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Zahnschmerzen - wann zum Arzt?
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Zahnschmerzen - wann zum Arzt?

Wann mit Zahnschmerzen zum Arzt? Antwort: Am besten so schnell wie möglich. So lassen sich größere Zahnschäden meist vermeiden. Allerdings gibt es drei Situationen, bei denen Sie ein wenig abwarten können. Manchmal verschwinden die Zahnschmerzen von selbst wieder.

Wann schmerzt ein Zahn?

Zahnschmerzen entstehen, wenn das im Zahn befindliche Zahnmark (Pulpa) gereizt, entzündet oder angegriffen ist. Die im Zahnmark befindlichen Nervenfasern reagieren bereits auf geringste Reize. Zerstören Zahnerkrankungen die Schutzbarrieren des Zahns – Zahnschmelz, Zahnzement und Zahnbein – sind die Nervenfasern Reizen und Bakterien gegenüber schutzlos. Zahnschmerzen sind meist zurückzuführen auf:

  • Karies
  • eine Zahnwurzelentzündung
  • eine Zahnfraktur (gebrochener Zahn)
  • eine herausgebrochene Füllung 
  • eine kaputte Krone
  • auf schmerzempfindliche Zähne
  • freiliegende Zahnhälse

Zahnschmerzen – wann zu Arzt?

Mit Zahnschmerzen sollten Sie rasch zum Zahnarzt gehen. Je früher die Behandlung durchgeführt werden kann, desto eher können schwerwiegende Zahnschäden verhindert werden. Während Karies zu Beginn noch ein kleines Loch im Zahn ist, kann sie sich unbehandelt bis zur Zahnwurzel durchfressen und erhebliche Zahnschäden anrichten – und im schlimmsten Fall bis zum Absterben des Zahns führen.

Auch ein entzündetes Zahnfleisch (Gingivitis) kann sich ohne frühzeitige Behandlung zu einer Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) entwickeln, die im fortgeschrittenen Verlauf zum Verlust der Zähne und zu Schäden im Kieferknochen führen kann.

Zu welchem Arzt mit Zahnschmerzen?

Der erste Ansprechpartner bei Zahnbeschwerden ist immer ein Zahnarzt. Bei größeren Behandlungen, etwa einer komplizierten Weisheitszahn-Operation oder einer Wurzelspitzenresektion oder wenn die Beschwerden in einer Kieferfehlstellung begründet liegen, wird der Zahnarzt Sie zu weiteren Fachkollegen überweisen. Das kann ein Kieferchirurg sein, ein Parodontologe oder ein Kieferorthopäde.

Wann muss ich mit Zahnschmerzen nicht sofort zum Zahnarzt gehen?

Es gibt drei Situationen, in denen Sie mit Zahnschmerzen wenige Tage abwarten können, bevor Sie zu einem Zahnarzt gehen:

  1. Sie sind stark unter Stress
  2. Sie sind erkältet
  3. Sie hatten eine Zahnbehandlung

In den genannten Fällen ist es möglich, dass die Zahnschmerzen von selbst wieder verschwinden – weil kein Zahnschaden die Ursache der Probleme sein muss.

Zahnschmerzen und Stress hängen oft zusammen

Zahnschmerzen und Stress können in Zusammenhang stehen, nämlich dann, wenn Sie unter Stress stehen und dazu neigen, nachts mit den Zähnen zu knirschen oder tagsüber die Zähne fest aufeinanderzupressen. Mediziner sprechen von Bruxismus. Wird zu starker Druck auf die Zähne ausgeübt, bekommen das die Zahnnerven zu spüren und sie können schmerzen. Kiefer- und Zahnschmerzen am Morgen sind ein Hinweis auf nächtliches Zähneknirschen.

