Windpocken-Ursache: Daran erkanken wir
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Windpocken-Ursache: Daran erkanken wir

Schon im geläufigsten Namen der Erkrankung zeigt sich die hohe Ansteckungsgefahr bei einfachen Übertragungswegen für Windpocken: Der Varizella-Zoster-Virus zählt zu den Herpes-Viren, ist äußerst widerstandsfähig und wird über Tröpfchen- und Schmierinfektionen durch den direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten, aber auch durch die Luft übertragen. Somit wird die Erkrankung ausgelöst, indem Viren "mit dem Wind" von einem Infizierten zu einem gesunden Menschen ohne Immunität übertragen werden.

Varizella-Zoster-Virus als Windpocken-Ursache

Windpocken entstehen durch den Kontakt eines Menschen ohne Immunität mit dem Varizella-Zoster-Virus. Der Virus überträgt sich vom infizierten Menschen an den gesunden vornehmlich durch die Tröpfcheninfektion. So kann der Virus über den Atem in die Umgebungsluft gelangen, wo er selbst auf eine Entfernung von mehreren Metern hinweg überlebt und vom Gesunden eingeatmet wird. Bei der Schmierinfektion kommt der noch gesunde Mensch mit infizierten Flüssigkeiten in Kontakt, wodurch die Viruszellen ebenfalls übertragen werden können.

Gesunde Menschen mit einer guten Abwehrkraft können bei einem Kontakt von mehr als einer Stunde ziemlich sicher als infiziert gelten. Ist die Immunabwehr hingegen geschwächt, kann bereits der Kontakt von wenigen Minuten ausreichend sein, um sich mit dem Varizella-Zoster-Virus anzustecken und an Windpocken zu erkranken. 

Die Ansteckungsgefahr besteht dabei nicht nur durch den Kontakt mit dem sichtbar erkrankten Menschen, sondern bereits vor dem Auftreten der typischen Symptome: Bereits zwei Tage vor der markanten Bläschenbildung ist der Erkrankte infektiös, was bis zum Verkrusten der letzten Windpocken-Bläschen anhält. 

Wie verläuft die Infektion?

Gelangt der Varizella-Zoster-Virus über die Schleimhäute in den Körper, beginnt er, sich zu vermehren. Über das lymphatische Gewebe gelangt er zunächst in die Organe und in das Lymphsystem, um anschließend Nervenzellen zu Wirtszellen zu machen. Über die Blutbahn gelangt der Virus somit in alle Körperbereiche und sorgt in den Zellen der Oberhaut für die Bildung der typischen Wasserbläschen. Diese wachsen im Krankheitsverlauf an, platzen auf oder trocknen bei entsprechender Behandlung langsam ein. Es entsteht eine Kruste auf den Bläschen, die nach einer kurzen Heilungsphase abfällt.

Um die Ausbreitung im Körper zu schaffen, muss der Virus zahlreiche natürliche Abwehrmechanismen des Immunsystems überwinden. Hierauf basiert der vergleichsweise lange Zeitraum zwischen Infektion und Krankheitsausbruch. Da der Körper während dieser Abwehrphase viel Energie benötigt, bringt die Infektion eine Schwächung des Immunsystems mit sich, welche auch anderen Krankheitserregern das Eindringen erleichtern. Somit erhöht sich in dieser Zeit das Risiko für parallele Erkrankungen und Komplikationen, die besonders bei Erwachsenen beobachtet werden.

Windpocken als Ursache für schwere Komplikationen

So kann sich insbesondere bei Patienten über das Kindesalter hinaus durch eine Erkrankung mit Windpocken die Ursache für eine Lungenentzündung zeigen. Die sogenannte Varizellen-Pneumonie ist eine verbreitete Komplikation, die bei jedem fünften Erwachsenen auftritt. Auch das zentrale Nervensystem kann durch die Windpocken angegriffen werden. Schwangere gelten als besonders gefährdet, da sie nicht nur selbst ein erhöhtes Komplikationsrisiko haben, sondern auch das Ungeborene anstecken können. Dies kann zu Fehlbildungen und Schäden beim Baby führen.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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