Darauf sollten Sie bei der Wahl Ihrer Zahnpasta achten
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Darauf sollten Sie bei der Wahl Ihrer Zahnpasta achten

Zahnbürste und Zahnpasta sind die wichtigsten Utensilien für die mindestens zweimal täglich notwendige Zahnreinigung. Der Blick ins Zahnpasta-Regal von Drogerien und Supermärkte offenbart jedoch eine kaum überschaubare Auswahl an Sorten und Geschmäckern, was die Entscheidung nicht gerade einfach macht. Welche Zahnpasta ist denn nun die Beste? Wir sagen Ihnen, was Sie über Zahnpasta wissen müssen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Benötigt man überhaupt Zahnpasta?

Nur Wasser allein reicht für saubere Zähne nicht aus. Zahnpasta verstärkt durch mikroskopisch kleine Teilchen die Putzwirkung der Zahnbürste. Das sorgt zusammen mit der Konsistenz und den Inhaltsstoffen der Zahnpasta für eine bessere Entfernung des Zahnbelags von den Zahnoberflächen. 

Welche Inhaltsstoffe muss eine Zahnpasta besitzen?

Zahncremes enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, von denen jedoch nur die sogenannten Putzkörper eine reinigende Wirkung haben. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Silikatverbindungen oder Schlämmkreide, teilweise verwenden die Hersteller auch Marmorpulver in ihren Produkten.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Inhaltsstoffe, die jeweils eine andere Funktion erfüllen. Hierzu gehören schaumbildende Substanzen (wie zum Beispiel Natriumlaurylsulfat), Feuchthaltemittel (wie Sorbitol), Geschmacks- und Aromastoffe (vor allem Menthol, Pfefferminzöl oder Zimtöl) sowie Konservierungsstoffe, die für eine lange Haltbarkeit der Zahnpasta sorgen. 

Einige Inhaltsstoffe sollen eine vorbeugende Wirkung haben und unter anderem die Entstehung von Karies oder Parodontose verhindern. 

Muss eine Zahnpasta Fluorid enthalten? 

Fluorid ist in fast allen Zahncremes enthalten. Das liegt an seiner besonderen Wirkung: Fluorid erhärtet die Zahnoberfläche und kann die Zähne auf diese Weise vor Karies schützen. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) die Verwendung von fluoridhaltiger Kinderzahnpasta bereits bei den ersten Milchzähnen. 

Allerdings darf der Fluorid-Gehalt der Zahnpasta nicht zu hoch sein. In Zahncremes für Erwachsene liegt er ungefähr bei 0,15 % (entspricht einer Menge von 1500 ppm Fluorid). Bei Kinder-Zahnpasta sollte der Anteil deutlich niedriger liegen (500 ppm Fluorid). Ab dem sechsten Lebensjahr kann der Fluoridgehalt auf 1000 ppm erhöht werden.

Muss eine Zahnpasta schäumen?

Das Aufschäumen der Zahncreme beim Putzen ist schaumbildenden Substanzen zu verdanken, die in der Zahnpasta enthalten sind. Sie haben gleich mehrere Vorteile: Zum einen lässt sich die aufgeschäumte Creme beim Putzen leichter auf den Zähnen verteilen und gelangt in dieser Form auch besser in die Zahnzwischenräume. Zum anderen hilft sie dabei, Essensreste aus den Zwischenräumen zu lockern und den Zahnbelag auf den Oberflächen zu lösen, der dann leichter entfernt werden kann. 

Muss sie "Körner" enthalten?

Was Sie als "Körner" in der Zahnpasta wahrnehmen, sind die sogenannten Putzkörper (auch: Schmirgelstoffe). Sie ermöglichen eine gründliche Entfernung des Zahnbelags von den Zähnen und erzielen so eine bessere Reinigungswirkung. Allerdings enthalten manche Pasten sehr grobe Putzkörper, die auf die Zähne aggressiv wirken. 

Wo liegen die Probleme bei aggressiver Zahnpasta?

Aggressive Zahnpasta entfernt nicht nur den Zahnbelag, sondern hat auch noch eine unerwünschte Nebenwirkung: Sie nutzt die Zahnoberfläche selbst ab. Im schlimmsten Fall können Kerben an den Zähnen entstehen, was diese schmerzempfindlich und anfällig für Bakterien und andere Krankheitserreger macht. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Zahnhälse bereits freiliegen!

Ist Minze besser als eine andere Geschmacksrichtung - Werden die Zähne dadurch besonders sauber?

Minze oder Pfefferminz ist eine beliebte Geschmacksrichtung bei Zahncremes, da der Geschmack eine angenehm erfrischende Note im Mundraum hinterlässt. Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Geschmacksrichtungen ist nicht bekannt. Grundsätzlich haben Geschmacksstoffe und Aromen in Zahncremes keinen direkten Nutzen auf die Zahngesundheit. Indirekt ist ein gesundheitlicher Nutzen jedoch möglich, denn wenn die Zahnpasta gut schmeckt, ist das Zähneputzen angenehmer, was zu einer häufigeren Anwendung führt. 

Kann Zahnpasta wirklich die Zähne aufhellen (wie auf manchen Tuben versprochen wird)?

Weiße Zähne gelten als Symbol für Gesundheit und Attraktivität. Deshalb nutzen viele Verbraucher eine Zahnpasta mit angeblich aufhellender Wirkung. Die Wirkung dieser Zahncremes ist jedoch - wenn überhaupt vorhanden - nur sehr gering. Mehrere Tests von Verbraucherschutzorganisationen wie der Stiftung Warentest konnten keine oder nur eine sehr kleine aufhellende Wirkung belegen. Ob sich der meist höhere Preis für eine solche Zahnpasta lohnt, ist deshalb fraglich. Zahnärzte empfehlen stattdessen eine individuelle Beratung zu Möglichkeiten der professionellen Zahnaufhellung (Bleaching).

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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