Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Am besten ist es daher, sie abzuwehren, bevor sie zustechen. Aber was hilft gegen Zecken? Einen sicheren Schutz gegen die Spinnentiere gibt es leider nicht – doch mit den folgenden Tipps können Sie das Risiko für einen Zeckenstich deutlich senken.
Zecken: Wenn ein einziger Biss zur Gefahr wird •

Was hilft gegen Zecken? So schützen Sie sich vor Zeckenstichen

Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Am besten ist es daher, sie abzuwehren, bevor sie zustechen. Aber was hilft gegen Zecken? Einen sicheren Schutz gegen die Spinnentiere gibt es leider nicht – doch mit den folgenden Tipps können Sie das Risiko für einen Zeckenstich deutlich senken.

Zeckenschutz: Meiden Sie hohes Gras und das Unterholz

Als erste Maßnahme zum Schutz vor Zecken sollten Sie versuchen, den Parasiten buchstäblich aus dem Weg zu gehen. Die Spinnentiere lauern auf Gräsern, in Gebüschen und im Unterholz auf ihre Wirte, besonders lieben Sie feuchte Gebiete. Wenn Sie beim Ausflug in die Natur so oft wie möglich auf festen Wegen bleiben und nicht in direkten Kontakt mit der Vegetation kommen, ist die Gefahr geringer, dass sich eine Zecke beim Vorbeigehen an Ihnen festkrallt.

Textiler Schutz vor Zecken: Die richtige Kleidung kann vor Zecken schützen

Zusätzlich helfen kann bei der Zeckenabwehr die richtige Kleidung. Lange, geschlossene Kleidung und feste Schuhe sorgen dafür, dass die Tiere nicht so leicht an Ihre Haut gelangen. Noch besser geschützt sind Sie, wenn Sie Ihre Socken über die Hosenbeine stülpen; auch T-Shirts sollten Sie in die Hose stecken. Selbst wenn Sie beim Waldspaziergang eine Zecke von einem Grashalm streifen, haben Sie dann noch die Chance, einem Zeckenstich zu entkommen.

Denn Zecken stechen nicht sofort zu. Sie krabbeln so lange auf ihrem Wirt umher, bis sie eine Hautstelle gefunden haben, an der sie in Ruhe Blut saugen können. Sind Ihre Arme, Beine und Füße mit Kleidung bedeckt, muss die Zecke länger umherkrabbeln, um eine geeignete Einstichstelle zu finden. Nach Ihrem Aufenthalt im Freien sollten Sie sich und Ihre Kleidung darum gründlich nach Zecken absuchen; auch während Ihres Ausflugs empfiehlt sich alle 30 bis 60 Minuten ein sorgfältiger und kritischer Blick. Helle Kleidung erleichtert Ihnen diese Aufgabe, da die dunklen Spinnentiere darauf einfacher zu erkennen sind.

Mit Glück können Sie die Zecke dann entfernen, bevor sie sich auf der Haut eingenistet und begonnen hat, Blut zu saugen. So können Sie sich vor Krankheiten wie FSME oder Borreliose schützen, die durch Zecken übertragen werden.

Wenn Sie eine Zecke entdecken und entsorgen, bevor sie zugestochen hat, kann sie keine Krankheiten übertragen.

Wenn Sie eine Zecke entdecken und entsorgen, bevor sie zugestochen hat, kann sie keine Krankheiten übertragen.

Schutz vor Zecken: Wie gut schützen Repellents?

Zeckenschutzmittel aus der Drogerie oder der Apotheke, sogenannte Repellents, können Zecken abwehren. Die Mittel enthalten chemische Duftstoffe wie DEET oder Icaridin, die Zecken fernhalten sollen. Und so funktionieren die Repellents: Zecken erkennen ihre Wirte an bestimmten chemischen Verbindungen, die diese absondern – zum Beispiel Kohlendioxid in der Atemluft oder Buttersäure im Schweiß. Das gelingt ihnen mithilfe des Haller’schen Organs an ihren Vorderbeinen.

Die Repellents verändern die chemischen Verbindungen, sodass die Zecken ihre Wirte nicht mehr eindeutig erkennen können. Die Spinnentiere ziehen einen so geschützten Menschen also entweder gar nicht erst als Wirt in Betracht oder bekommen Schwierigkeiten, auf ihm eine geeignete Einstichstelle zu finden.

Doch Vorsicht! Ein Zeckenschutzmittel wirkt nur ein paar Stunden lang, dann müssen Sie es erneut auftragen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur die freiliegenden Hautstellen mit dem Repellent behandeln, sondern das Mittel auch unter der Kleidung auftragen. Hilfreich ist es, auch die Kleidung selbst zu besprühen. Testen Sie zur Sicherheit aber an einer versteckten Stelle, ob der Stoff das Zeckenschutzmittel verträgt.

Hausmittel gegen Zecken: Was nützen Kokosöl, Knoblauch und Co.?

Einen ähnlichen Effekt wie chemische Repellents sollen diverse Hausmittel gegen Zecken haben. Knoblauch, Schwarzkümmelöl oder ätherische Öle sollen mit ihrem intensiven Geruch von den chemischen Verbindungen ablenken, an denen Zecken potenzielle Wirte erkennen. Die Wirkung dieser natürlichen Mittel zur Zeckenabwehr ist allerdings umstritten. Ätherische Öle können zudem allergische Hautreaktionen auslösen.

Zumindest Kokosöl soll eine schützende Wirkung gegen Zecken haben. Kokosöl enthält Caprylsäure und Laurinsäure, die Zecken fernhalten können. Dennoch: Besser als synthetische Repellents funktioniert Kokosöl als Zeckenschutz nicht.

Kokosöl kann immerhin einen leichten natürlichen Zeckenschutz bieten – als alleiniges Mittel zur Zeckenabwehr ist es allerdings nicht geeignet.

Kokosöl kann immerhin einen leichten natürlichen Zeckenschutz bieten – als alleiniges Mittel zur Zeckenabwehr ist es allerdings nicht geeignet.

Impfung gegen Zecken: Gibt es das?

Eine Impfung gegen Zecken gibt es nicht. Kein Impfstoff kann Sie davor bewahren, von einer Zecke gestochen zu werden. Es gibt allerdings eine Impfung gegen das FSME-Virus, das Zecken übertragen können. Gegen Borreliose, eine weitere von Zecken übertragene Krankheit, können Sie nicht immunisiert werden.

Fazit: Was tun gegen Zecken?

Beim Zeckenschutz für den Menschen gilt: Kombinieren Sie am besten die genannten Schutzmaßnahmen, um sich bestmöglich gegen Zeckenstiche zu wappnen. Eine FSME-Impfung ist zusätzlich sinnvoll, wenn Sie in einem Risikogebiet wohnen oder dort Urlaub machen wollen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

Gisèle Schneider
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