Corona-Krise: Worauf muss ich beim Arztbesuch achten?
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Corona-Krise: Worauf muss ich beim Arztbesuch achten?

Corona-Pandemie und Arztbesuch? Aufgrund der Ausbreitung verschiedener Virusvarianten nimmt bei vielen Menschen die Unsicherheit wieder zu: Soll ich zum Arzt gehen oder besser nicht? Kann ich mich in der Arztpraxis anstecken? Was Sie √ľber den Arztbesuch wissen sollten.

Wie kann ich beim Zahnarzt das Ansteckungsrisiko senken?

Abstand halten von 1,5 bis 2 Metern ‚Äď beim Zahnarzt ist das nicht m√∂glich. Viele sind daher verunsichert und fragen sich, ob sie zum Zahnarzt gehen sollen - oder den Termin noch etwas hinausschieben. Zahn√§rzte und Zahn√§rztinnen haben ihren Praxisbetrieb an die aktuelle Situation angepasst, und halten die Hygiene-Auflagen ein: Im Wartezimmer stehen die St√ľhle weit auseinander. Nur wenige Patienten warten zeitgleich. Vor oder nach Betreten der Praxis m√ľssen die H√§nde gewaschen und desinfiziert werden. Zahn√§rzte und zahnmedizinische Fachangestellte tragen einen Mund-Nasen- oder einen Gesichtsschutz. Diese Schutzma√ünahmen helfen, dass Ansteckungsrisiko zu reduzieren. 

Rat:¬†Bei Zahnschmerzen sollten Sie auf jeden Fall einen Zahnarzt aufsuchen. Fragen Sie nach, worauf Sie beim Besuch der Zahnarzt-Praxis achten m√ľssen. Reine Kontrolluntersuchungen und Vorsorgetermine k√∂nnen Sie verschieben, wenn Sie unsicher sind oder Angst vor einer Ansteckung haben.

Wichtig: Sagen Sie bestehende Termine fr√ľhzeitig ab. Sagen Sie den Termin auch ab, wenn Sie Symptome einer akuten Atemwegserkrankung wie Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Fieber, Sch√ľttelfrost oder Kopf- und Gliederschmerzen haben oder Sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Gehen Sie erst nach Abklingen der Symptome beziehungsweise der Erkrankung oder nach Abwarten der Quarant√§nephase zum Arzt.

Ich habe akute Zahnschmerzen und Covid-19-Symptome: Was soll ich tun?

Haben Sie akute Zahnschmerzen und Symptome einer Atemwegserkrankung, rufen Sie bei Ihrem Zahnarzt an und fragen Sie nach, wie Ihnen geholfen werden kann. F√ľr akute zahn√§rztliche Notf√§lle bei Covid-19-Patientinnen und -patienten haben die Kassenzahn√§rztlichen Vereinigungen Schwerpunktpraxen in den Bundesl√§ndern eingerichtet. Ihr Zahnarzt kann Ihnen eine solche Schwerpunktpraxis nennen. Diese Praxen sind ausschlie√ülich f√ľr die akute Notfallbehandlung von Zahnschmerz-Patienten ge√∂ffnet, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder bei denen ein entsprechender Verdacht besteht.

Corona-Krise: Kann ich zum Augenarzt gehen?

Nicht nur Zahn√§rzte, auch Augen√§rzte und Augen√§rztinnen kommen ihren Patienten nahe. Daher gilt auch hier: Termine wie Check-ups und Vorsorgeuntersuchungen k√∂nnen Sie verschieben, wenn Sie unsicher sind. Sagen Sie fr√ľhzeitig ab. Bei Notf√§llen wie einer Augenverletzung oder einer pl√∂tzlich eintretenden Sehverschlechterung sollten Sie auf jeden Fall zum Augenarzt gehen. Notf√§lle werden von Augen√§rzten immer versorgt.

Rat: Ist der Besuch beim Augenarzt therapeutisch notwendig, fragen Sie nach, was Sie beachten m√ľssen, damit die Hygieneschutzregeln eingehalten werden. Wenn m√∂glich sollten Sie die Praxis ohne Begleitperson aufsuchen.

