Was ist Vitamin K? Alle Infos zu Wirkung und Tagesbedarf
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Was ist Vitamin K? Alle Infos zu Wirkung und Tagesbedarf

Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung und die Knochengesundheit. Jedes Neugeborene bekommt das Vitamin zusätzlich verabreicht. In welchen Formen das Vitamin vorkommt und wie viel Sie benötigen, erfahren Sie hier.

Unterscheidung zwischen Vitamin K1, K2 und K3

Vitamin K gilt als Sammelbegriff für alle K-Vitamine. Wer von Vitamin K spricht, meint in der Regel das Vitamin K1, auch Phyllochinon genannt. Daneben spielt für den Menschen das Vitamin K2, auch Menachinon genannt, eine bedeutende Rolle. Die Wirkung dieser beiden K-Vitamine ist grundverschieden: Während Vitamin K1 für die Blutgerinnung von besonderer Bedeutung ist, spielt das Vitamin K2 für den Knochenaufbau eine relevante Rolle. Beide gehören zu den fettlöslichen Vitaminen.

Darüber hinaus gibt es noch das Vitamin K3, auch Menadion genannt. Dieses Vitamin kann lediglich chemisch synthetisiert werden und wurde früher für klinische Zwecke verwendet. Für den menschlichen Verzehr ist das Vitamin K3 heute jedoch verboten, es kommt teilweise noch im Haustierfutter zum Einsatz.

Tagesbedarf an Vitamin K

Der Tagesbedarf an Vitamin K ist alters- und teils auch geschlechtsabhängig, für alle Personengruppen aber problemlos durch die Nahrung aufzunehmen. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die nicht nach Vitamin K1 und K2 differenziert:

Alter in Jahren

Empfohlene Vitamin-K-Zufuhr pro Tag in Mikrogramm

0 bis 4 Monate

4

4 bis 12 Monate

10

1 bis 4 Jahre

15

4 bis 7 Jahre

20

7 bis 10 Jahre

30

10 bis 13 Jahre

40

13 bis 15 Jahre

50

15 bis 51 Jahre

70 (m), 60 (w)

51 und älter

80 (m), 65 (w)

Schwangere und Stillende im Erwachsenenalter benötigen keine zusätzliche Zufuhr an Vitamin K.

Viele Lebensmittel sind voller Vitamin K

Vor allem grünes Gemüse ist reich an Vitamin K1: Grünkohl, Spinat, pflanzliche Öle, aber auch Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch eignen sich hervorragend als Lieferanten. Es wird über pflanzliche Öle allerdings am besten vom Körper verwertet. Die Resorption aus grünem Blattgemüse erfolgt sehr viel schlechter, da Vitamin K1 sehr fest in den Chloroplasten verankert ist.

Das Vitamin K2 kommt überwiegend in tierischen Produkten vor. Rinderleber, aber auch Butter sind hier hervorzuheben. Während sich Vitamin K1 hauptsächlich in der Leber anreichert, ist Vitamin K2 in verschiedenen Geweben zu finden. In welchen Lebensmitteln viel natürliches Vitamin K vorkommt, lesen Sie auch im Ratgeber „Lebensmittel mit Vitamin K: Natürliches Vitamin K1 und K2“.

Smoothies aus grünem Obst und Gemüse sichern eine ausreichende Vitamin-K-Zufuhr.

Smoothies aus grünem Obst und Gemüse sichern eine ausreichende Vitamin-K-Zufuhr.

Hilft Vitamin K auch bei Osteoporose?

In Japan gehört Vitamin K zur Standardbehandlung bei Osteoporose-Patienten. In Kombination mit Vitamin D soll eine Verbesserung der Knochenstabilität erreicht werden. Einige Studien weisen zwar auf Therapieerfolge hin, doch die Ergebnisse gelten noch nicht als gesichert. Deshalb gehört Vitamin K in Deutschland bisher nicht zur Behandlungsleitlinie bei Osteoporose. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im Ratgeber „Vitamin D und Vitamin K: Wichtiges Duo bei Osteoporose“.

Einige Studien weisen darauf hin, dass Vitamin K bei Osteoporose hilft. 

Einige Studien weisen darauf hin, dass Vitamin K bei Osteoporose hilft. 

Vitamin-K-Mangel bei Darm- oder Lebererkrankungen möglich

Gesunde Menschen, die sich halbwegs gesund ernähren, werden in der Regel genug Vitamin K aus der Nahrung aufnehmen. Bei Patienten mit Darm- oder Lebererkrankungen oder in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten kann allerdings ein Vitamin-K-Mangel auftreten. Symptome sind eine schlechte Blutgerinnung oder viele blaue Flecken. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu inneren Blutungen kommen. Ein Arzt kann mit einem Bluttest schnell für Klarheit sorgen. In welchen Fällen Sie genau gefährdet sind, erklärt Ihnen der Ratgeber „Vitamin-K-Mangel: Ursachen und Symptome“.

Bedeutung von Vitamin K für Neugeborene

Jedes Neugeborene bekommt in Deutschland vom Kinderarzt Vitamin K verabreicht, in der Regel in drei Dosen verteilt über die ersten Lebenswochen. Diese Gabe minimiert das Risiko für Mangelblutungen, die im Bereich der Haut und in den Organen auftreten und tödlich enden können. Worauf Sie bei Frühgeburten achten müssen und welche Rolle die Muttermilch in diesem Zusammenhang spielt, lesen Sie im Ratgeber „Vitamin K fürs Baby: Schutz vor Mangelblutungen nach der Geburt“.

Babys bekommen in den ersten Lebenswochen Vitamin K verabreicht.

Babys bekommen in den ersten Lebenswochen Vitamin K verabreicht.

Risiken einer Überdosierung von Vitamin K

Anders als bei anderen Vitaminen ist eine Überdosierung von Vitamin K bei gesunden Erwachsenen unkritisch. Welche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt sind und wie sich eine Überdosis bei Babys auswirkt, erfahren Sie im Ratgeber „Vitamin K: Nebenwirkungen bei Überdosierung“.

Disclaimer: Dieser Text enthält nur allgemeine Hinweise und ist nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung geeignet. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle individuellen Fragen, die Sie zu Ihrer Erkrankung oder Therapie haben, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.

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