (mit milder Seifenlauge und einer Bürste/einem Tuch)
  • Holz leicht anschleifen
  • Staub und Fett entfernen
  • Öl mit einem leichten Tuch auftragen (Leinöl und Leinölfirnis lassen sich besser verarbeiten, wenn sie bis kurz vor dem Rauchpunkt erwärmt werden)
  • überschüssiges Öl immer gleichmäßig verteilen
  • mit einem schrägen Blick den gleichmäßigen Auftrag prüfe
  • nach einer angemessenen Trockenzeit (je nach Öl 24 Stunden bis 14 Tage) mit einem Poliervlies auf Glanz bringen

Strapazierfähige Holzöle kommen ohne Zusatzstoffe wie Sikkative und Lösungsmittel nicht aus. Gute Hersteller wählen dafür Zusätze auf natürlicher Basis. Öle sind im biologischen Renovieren das werkstoffgerechteste Behandlungsmittel für Holz.

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