Wichtig: Haben Sie bereits Symptome einer akuten Atemwegserkrankung, sollten Sie - wenn kein akuter Notfall oder dringlicher Termin vorliegt - erst nach Abklingen der Erkrankung zum Augenarzt gehen. Sagen Sie bestehende Termine, die Sie nicht wahrnehmen k√∂nnen oder m√∂chten, fr√ľhzeitig ab. Haben Sie akute Augenbeschwerden und Symptome einer Atemwegserkrankung, rufen Sie bei Ihrem Augenarzt oder Ihrer Augen√§rztin an und fragen Sie nach, wie Ihnen geholfen werden kann.

Videosprechstunden beim Arzt während der Corona-Pandemie

Was bei Zahn√§rzten und Augen√§rzten nicht funktioniert, hat bei anderen Arztgruppen gute Chancen: Videosprechstunden. Diese werden immer √∂fter genutzt. Videosprechstunden k√∂nnen sowohl bei √Ąrzten als auch bei Psychotherapeuten und Hebammmen eine Alternative zum Praxisbesuch sein. Diese Videosprechstunden k√∂nnen unbegrenzt und flexibel f√ľr alle F√§lle genutzt werden, in denen es therapeutisch sinnvoll ist. Auch Schmerztherapeutische Gespr√§che k√∂nnen k√ľnftig dauerhaft per Videosprechstunde erfolgen.

Bietet mein Arzt Videosprechstunden an?

Fragen Sie bei Interesse bei Ihrem Arzt nach, ob dieser Videosprechstunden anbietet und wie der Ablauf organisiert ist.

Ausfallgeb√ľhren: Kosten durch nicht wahrgenommene Behandlungstermine?

Haben Sie Termine bei einem Arzt, einem Physiotherapeuten oder bei der Krankengymnastik, sollten Sie sich zuvor telefonisch erkundigen, ob dieser wie geplant stattfindet. K√∂nnen Sie den Termin nicht wahrnehmen, etwa weil Sie erkrankt oder in Quarant√§ne sind oder Sie aufgrund anderer Gegebenheiten verhindert sind, rufen Sie fr√ľhzeitig bei Ihrem Behandler an und sagen Sie den Termin ab. So hat der Behandler die Chance, den Termin an andere wartende Patienten zu vergeben und zugleich Ausf√§lle gering zu halten.

Ob der Patient f√ľr den abgesagten Termin Schadensersatz leisten muss, h√§ngt laut der Verbraucherzentrale Hamburg davon ab, ob er die Absage des Termins selbst verantworten muss. Konnten Sie den Termin beispielsweise nicht rechtzeitig absagen, weil Sie kurzfristig in Quarant√§ne mussten, liegt der VZHH zufolge kein schuldhaftes Verhalten vor.

Muss ich f√ľr eine Krankschreibung zum Arzt?

Telefonische Krankschreibungen wegen Erk√§ltungsbeschwerden sind bundesweit weiterhin m√∂glich - vorerst bis Ende September 2021. Darauf hat sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) aufgrund der erneut steigenden Covid-19-Infektionszahlen geeinigt. Bei leichten Atemwegserkrankungen k√∂nnen Sie sich telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankschreiben lassen. Der Arzt kann die telefonische Krankschreibung bei Bedarf einmalig f√ľr sieben Tage verl√§ngern. Allerdings kann der Arzt Sie darum bitten, f√ľr eine Untersuchung die Praxis aufzusuchen. Wie der Arzt oder die √Ąrztin das in der jeweiligen Situation handhabt, erfragen Sie am besten am Telefon.

Muss ich meine Versichertenkarte vorlegen?

Findet in dem Quartal der Kontakt zwischen Arzt und Patient ausschlie√ülich telefonisch statt, muss die elektronische Gesundheitskarte nicht zwingend eingelesen werden. Die behandelnde Praxis kann die Versichertendaten f√ľr die Abrechnung aus der Akte des Patienten entnehmen oder Sie k√∂nnen die Versichertenkarte nachreichen. Da das die Praxen unterschiedlich handhaben, fragen Sie vor dem Praxisbesuch am besten nach, wie das bei Ihrem Arzt geregelt ist.

Wie bekomme ich ein Rezept f√ľr Medikamente?

