Was tun gegen Krampfadern? Besenreiser vorbeugen und behandeln
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Was tun gegen Krampfadern? Besenreiser vorbeugen und behandeln

Krampfadern entstehen, wenn sich Venen in der Haut dauerhaft erweitern. Eine leichte Form sind Besenreiser, deren Verästelungen feiner sind. Da die Gefäßerweiterungen Venenleiden zur Folge haben können, fragen sich Betroffene: Was tun gegen Krampfadern?

Krampfadern und Besenreiser vorbeugen: Bewegung hilft

Mit Bewegung können Sie nicht nur Krampfadern vorbeugen, sondern auch den Verlauf bei bereits bestehenden Besenreisern günstig beeinflussen. Zudem ist Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Therapie gegen Krampfadern, damit sie nach einer Operation oder anderen Behandlung nicht so schnell wieder in Erscheinung treten. Am besten geeignet sind Ausdauersportarten, die die sogenannten Muskelpumpen anregen und kräftigen. Ideale Sportarten gegen Krampfadern sind zum Beispiel:

  • Joggen
  • Walken
  • Wandern
  • Radfahren
  • Tanzen
  • Aerobic
  • Schwimmen
  • Inlineskaten

Weniger günstig zur Stärkung der Venen sind Sportarten, bei denen Sie sich immer wieder kurz schnell bewegen und dann wieder zum Stehen kommen. Grundsätzlich ist zwar jede Bewegung besser als keine Bewegung, dennoch sind Tennis, Badminton und Bodybuilding zur Vorbeugung gegen Krampfadern nicht gut geeignet.

Versuchen Sie, wenn Sie tagsüber viel sitzen oder stehen, genügend Pausen zu machen und immer wieder ein wenig herumzulaufen. Im Zweifelsfall bringt es sogar schon etwas für Ihre Venengesundheit, wenn Sie sich während eines Arbeitstages ein paar Minuten nehmen, um einfach auf der Stelle zu treten.

Was tun gegen Krampfadern? Gesunder Lebenswandel zur Vorbeugung

Darüber hinaus unterstützt ein gesunder Lebenswandel den Kampf gegen Besenreiser und Co. Verzichten Sie optimalerweise ganz auf Nikotin und trinken Sie möglichst wenig Alkohol. Außerdem erweist sich eine ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Zucker und wenig Fett der Venengesundheit zuträglich. Wenn Sie Fett zu sich nehmen, dann ist pflanzliches Fett mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu empfehlen.

Was tun gegen Besenreiser an den Beinen? Hausmittel

Gegen leichte Besenreiser können außerdem Hausmittel helfen. Die folgenden Zutaten eignen sich dafür:

  • Apfelessig
  • Schwarzer oder Grüner Tee
  • Rosskastanien
  • Hamamelisblätter
  • Zypressenblätter
  • Rosmarin
  • Pürierte Avocado mit Rosenöl

Mit Schwarzem oder Grünem Tee können Sie ein sauberes Küchentuch tränken und als Umschlag um die Beine wickeln. Lassen Sie das Ganze etwa 20 Minuten einwirken. Apfelessig massieren Sie mit kreisenden Bewegungen auf die betroffenen Körperstellen ein. Auch hier lassen Sie den Apfelessig rund 20 Minuten wirken, dann spülen Sie ihn mit kaltem Wasser ab. Das fördert die Durchblutung und lindert Besenreiser.

Wenn Sie einen Esslöffel Rosskastanienschalen mit 125 Milliliter Lavendelöl erwärmen und es eine Weile ziehen lassen, erhalten Sie ebenfalls ein Hausmittel gegen Besenreiser. Sie brauchen das Öl nur noch sanft kreisend in Ihre Beine einzumassieren. Eine hausgemachte Massagecreme gelingt aus dem Mus einer halben Avocado und 10 Tropfen Wildrosenöl. Das ist nicht nur gut für die Durchblutung, sondern sorgt zudem für eine samtweiche Haut.

Aus den getrockneten Blättern der Hamamelis, der Zypresse oder des Rosmarins können Sie einen Tee brauen und diesen mehrmals täglich trinken. Achtung! Wenn die Hausmittel nicht helfen und die Besenreiser keine Verbesserung zeigen, gehen Sie vorsichtshalber zum Arzt.

 Rosskastanien können als Hausmittel oder in Cremes gegen Besenreiser helfen.
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Rosskastanien können als Hausmittel oder in Cremes gegen Besenreiser helfen.

Wann sollte man mit Krampfadern zum Arzt?

Solange sich nur feine Besenreiser auf den Beinen abzeichnen, besteht zwar noch kein Grund zur Sorge. Doch je früher Sie zum Arzt gehen umso größer sind die Chancen, dass die Krampfadern ein rein kosmetischer Makel bleiben. Wenden Sie sich mit Ihrem Venenleiden am besten gleich an einen Spezialisten, einen sogenannten Phlebologen.

Ohne Behandlung oder zumindest vorbeugende Maßnahmen können sich die Gefäße noch weiter ausdehnen und sogar platzen. Überdies kann das Blut in den Krampfadern verklumpen und die Vene verstopfen. Diese sogenannten Thrombosen können sich lösen und über den Blutstrom bis in die Lunge getragen werden. Dort verstopfen sie dann die Blutgefäße und es droht eine lebensgefährliche Lungenembolie. Des Weiteren sind Venenentzündungen, Ödeme und Geschwüre mögliche Risiken unbehandelter Besenreiser. Erste Symptome für mögliche Komplikationen sind schwere Beine und ziehende Schmerzen in den Beinen.

Was tun gegen Krampfadern? Medikamente und Salben

In Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt können Sie Ihre Venen mit bestimmten Medikamenten stärken und schützen. Es gibt zum Beispiel Tabletten und Kapseln auf pflanzlicher Basis, die die Durchblutung fördern und die Durchlässigkeit der Gefäßwände reduzieren. Extrakte aus der Rosskastanie oder vom japanischen Schnurbaum gelten hierbei als hilfreich. Zusätzlich sind Venensalben mit Tannin, Rosskastanienextrakt, Heparin oder ätherischen Ölen zur Behandlung und Vorbeugung von Krampfadern sinnvoll.

Krampfadern behandeln: Verödung und Operationen

Kleinere Krampfadern und Besenreiser kann der Arzt durch eine sogenannte Verödung behandeln. Er spritzt ein bestimmtes Mittel in die Vene, das die geweiteten Gefäße verklebt. Größere Krampfadern lassen sich operativ entfernen. Beim Stripping werden sie mit einer Sonde aus dem Bein herausgezogen. Nach dieser Behandlung müssen Sie eine Weile Stützstrümpfe beziehungsweise Kompressionsstrümpfe tragen. Bei einer anderen Maßnahme, der sogenannten Krossektomie, wird eine große Krampfader durchtrennt und der Rückstrom des Bluts verhindert. Darüber hinaus lassen sich Krampfadern unter Umständen durch eine Lasertherapie oder mit elektromagnetischen Wellen behandeln.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

SM
Autor/-in
Sascha Müller
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