Achten Sie über den Tag hinweg immer wieder darauf, in welcher Position sich Ihr Unterkiefer befindet: In entspanntem Zustand liegen die Zähne nicht aufeinander, sondern der Unterkiefer „schwebt“. Pressen Sie tagsüber die Zähne zusammen, ist es wahrscheinlich, dass Sie auch nachts knirschen oder pressen. Entspannungsübungen und bewusstes Lockerlassen des Unterkiefers helfen. Dann lassen auch die Zahnschmerzen häufig nach.

Bleiben die Zahnschmerzen bestehen beziehungsweise haben Sie den Verdacht auf Bruxismus, sollten Sie immer einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden aufsuchen. Dieser kann die Ursache für die Zahnschmerzen herausfinden und Ihnen bei Bruxismus eine Aufbissschiene für nachts anfertigen. Ohne diesen Schutz kann es bei fortwährendem intensivem Pressen und Knirschen zu Schäden an den Zähnen kommen.

Warum eine Erkältung Zahnschmerzen auslösen kann

Was viele nicht wissen: Eine Erkältung kann Zahnschmerzen auslösen. Zahnschmerzen drohen bei Erkältung besonders dann, wenn man stark verschnupft ist und die Nasennebenhöhlen verstopft und entzündet sind. Bei einer starken Erkältung oder einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) schwellen die Schleimhäute an. Zudem verstopft verfestigtes Sekret die Verbindungsgänge der Nasennebenhöhlen.

Der Druck in der Nase nimmt zu. Da Nase, Ohren, Stirn und Kiefer anatomisch nah beieinander liegen, gehören Ohrenschmerzen genau wie Kopfschmerzen und Zahnschmerzen zu den Symptomen, die mit einer Erkältung einhergehen können.

Bei entzündeten Nasennebenhöhlen wird der Druck in den Kieferbereich beziehungsweise zu den Zahnwurzeln weitergegeben, da die Zahnwurzeln direkt an den Nebenhöhlen liegen beziehungsweise sogar in die Nasennebenhöhlen hineinragen können. Zahnschmerzen bei einer Erkältung sind am Oberkiefer zumeist an den hinteren Backenzähnen spürbar. Ist die Nase wieder frei und die Schleimhäute abgeschwollen, klingen auch erkältungsbedingte Zahnschmerzen wieder ab. Bleibt das Zahnweh bestehen, sollten Sie zum Zahnarzt gehen.

Nach der Zahnbehandlung Zahnschmerzen – wann zum Zahnarzt?

Auch nach einer Behandlung beim Zahnarzt können Zahnschmerzen auftreten, wenn im Zuge der Zahnbehandlung die im Zahn befindlichen Nervenfasern gereizt oder verletzt wurden. Es dauert dann einige Tage, bis die Zahnschmerzen abklingen. Da Zahnärzte um dieses Phänomen wissen, weisen sie ihre Patienten in der Regel darauf hin und empfehlen bei starken Schmerzen die Einnahme von Schmerzmitteln.

Fragen Sie bei Ihrem Zahnarzt nach, wie lange Zahnschmerzen nach dem Eingriff möglich und normal sind. Sie sollten sofort Kontakt mit Ihrem Zahnarzt aufnehmen, wenn Sie nach der Zahnbehandlung sehr starken Schmerzen haben, Taubheitsgefühlen im Mund- und Gesichtsbereich auftreten, es zu starken Nachblutungen kommt oder Sie Fieber bekommen.

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Ann-Kathrin Landzettel M. A. ist Gesundheitsjournalistin aus Leidenschaft. Vor allem zwei Fragen treiben die geprüfte Gesundheits- und Präventionsberaterin an: Wie können wir lange gesund bleiben – und wie im Krankheitsfall wieder gesund werden? Antworten findet sie unter anderem im intensiven Austausch mit Ärztinnen und Ärzten sowie in persönlichen Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Seit fast zehn Jahren gibt sie dieses Wissen rund um Gesundheit, Medizin, Ernährung und Fitness an ihre Leserinnen und Leser weiter.
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