Da die Infektionszahlen in Deutschland weiterhin sehr hoch sind, d√ľrfen √Ąrztinnen und √Ąrzte ihren Patienten wieder Rezepte, Folgerezepte und √úberweisungen per Post zusenden. Des Weiteren d√ľrfen Folgeverordnungen von Heil- und Hilfsmitteln, Krankenfahrten sowie die h√§usliche Krankenpflege telefonisch ausgestellt werden. Voraussetzung f√ľr die telefonische Ausstellung ist, dass der Patient oder die Patientin bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung in Behandlung war und eine Untersuchung erfolgt ist. Haben Sie Fragen hierzu, kontaktieren Sie Ihren Arzt.

Verdacht auf Corona-Infektion: Was tun?

Hatten Sie pers√∂nlichen Kontakt zu einer Person, die positiv auf SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde? Haben Sie sich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten? Oder zeigen Sie die Hauptsymptome von Corona (Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust)? Dann sollten Sie sich unverz√ľglich mit dem zust√§ndigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, Ihren Hausarzt anrufen oder die 116117 f√ľr den √§rztlichen Bereitschaftsdienst w√§hlen und erfragen, wie Sie sich verhalten sollen.

Wichtig

Auf keinen Fall sollten Sie ohne Ank√ľndigung eine Arztpraxis aufsuchen. Leiden Sie unter akuter Atemnot, sollten Sie den Notruf unter 112 kontaktieren.  

Ich habe einen Termin f√ľr eine Operation ‚Äď wird diese wegen Corona verschoben?

Es ist nicht auszuschlie√üen, dass planbare Operationen, also nicht notfallm√§√üige Eingriffe, in besonders Corona-belasteten Regionen und Kliniken verschoben werden m√ľssen oder Termine erst f√ľr einen weiter in der Zukunft liegenden Zeitraum vergeben werden.

Notf√§lle werden nach wie vor behandelt. √Ąrzte betonen, dass bei einem Notfall, etwa bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall immer der Notarzt gerufen werden muss.

Rat: Haben Sie einen Termin f√ľr eine Operation oder einen Eingriff, rufen Sie in der Klinik an und fragen Sie nach dem weiteren Vorgehen. Die Entscheidung, ob ein Eingriff verschoben wird, pr√ľft der Arzt im Einzelfall. Eine Operation kann verschoben werden, wenn der Arzt zu der Einsch√§tzung kommt, dass der Patient in den kommenden 2 Monaten ohne diese Versorgung auskommen kann.

F√ľr wen ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

 Die St√§ndige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Pneumokokken-Impfung f√ľr:

  • S√§uglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren (mit Prevenar 13 oder Synflorix)
  • Personen mit Immundefizienz
  • Senioren ab 70 Jahren
  • Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen, beispielsweise¬†Asthma oder COPD (mit Pneumovax 23)

Zwar sch√ľtzt die Pneumokokken-Impfung nicht vor COVID-19, doch sie kann helfen, einer bakteriellen Infektion bei Covid-19-Patienten vorzubeugen. Wie das Robert Koch-Institut mitteilt, k√∂nnen "Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentz√ľndungen und Sepsis f√ľhren und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon √ľber die Ma√üen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. (...) Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann". Auch bei Influenza-Erkrankungen seien bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation..

Brauche ich zuhause Desinfektionsmittel?

Das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (BfR) sieht f√ľr gesunde Menschen derzeit keine Notwendigkeit, im Alltag Desinfektionsmittel zu verwenden. Normale, haushalts√ľbliche Reinigungsmittel sind den Experten zufolge in einem Haushalt ohne Corona-Infizierte ausreichend. Generell sei es in einem Haushalt mit gesunden Personen aber sinnvoll, die Stellen, die h√§ufig von allen angefasst werden - etwa T√ľrgriffe und Lichtschalter - h√§ufiger mit Allzweckreiniger, Seife oder Sp√ľlmittel und Wasser zu reinigen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.
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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die gepr√ľfte Gesundheits- und Pr√§ventionsberaterin an: Wie k√∂nnen wir lange gesund bleiben ‚Äď und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit √Ąrztinnen und √Ąrzten sowie in pers√∂nlichen Gespr√§chen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ern√§hrung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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