Barrierefreies Bad: WC und Co. behindertengerecht bauen
(0)

Barrierefreies Bad: WC und Co. behindertengerecht bauen

Ein barrierefreies Bad erlaubt es Menschen, auch im Alter noch in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung zu bleiben: Sie können sich selbst trotz körperlicher Gebrechen und Einschränkungen weiter versorgen oder versorgen lassen. Wie das Badezimmer behindertengerecht gestaltet wird, erfahren Sie hier.

Optimale Raumnutzung

Das Schwierigste an einem behindertengerechten Umbau ist häufig die Größe des Badezimmers: Vor allem in älteren Wohnungen wurde dafür oft nur ein schmaler Streifen von der Küche oder anderen Nutzräumen abgetrennt. Voraussetzung für ein barrierefreies Bad, in dem sich zum Beispiel auch Rollstuhlfahrer problemlos bewegen können, sind aber Bewegungsflächen von 1,50 x 1,50 Meter vor der Toilette, dem Waschbecken sowie der Dusche oder der Badewanne. Diese können sich aber durchaus überschneiden. Das heißt, dass ein und dieselbe Bewegungsfläche für die Toilette und das Waschbecken ausreicht. Wenn nötig, kann auch die ebenerdige Dusche bei geöffneten Türen dafür genutzt werden.

Behindertengerechte Dusche

Wer im Rollstuhl sitzt, ist ohnehin auf eine ebenerdige Duschgelegenheit angewiesen. Allerdings ist eine Dusche, bei der beim Betreten die Füße nicht angehoben werden müssen meist ohnehin angenehmer. Spätestens beim Auftreten verschiedener Altersbeschwerden genießen Betroffene die Vorzüge eines barrierefreien Badezimmers.

In der Dusche, die mindestens 1,20 x 1,20 Meter Platz bieten sollte, wird ein Sitz an der Wand angebracht, der sich idealerweise ein- und ausklappen lässt. So kann sich bequem gewaschen werden, selbst wenn das lange Stehen nicht mehr so gut funktioniert. Die Ablagen für Seifen oder Duschgels werden beim Umbau in ein barrierefreies Bad ebenso wie die Armaturen auf einer Höhe von etwa 85 Zentimetern angebracht. So sind sie für alle Personen gut erreichbar.

Barrierefreies Bad: Die Toilette

Soll das Bad mit einer behindertengerechten Toilette versehen werden ist es wichtig, dass der Sitz 48 Zentimeter hoch ist: So können Rollstuhlfahrer sich am leichtesten aus ihrem Stuhl auf den Sitz hinüberziehen. Auch bei Muskel- und Gelenkproblemen im Alter erleichtert diese Höhe das Aufstehen. Neben der Toilette wird ein Griff angebracht, der zum Halten und Stützen gedacht ist und beim Hinüberziehen oder Aufstehen hilft. Er kann klappbar sein oder in verschiedenen Positionen fixiert werden. Da auch die Verdauung mit dem Alter Probleme bereiten kann, sollte das Badezimmer grundsätzlich über eine mechanische Lüftung verfügen – unabhängig davon, ob ein Fenster vorhanden ist oder nicht.

Leicht zugänglicher Waschtisch

Die gern unter dem Waschbecken positionierten Schränkchen sind für ein barrierefreies Bad nicht geeignet: Zum Händewaschen und Zähneputzen müssen Rollstuhlfahrer und Menschen, die sich lieber setzen möchten, genügend Beinfreiheit haben. Daher verfügen behindertengerechte Waschtische über Flachaufsitz- oder Unterputzsiphons. Sie bringen eine Freiheit im Beinraum von mindestens 30 Zentimetern Tiefe mit sich und sind rund 67 Zentimeter über dem Boden angebracht. Insgesamt jedoch sollten sie nicht höher als etwa 80 Zentimeter sein, damit sie bequem erreichbar bleiben.

Viele Badezimmer, die noch nicht behindertengerecht umgebaut wurden, haben hohe Spiegel oder Spiegelschränke. Diese eignen sich nicht für Personen, die vor dem Waschtisch sitzen. Ideal ist es, Spiegel anzubringen, die etwa 95 Zentimeter über dem Boden beginnen und bis zu einer Höhe von rund zwei Metern reichen: Sie eignen sich für alle Benutzer des Badezimmers.

Sicherheitsmaßnahmen für ein barrierefreies Bad

Ideal ist es, wenn die Tür des behindertengerechten Badezimmers nach außen aufgeht. So haben im Notfall die Helfer einen ungehinderten Zugang. Um anderen Personen zu signalisieren, dass sie Hilfe benötigen, sollten Betroffene auch einen Alarm einbauen lassen, welcher aus verschiedenen Positionen ausgelöst werden kann. 

Es lohnt sich, sowohl für Kinder wie auch für ältere Menschen, deren Sehkraft abnimmt, eine Heißwassersperre in die Armaturen einbauen zu lassen. So kommt es nicht zu versehentlichen Verbrühungen. Insgesamt eignen sich vor allem Armaturen, die einen einzelnen, ergonomisch geformten Hebel aufweisen. Der Bodenbelag sollte auch bei Nässe rutschfest sein.

Barrierefreies Bad einbauen mit günstiger Finanzierung

Soll das Badezimmer in weiser Voraussicht oder aus der Notwendigkeit heraus behindertengerecht gestaltet werden, kann ein SHK-Fachmann (Sanitär-Heizung-Klima) mit der ganz individuellen Bedarfsermittlung beauftragt werden. Erfolgt die Begutachtung und danach auch die notwendige Durchführung durch einen Fachmann, haben Betroffene die Möglichkeit, zinsgünstige Kredite dafür zu bekommen: Die KfW hat das Programm "Altersgerecht umbauen" ins Leben gerufen und vergibt unter dem Titel "Wohnraum modernisieren" günstige Kredite für die Anpassung der Wohnung an die Bedürfnisse von Senioren. Der Einbau Ihres barrierefreien Badezimmers erfolgt dann durch qualifizierte Sanitär-und Heizungsbaufirmen.

Besteht ein Pflegegrad, haben die Betroffenen das Recht auf einen einmaligen Zuschuss zur Wohnraumanpassung seitens der Pflegekasse von 4.000 €.

Maße für ein barrierefreies Bad nach DIN 180404

  barrierefrei  rollstuhlgerecht
 Bewegungsflächen 120 x 120 cm vor WC,   Waschtisch, Badewanne und in   der Dusche 150 x 150 cm vor WC, Waschtisch, Badewanne und in   der Dusche
 Tür zum Bad

 80 cm lichte Durchgangsbreite

 205 cm lichte Durchgangshöhe

 90 cm lichte Durchgangsbreite

 205 cm lichte Durchgangshöhe

 Rund ums WC 20 cm zur Wand oder zu   anderen Sanitärobjekten 90 cm Bewegungsfläche auf einer  Seite 30 cm zur Wand Sitzhöhe: 46–48  cm
 Waschbecken Beinfreiraum unter dem   Waschtisch

 Beinfreiraum: 90 cm breit, 55 cm tief 

 Unterfahrbarkeit: 67 cm Einbauhöhe: max. 80   cm Kniefreiraum in Tiefe: 30 cm

 Armatur ---- max. 40 cm zur Vorderkante  des Waschtischs

(Quelle: pflege.de)

Die Vorteile eines barrierefreien Badezimmers

  • Sicherheit im Wohnbereich
  • Erhalt der Selbstständigkeit von Betroffenen
  • Entlastung von Pflegediensten und Angehörigen
Wie finden Sie diesen Artikel?