Durch Knochendichtemessung Osteoporose vorbeugen
© Tonpor Kasa/iStock / Getty Images Plus
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Durch Knochendichtemessung Osteoporose vorbeugen

Osteoporose betrifft vor allem Frauen nach der Menopause. Sie erhöht das Risiko von Frakturen durch die abnehmende Stabilität der Knochen. Will man das vermeiden, empfiehlt sich eine regelmäßige Osteoporosevorsorge. Die dafür verwendete Knochendichtemessung geht schnell und zeigt, ob therapeutische Maßnahmen nötig sind.

Was ist Osteoporose?

Knochen sind extrem dynamische Gebilde, die sich mit ständigem Abbau und Aufbau an die aktuelle Belastungssituation anpassen. Unser Skelett ist eine Mischung aus organischen Anteilen wie Kollagen und mineralischen Substanzen wie Calcium. Diese Kombination sorgt zugleich für Festigkeit und Elastizität. Je mehr Material eingelagert ist, desto stabiler ist der Knochen und umso höher ist die Knochendichte, die als Maß für seine Belastbarkeit gilt.

Bei Osteoporose sinkt die Knochendichte. Die im Volksmund als Knochenschwund bezeichnete Knochenerkrankung tritt mit fortschreitendem Lebensalter auf. Man behandelt sie meist mit Vitamin D, das für die Einlagerung von Calcium in die Knochenmatrix verantwortlich ist. Der Mensch kann es nur bilden, wenn Sonne auf die Haut scheint. Von seinen verschiedenen Formen ist Vitamin D3 oder Calcitriol die wirksamste - streng genommen handelt es sich dabei nicht um ein Vitamin, sondern um ein Hormon. 

Wer sollte zur Osteoporosevorsorge gehen?

An Knochenschwund leiden in erster Linie Frauen nach der Menopause, aber auch Männer jenseits des 50. Lebensjahres. Ursache hierfür sind die Veränderungen im Hormonhaushalt. Anfällig sind vor allem Raucher, Alkoholiker und Menschen mit Mangelernährung. Vitamin D-Mangel tritt insbesondere bei bettlägerigen Patienten auf, die nur selten in die Sonne kommen.

Welcher Arzt macht die Osteoporosevorsorge?

Für die Osteoporosevorsorge ist der Orthopäde zuständig. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt - bei Verdacht auf Osteoporose schreibt er Ihnen eine Überweisung und bittet um eine Knochendichtemessung.

Wie läuft die Knochendichtemessung ab?

Im Vorfeld einer Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) erhalten Sie eine Patienteninformation. Darin wird erklärt, wozu die Untersuchung dient und wie sie abläuft. Mit der Unterzeichnung einer Einverständniserklärung bescheinigen Sie Ihre Bereitschaft zur Durchführung der Untersuchung und gegebenenfalls zur Übernahme anfallender Kosten.

Standardmethode zur Bestimmung der Knochendichte ist die Duale Röntgenabsorptiometrie (DRA, Dual X-Ray Absorptiometry, DXA). Diese Röntgenuntersuchung von Lendenwirbelsäule und Oberschenkelknochen nimmt nur wenige Minuten in Anspruch.

Die Messergebnisse vergleicht der Arzt mit denen von nicht an Osteoporose erkrankten Dreißigjährigen. Daraus ergibt sich der sogenannte T-Score, der Auskunft über das aktuelle Frakturrisiko gibt. Bei diesem spielen zudem Alter, Geschlecht und Body Mass Index (BMI) eine Rolle.

Was passiert, wenn die Knochendichte zu niedrig ist?

Bei Knochenschwund verschreibt der Orthopäde ein Vitamin D-Präparat. Die Gabe erfolgt in Form von Kapseln im Abstand von ein oder zwei Wochen, bei schwerer Osteoporose als Spritze, die der Patient nach Kontrolle des Calcium-Blutwerts alle halbe Jahre bekommt. Das ist möglich, weil der Körper Vitamin D im Fettgewebe speichern kann. 

Wie oft muss man zur Osteoporosevorsorge?

Das hängt von der Verringerung der Knochendichte ab. Bei einer manifesten Osteoporose liegen die Untersuchungsintervalle meist zwischen einem halben Jahr und zwei, in leichten Fällen bei fünf Jahren.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Knochendichtemessung?

Patienten mit ärztlich diagnostizierter Osteoporose haben alle fünf Jahre Anspruch auf eine Knochendichtemessung. Außerdem ist sie Kassenleistung, wenn der Arzt sie für die Entscheidung über eine medikamentöse Therapie benötigt oder der Patient infolge chronischer Erkrankungen ein erhöhtes Osteoporoserisiko aufweist.

Wieviel kostet die Osteoporosevorsorge?

Allerdings sind Ärzte tierlieb - wenn es um IGeL geht. Sie rechnen die Knochendichtemessung auffallend gerne als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ab. Die Kosten belaufen sich gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Ziffer 5380 aktuell auf 54,21 Euro. 

So wird die Osteoporosevorsorge zum IGeL

Eine beliebte Methode, um die Knochendichtemessung zum IGeL zu machen: Der Arzt gibt die Genehmigung für den Betrieb des Gerätes an die Kassenärztliche Vereinigung zurück oder beantragt sie erst gar nicht - dann muss er die Messung privat in Rechnung stellen. Offenbar ist diese Vorgehensweise lukrativer als die Abrechnung mit der Krankenkasse.

Hat Ihr Orthopäde selber keine Genehmigung, kann er Sie zu einem Vertragsarzt überweisen, der die Untersuchung durchführen und mit Ihrer Krankenversicherung abrechnen darf. Im Aufklärungsbogen muss er Sie über diese Möglichkeit informieren. Bekommen Sie zusätzlich so etwas wie eine "Vereinbarung über eine gewünschte privatärztliche Knochendichtemessung", lesen Sie sich diese genau durch, bevor Sie etwas unterschreiben. Können Sie - müssen Sie nicht.

Was tun, wenn man die Knochendichtemessung selbst bezahlen soll?

Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Verbraucherzentrale oder Krankenkasse. Die Adressen von Vertragsärzten in der Nähe bekommen Sie bei Ihrer Krankenversicherung oder der Patientenberatungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Ihres Bundeslandes.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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