Diesen Einfluss hat die Antibabypille auf die Thrombosegefahr
© Thomas-Soellner/iStock/Getty Images Plus 2019
(1)

Diesen Einfluss hat die Antibabypille auf die Thrombosegefahr

Bei der Empfängnisverhütung denken junge Frauen nur selten an eine mögliche Thrombose. Die Nutzung der Antibabypille wird dabei häufig als einfache und sichere Methode anvisiert, ohne die potenziellen Nebenwirkungen zu beachten. 

Der Einfluss auf den Zyklus birgt jedoch Risiken, die auch den Stoffwechsel von Blutgerinnungsfaktoren umfasst. Doch welchen Einfluss hat die Antibabypille wirklich auf das Thrombose-Risiko und warum?

Weshalb besitzt die Antibabypille Einfluss auf das Thromboserisiko?

Bei der Nutzung einer Antibabypille werden dem Körper Hormone zugeführt, um die Entstehung einer Schwangerschaft zu vermeiden. Dabei wirken sich die Hormone, Östrogen und Gestagen, auf den Stoffwechsel aus.

Der Stoffwechsel verändert sich jedoch nicht nur in Bezug auf die Empfängnisbereitschaft, sondern auch in unmittelbarer Verbindung zu den Gerinnungsfaktoren der Leber im Blut. Somit kann das natürliche Gleichgewicht in der verändert werden, weil gerinnungshemmende und gerinnungsfördernde Faktoren in ihrem Verhältnis verändert werden. 

Kleinere Veränderungen im Verhältnis der Gerinnungsfaktoren sind in der Regel noch unbedenklich und bleiben zumeist auch unerkannt, da sie keine spürbaren Einschränkungen mit sich bringen. Wird eine vorhandene Unregelmäßigkeit jedoch durch den Einfluss der Hormone aus der Antibabypille ergänzt, verstärkt sich der Effekt. Die Gefahr einer Thrombose-Entstehung steigt somit nachhaltig an und kann schneller eintreten als ohne die Gabe der hormonellen Verhütungspille.

Auf was sollen Frauen achten?

Bevor Sie sich für die Einnahme der Antibabypille entscheiden, sollten Sie sich über Ihr individuelles Thromboserisiko informieren. In der Regel erfolgt dies in der Beratung beim Frauenarzt, der das hormonelle Verhütungsmittel verschreibt. Dieser wird Ihnen entsprechend schon im Vorfeld einige Fragen zu Ihrer Alltagsgestaltung stellen, die Sie unbedingt ehrlich beantworten sollten.

Hierdurch erleichtern Sie dem Arzt die Verschreibung eines passenden Präparates, beispielsweise einer Antibabypille mit geringerer Dosierung oder einem besonderen Hormonverhältnis (z.B. Mikropille bei jungen Frauen). Das größte Risiko für die Entstehung einer venösen Thrombose wird im ersten Jahr ab der ersten Einnahme der Antibabypille gesehen. Aus diesem Grund sollten Frauen, die mit der Pille als Verhütungsmittel beginnen, im ersten Jahr ihren Körper und sein Empfinden besonders aufmerksam betrachten.

Generell erhöht sich die Gefahr einer Thrombose-Entstehung bei Frauen immer mit der Einnahme der Antibabypille im Vergleich zu Frauen, die auf die Pille verzichten. Besonders aufmerksam sollten Frauen sein, die neben der Einnahme der Kontrazeptiva genannten Verhütungspille ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose haben oder durch weiterführende Einflüsse in der Lebensführung selbst das Thromboserisiko fördern. 

Welche Frauen sind besonders betroffen?

Allem voran gilt das erhöhte Risiko für Frauen, die rauchen, die wenig Sport betreiben und / oder wenig Bewegungsspielraum im Alltag haben (sitzende und stehende Tätigkeiten). Auch eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr, unausgewogene Ernährung und Übergewicht sowie Erkrankungen der Blutgefäße (auch familiäre Häufung) sollten für die Ermittlung eines individuellen Thromboserisikos berücksichtigt werden, bevor die Antibabypille als bevorzugtes Verhütungsmittel verwendet wird. 

Höheres Thromboserisiko mit steigendem Alter

Zudem kann sich das Risiko einer Thrombose zusätzlich durch das fortschreitende Alter der Frau und die damit verbundene reduzierte Flexibilität von Bindegewebe und Blutgefäßen erhöhen. So kann es sein, dass Ihnen der Arzt zu gegebener Zeit den Wechsel von der Antibabypille zu anderen Verhütungsmethoden empfiehlt, auch wenn Sie diese zuvor gut vertragen haben.

Zumeist wird von der Antibabypille abgeraten, wenn die Frau stark übergewichtig, sie über 35 Jahre ist, wenn die Frau raucht oder Angehörige vor dem 50. Lebensjahr eine Embolie, eine Thrombose oder einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall erleiden mussten. Die Gefahr der Risikoerhöhung kann sich im Übrigen auch bei Frauen in der Menopause einstellen, wenn hormonelle Medikamente angeraten sind, um typische Beschwerden aus der hormonellen Veränderung in den Wechseljahren zu mildern.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wie finden Sie diesen Artikel?