Thrombose behandeln: Das sind die Therapieformen der Gefäßerkrankung
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Thrombose behandeln: Das sind die Therapieformen der Gefäßerkrankung

Ist eine Thrombose diagnostiziert, heißt es schnell zu handeln, bevor der Thrombus (das Blutgerinnsel) zu einer Embolie führt. Hierfür muss die Thrombose gut aufgelöst und deren Neuentstehung vermieden werden. Zur Behandlung der Thrombose gibt es mehrere Möglichkeiten, die vorrangig von der Art und dem Status abhängen. Dabei muss das Hinterfragen des Lebensstils mit in die Behandlung einfließen.

Medikamente, Kompressionstherapie oder Operation 

Bei der Thrombose-Diagnostik stellt der Arzt den Standort und die Größe des Blutgerinnsels fest. Abhängig von diesen Ergebnissen wird anschließend eine Thrombose-Behandlung eingeleitet, die in der Regel aus einer Kombination von Medikamenten und manueller Behandlung besteht. In schwerwiegenden Fällen oder einem akuten Verschluss eines wichtigen Blutgefäßes kann zudem eine Operation vorgenommen werden. 

Das grundlegende Ziel der Behandlung ist die Beseitigung des Thrombus, der sich während dem Auflösen jedoch nicht direkt vollständig von der Gefäßwand ablösen sollte, um ein Verstopfen anderer Gefäße zu verhindern. Wandert das Gerinnsel unaufgelöst weiter, könnte es in Organen sonst zu einer Embolie führen, was zu irreparablen Schäden an Blutgefäßen, Extremitäten oder den Organen selbst führen kann. 

Kompression und hohe Lagerung 

Ist eine Thrombose in den Beinen oder Armen entstanden, wird zumeist ein Kompressionsverband angelegt und das Bein/ der Arm hoch gelagert. Hierdurch soll der Rückstau verhindert werden und ein weiteres Anschwellen der Körperregion vermieden werden.

Durch die Kompression, die von außen Druck auf die Gliedmaße ausübt und somit das Bindegewebe und die Muskulatur unterstützt, kann das Blut über andere Blutbahnen besser fließen.

Der Kompressionsverband (auch als Kompressionsstrümpfe möglich) muss dabei großflächig Druck auf die betroffenen Gliedmaßen ausüben, ohne Einschnürungen hervorzurufen. Kompressionsverbände und -strümpfe werden dabei meist in die Langzeitbehandlung mit eingebunden.

Medikamentöse Behandlung bei Thrombose-Gefahr

Die Thrombose-Behandlung mit Medikamenten erfolgt bevorzugt durch die Zufuhr von körpereigenen Enzymen, welche die natürliche Fähigkeit des Körpers, das Blut flüssig zu halten, unterstützen. Sogenannte Antikoagulantien werden eingesetzt, um die Fließfähigkeit des Blutes zu erleichtern.

Sie sind dazu gedacht, die natürliche Gerinnungsbereitschaft des Blutes zu verringern. Vielfach ist dabei auch von "Blutverdünnern" die Rede. Diese Medikamente können jedoch schon bei dem Verdacht eines erhöhten Thrombose-Risikos verschrieben werden, um die Entstehung von Thromben schon im Vorfeld zu verhindern.

Behandlung einer akuten Thrombose

Ist die Thrombose bereits eingetreten, werden häufig Präparate mit Heparin, alternativ Fondaparinux, eingesetzt. Diese Medikamente hemmen die Blutgerinnung. Sie werden als Spritze oder Infusion verabreicht, da sie ihre Wirkung bei der Gabe über den Magen-Darm-Trakt nicht entfalten können.

Sie würden hierin zersetzt werden. Zudem können DOACs - direkte orale Antikoagulanzien - wie Rivaroxaban und Apixaban verabreicht werden, um das bestehende Blutgerinnsel schnellstmöglich aufzulösen. In schwerwiegenden Fällen wird eine Dauerinfusion mit sogenannten Thrombolytika (Gerinnselauflösende Substanzen) über einen Zeitraum von 24 bis 72 Stunden genutzt, um eine verstopfte Vene wieder durchgängig zu machen.

Da diese Behandlung jedoch ein hohes Risiko von unkontrollierbaren Blutungen mit sich bringt, wird diese Behandlung nur noch selten eingesetzt.

Operative Entfernung der Thrombose 

Eine ausgedehnte Thrombose mit einer Operation zu entfernen wird als Thrombektomie bezeichnet. Hierbei wird die Thrombose chirurgisch entfernt, indem das Blutgefäß manuell vom Thrombus befreit wird. Die Operation ist dabei jedoch nur ein Teil der Behandlung, die mittels Langzeittherapie ergänzt werden muss, um die neue Entstehung von Thromben zu verhindern. 

Langzeittherapie bei der Thrombose-Behandlung

Eine Thrombose entsteht nicht über Nacht, sondern ist eine Erkrankung, die durch mehrere Faktoren über einen längeren Zeitraum hinweg entsteht. Entsprechend ist auch die Behandlung der Thrombose im Anschluss an die Akutbehandlung langfristig zu verfolgen.

In der Regel wird über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen eine medikamentöse Therapie mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen verabreicht, um eine Neuentstehung des Gerinnsels zu unterbinden. 

Danach folgt eine Erhaltungstherapie über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten, in der Vitamin-K-Antagonisten zum Einsatz kommen. Vitamin K ist als Vitalstoff für die Blutgerinnung wichtig und soll durch das entsprechende Gegenmittel an der Förderung der unerwünschten Blutgerinnung gehindert werden.

Die Behandlung sollte langfristig ärztlich begleitet werden, wobei regelmäßige Blutkontrollen und eine gegebenenfalls nötige Dosierungsanpassung essentiell sind.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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