Reisethrombose: Wer sie bekommt und was sie dagegen tun können
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Reisethrombose: Wer sie bekommt und was sie dagegen tun können

Der Begriff der "Reisethrombose" hängt bis heute wie ein Schreckgespenst über den Köpfen vieler Menschen. Dabei handelt es sich letztlich um eine klassische Thrombose, die durch eine einengende Körperhaltung und mangelnde Bewegung gefördert wurde. In den meisten Fällen wird die Reisethrombose in den Beinvenen lokalisiert.

Wer ist anfällig dafür?

Jeder Mensch mit einem erhöhten Thrombose-Risiko aufgrund von Durchblutungsstörungen, unzureichender Flüssigkeitszufuhr und Schwächen im Bindegewebe kann theoretisch bei einer langen Reise im Sitzen (oder auch steter Arbeit im Sitzen) eine sogenannte Reisethrombose entwickeln. Auch Menschen, die in der Vergangenheit bereits eine Thrombose hatten, sind von dem erhöhten Risiko betroffen. 

Eine Thrombose in den Beinen wird häufig bei langen Reisen und dem damit verbundenen langen Sitzen gefördert.
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Eine Thrombose in den Beinen wird häufig bei langen Reisen und dem damit verbundenen langen Sitzen gefördert.

Die Entstehung einer Thrombose in den Beinen wird durch lange Flüge und Busreisen gefördert. Der Blutfluss kann im Sitzen durch die abgewinkelten Beine gestört werden, was sich bei engen Sitzgelegenheiten mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit noch verstärkt wird.

Der verlangsamte Blutfluss durch Verengungen in den Blutgefäßen beim Sitzen kann die Ansammlung von Ablagerungen durch Blutplättchen und andere Blutinhaltsstoffe mit sich bringen. Löst sich das Gerinnsel anschließend, kann der Körper die Stoffansammlung nicht immer rechtzeitig lösen, bevor das Blut in dünnere Adern fließt.

Blockieren die Ablagerungen im weiteren Verlauf ein Blutgefäß entsteht ein Pfropf, der zu einer Embolie führen kann. Erfolgt der Gefäßverschluss durch die Behinderung des Blutflusses im Gehirn, ist meist ein Schlaganfall die Folge. In der Lunge führt der Blutpfropf hingegen zu einer Lungenembolie.

Wie kann man einer Reisethrombose vorbeugen?

Mit dem Wissen um die potenzielle Gefahr einer Reisethrombose sollten Sie bei längeren Bus-, Auto- und Flugreisen sinnvolle Maßnahmen für eine gute Blutzirkulation ergreifen. Bemühen sie sich um regelmäßige Bewegung und eine gute Flüssigkeitszufuhr, damit der Blutfluss nicht unter zusätzlichen Belastungen leidet.

Schon kleine Bewegungseinheiten können einen Unterschied machen, um verkrampfte Muskeln aufzulockern. Stellen Sie sich zwischendurch ruhig hin und lassen sie beispielsweise die Füße kurz kreisen. Auch der Wechsel vom Stand auf den Fersen zu einem Stand auf den Zehenspitzen bringt etwas Bewegung in die Muskelpumpe, die den Blutfluss positiv fördert. 

Nutzen Sie Fahrtpausen für kleine Spaziergänge an der frischen Luft, während sie im Flugzeug die Gänge für kleine Bewegungen nutzen. Verzichten Sie darauf, die Beine übereinanderzuschlagen. Verändern Sie zwischendurch auch Ihre Sitzposition, indem Sie mal mit Hohlkreuz an die Sitzvorderkante rutschen, mal mit einem Buckel weit hinten im Sitz Platz nehmen.

Auf Alkohol im Flugzeug sollten Sie verzichten, wenn Sie das Risiko einer Reisethrombose minimieren wollen.
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Auf Alkohol im Flugzeug sollten Sie verzichten, wenn Sie das Risiko einer Reisethrombose minimieren wollen.

Gute Flüssigkeitszufuhr 

Im Flugzeug erhöht der niedrige Luftdruck ebenso wie die trockene Raumluft die Gefahr, dass der Blutfluss ins Stocken gerät. Statt normalen 40 bis 60 % Luftfeuchtigkeit liegen in Flugzeugkabinen maximal 15 % Luftfeuchtigkeit vor. Hierdurch trocknen die Schleimhäute schneller aus, der Körper verliert mehr Flüssigkeit als gewohnt.

Entsprechend ist bei Flugreisen eine gute Flüssigkeitszufuhr mit Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen hilfreich, um das Blut gut in Fluss zu halten und ein Eindicken zu verhindern. Die Wärme und die fehlende Flüssigkeit sorgen für eine Ausdehnung der Venenwände, wodurch mehr Blutvolumen vom Körper benötigt wird.

Verzichten Sie jedoch auf alkoholische Getränke, da der Alkohol unter diesen Umständen schneller vom Körper aufgenommen wird und die Blutzirkulation unter der Alkoholzufuhr leidet. 

Medizinische Hilfestellung mit Stütz- und Kompressionsstrümpfen oder passender Medikation

Hatten Sie schon einmal eine Thrombose oder haben Sie ein erhöhtes Risiko, sollten Sie vor längeren Reisen mit Ihrem Arzt über die Gefahren einer Reisethrombose sprechen. Dieser kann Ihnen gegebenenfalls Kompressionsstrümpfe verordnen oder Ihnen geeignete Medikamente mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen verschreiben.

Sind Sie hingegen gesund, zählen jedoch zu einer Risikogruppe, können Sie unabhängig vom Arztgespräch Stützstrümpfe nutzen, um das Risiko für die Entstehung einer Reisethrombose zu reduzieren.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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