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Die empfohlene Tagesmenge Zucker: Wie ungesund er ist und welche Langzeitfolgen er haben kann

Dass Zucker keinen großzügigen Platz auf dem Speiseplan bekommen soll, ist inzwischen hinreichend bekannt. Studien und Diätpläne zeigen einstimmig die Vorzüge des Verzichts auf die weißen Süßkristalle. Mit wenig Zucker kommt der gesunde Körper hingegen weitestgehend zurecht. Mehr als 50 g Zucker am Tag sollten jedoch nicht in die gesunde Ernährung eingebunden werden. Diese Menge umfasst gerade einmal zwei Esslöffel.

Empfohlene Tagesmenge wird schnell überschritten

Die gesunde Nährstoffzufuhr wird mit rund 2000 Kalorien pro Tag im Durchschnitt empfohlen. Zucker ist im Tagesbedarf der Kalorien nicht nötig. Die empfohlene Tageshöchstmenge von bis zu 50 g Zucker enthält mit 200 Kalorien bereits 10% der Kalorien, die besser durch andere Nährstoffe zugeführt werden sollten. Hinzu kommt bei frischer Kost mit Obst der Fruchtzucker neben weiteren Zuckerarten, die in vielen Lebensmitteln ganz natürlich enthalten sind. Im Gegensatz zu den meist gut verträglichen, natürlichen Zuckerarten zeigt sich der haushaltsübliche Kristallzucker jedoch als äußerst kritisch. 

Den meisten Zucker nehmen wir über Süßwaren, gesüßte Getränke und Fertigprodukte auf. Eine Tafel Schokolade deckt dabei die empfohlene Zuckermenge für den ganzen Tag ab. So kann zwar ein kleines Stück pro Tag nur wenig schaden, doch zeigt sich der Zuckerkonsum im Alltag durch den versteckten Zucker in vielfältigen Lebensmitteln schnell mit einer Menge über der empfohlenen Tagesration. Selbst in vielen scheinbar gesunden Lebensmitteln ist versteckter Zucker enthalten, beispielsweise in fertigen Müslis, Jogurt oder Brotaufstrichen.

Welche Langzeitfolgen kann übermäßiger Zuckerkonsum haben?

Zucker wird im Körper schnell aufgenommen und als Blutzucker im Körper in Umlauf gebracht. Durch einen hohen Zuckerkonsum wird der Blutzuckerspiegel in die Höhe getrieben, während er bei jedem Zuckerverzicht abgesenkt wird. Haushaltszucker geht schnell in den Blutkreislauf über, weshalb der Blutzuckerspiegel schnell schwankt und besonders das Gehirn leidet. Das Speicherhormon Insulin sorgt für eine Einlagerung überschüssiger Zuckermengen in der Leber, in Muskeln, aber auch im Fettgewebe.

Somit sorgt der Zuckerkonsum kurzfristig für eine Gewichtszunahme, die bei dauerhafter Zufuhr von hohen Zuckermengen jedoch auch Langzeitfolgen mit sich bringt. Zu den Erkrankungen zählen neben Problematiken mit dem Insulinspiegel und der Entwicklung eines Diabetes zahlreiche Zivilisationskrankheiten. Hierzu zählen Herz-Kreislauferkrankungen, Gefäßerkrankungen, Rheuma und andere Entzündungskrankheiten und krankhafte Gewichtsprobleme (Adipositas). Auch Gehirnerkrankungen wie Alzheimer und Demenz stehen unter dem Verdacht, durch hohen Zuckerkonsum in ihrer Entstehung gefördert zu werden.

Ist die Zuckerverträglichkeit bei jedem Menschen unterschiedlich?

Auf den ersten Blick zeigt sich die Verträglichkeit von Zucker bei Menschen sehr unterschiedlich und scheint vom jeweiligen Lebenswandel ebenso wie von dem individuellen Stoffwechsel abhängig. So wirkt es logisch, dass Menschen, die sich gesund und ausgewogen ernähren, bei einem kurzzeitig erhöhten Zuckerkonsum weniger belastet scheinen als Personen, die wenig Augenmerk auf die Nährstoffzufuhr halten. 

Da die Entstehung der typischen Erkrankungen durch den Zucker jedoch schleichend erfolgt, sollten Sie sich auch bei einem guten Stoffwechsel nicht auf die gute Verträglichkeit im individuellen Fall verlassen. Die gute Verstoffwechselung des Zuckers alleine und die scheinbar nur geringe Gewichtszunahme verbergen für den Laien schnell, dass der Körper unter der hohen Zuckerzufuhr dennoch leidet oder zumindest stark belastet wird. 

Zudem besteht gerade mit einem guten Stoffwechsel die Gefahr, sich zu stark an den Zucker zu gewöhnen und eine regelrechte Zuckersucht zu entwickeln. Zucker kann bei regelmäßiger Zufuhr zu einer Stoffsucht führen, deren Entwöhnung die gleichen Symptome wie bei einer Drogensucht zeigt. Typische Anzeichen zeigen sich bei einem Zuckerentzug mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Nervosität, Müdigkeit und Antriebslosigkeit sowie Gereiztheit und starke Stimmungsschwankungen. Im Schnitt dauert es bis zu sechs Wochen, bis dieser Zustand vollständig überwunden ist.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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